Das Helfer-Team um „Chefin“ Birgt Bernhardt vom ausrichtenden Verein TV Mörstadt und die Verantwortlichen aus dem Turngau-Gremium hatten alle Hände voll zu tun, um in weniger als einer Stunde die BIZ-Sporthalle in eine funktionsgerechte Wettkampfstätte für die Turnerinnen und Turner des Nibelungen-Turngaues herzurichten. Sechs Gerätestationen bei den Jungs und vier – teils in doppelter oder dreifacher Ausführung – bei den Mädchen mussten aufgebaut sein, bevor die vielen Akteure aus acht Vereinen die Halle stürmten.
Im ersten Durchgang am Sonntag waren die dreizehn Turner aus Osthofen, Worms und Mölsheim parallel zu den Mädchen am Start. Sie konnten es im Gegensatz zu den Mädels, bei denen 14 Mannschaften an die Geräte gehen mussten, ruhig angehen lassen. So lief deren Wettkampf nahezu unbemerkt in aller Stille ab. Bei den 68 Turnerinnen – darunter die jüngsten Jahrgänge – war da schon mehr „Gewusel“ im BIZ-Teil vor der vollbesetzten Zuschauer-Tribüne.
Damit die Leistungen der Turnerinnen an den vier Geräten Sprung, Barren, Balken und Boden im ersten Durchgang gerecht bewertet werden konnte, waren zwei Kampfgerichte eingesetzt, um einen flotten und reibungslosen Ablauf zu gewähren.
Besonders im Wettkampf 102 der AK 7-10 mit den anspruchsvollen DTB-Nachwuchsübungen mussten sie genau hinschauen um alle Fehler aufzuspüren und ins Kalkül mit einbeziehen zu können. Auch der Kürwettkampf der LK 3 erforderte große Aufmerksamkeit – wissen die Kampfrichter ja nicht, was die Turnerinnen turnen werden. Alles musste akribisch im „Turner-Steno“ mitgeschrieben, ausgewertet gerechnet werden, bevor die Punkte feststanden.
Auch die zwölf Mannschaften der Pflicht-Wettkämpfe waren sich der Aufmerksamkeit der „Kari“ gewiss. Aber dies wurde letztendlich souverän gemeistert und so konnten bei der anschließenden Siegerehrung noch vor der anvisierten Zeit die begehrten Pokale, Urkunden und Medaillen an die stolzen Teilnehmerinnen ausgehändigt werden.
Als beste Turnerinnen des ersten Durchgang können Anna Heckmann (Monsheim – AK), Janina Förster (Monsheim – LK3) sowie Ningma Stark (Mölsheim – 12+j.), Alexandra Morgel (Osthofen – 10+j.) und Julia Giannios (Mörstadt – 8+j.) besonders stolz auf ihre Leistungen sein. Bester Turner war Marsel Wambold (TG Osthofen), der im Sechskampf der Altersklasse 15 + jünger mit 85,30 Punkten maßgeblich zum Sieg für das Osthofener Team beitrug.
Nach einer einstündigen Verschnaufpause für die Kampfrichter wegen des Einturnens des zweiten Durchgangs ging es flott weiter. Jetzt waren die 66 Turnerinnen der älteren Jahrgänge an der Reihe, ihr Können zu zeigen. Auch hier verlief der Wettkampf störungsfrei und super schnell. Am Ende konnte der Zeitplan gar um eine ganze Stunde unterboten werden. Dank hierfür an die Kampfrichter und die Organisatoren im Gerätturnausschuss des Turngaus.
Eine Schrecksekunde erlebten die Mölsheimer Turnerinnen der offenen Klasse, als am Boden ihre beste Turnerin nach einer verpatzten Akrobahn unsanft auf dem Hinterkopf gelandet war. Es ging aber einigermaßen glimpflich ab, auch wenn Sophie ihren Wettkampf nach drei starken Geräten leider abbrechen musste. So war der Weg zur besten Turnerin dieser offenen Klasse frei für Anja Berger (Abenheim). Aber auch ohne die letzte Übung von Sophie reichte es für den TV Mölsheim zum Sieg vor Abenheim.
Bei den Turnerinnen 12 + j. siegte überlegen mit 20 Punkten Vorsprung die TG Westhofen. Pauline Schaum erwies sich hier als stärkste Turnerin. Die zweite Mannschaft de TV Monsheim erreichte mit dem denkbar knappsten Abstand von 0,05 Punkten den 2. Platz vor Horchheim.
Und schließlich konnte im Wettkampf der Zehnjährigen + j. Anastasia Martin (Abenheim) beweisen, dass sie zwei ehemals aktive „Turnverrückte“ als Eltern hat. Sie holte in dieser Klasse die Tageshöchstwertung vor Amelie Leimer und Lara Werner aus der Siegermannschaft des TV Mölsheim und belegte Platz zwei mit dem Abenheimer Team.
Die jeweils ersten beiden Mannschaften pro Wettkampf (außer den beiden jüngsten Jahrgängen) haben die Qualifikation zu den Rheinhessen-Meisterschaften am 10./11. Oktober in Alzey im Gustav-Heinemann-Schulzentrum geschafft, wo sie auf die starke Konkurrenz der Turngaue Alzey, Bingen und Mainz treffen werden.
Die verbleibenden zwei Wochen sollten von den Turnerinnen und den Trainern intensiv genutzt werden, um die Mädchen auf diese Aufgabe vorzubereiten.