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Do., 30. November 2017, 17:28 Uhr
Das Heinrich-Völker-Bad soll durch ein Café attraktiver werden und die Umgebung davon profitieren / Eröffnung für Sommer 2018 geplant
Aktualisierung des Berichts: Bäckereifiliale unter dem Stelzenbau am Hallenbad
Die Animation zeigt, wie die "Brotzeit" im Sommer 2018 öffnen soll.
Von Gernot Kirch Im öffentlichen Teil der Sitzung des Wormser Stadtrates am Mittwoch wurde über die Vermietung des Bereiches unterhalb des Stelzenbaus (ehemaliger Umkleidebereich) des Heinrich-Völker-Bades an die Bäcker Görtz GmbH abgestimmt. Bei vier Gegenstimmen (Grüne) und zwei Enthaltungen wurde dem Antrag mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Vertragsbedingungen wurden im Anschluss in nicht-öffentlicher Sitzung festgelegt. Der Pachtvertrag ist zunächst für die Dauer von 15 Jahren geschlossen, allerdings besteht ein Verlängerungsoption.
Eröffnung im Sommer 2018
Am Donnerstag präsentierten Vertreter der Stadt Worms sowie der Bäcker Götz GmbH das Projekt. Baudezernent Uwe Franz (SPD) berichtete dabei, dass die Gespräche zwischen der Stadt und Vertretern der Firma Görtz seit rund anderthalb Jahren im Gange seien. Im Mai 2016 sei die Idee für ein Café unter dem Stelzenbau des Schwimmbades an ihn herangetragen worden. Im Februar 2017 habe er den Stadtrat informiert und im September 2017 hätten bei einer gemeinsamen Sitzung von Freizeitbetriebe und Bauausschuss beide Gremien ihre Zustimmung gegeben. Auf der Stadratssitzung am 29. November sei die endgültige Zustimmung gefallen.
Der weitere Fahrplan sehe vor, dass die Bäcker Görtz GmbH noch im Dezember 2017 den Bauantrag stelle. Die Baugenehmigung könne dann für März oder April 2018 erwartet werden. Der geschäftsführende Gesellschafter Peter Görtz ergänzte hier, dass er mit einer Bauzeit von rund vier Monaten rechne, sodass die „Brotzeit“, so der Name der Bäckereifilialen mit integriertem Café, noch im Sommer 2018 öffne.
Der erste Bauabschnitt bestehe darin, die Fahrradständer auf Kosten seines Unternehmens vom bisherigen Standort unter dem Stelzenbau weiter in Richtung Eingang des Hallenbades zu verschieben.
55 Sitzplätze und Thekenbereich
Peter Götz führt aus, dass die „Brotzeit“ im Inneren über 55 Sitzplätze an kleinen Tischen verfügen werde. Dazu käme im Sommer ein Außenbereich, der in der warmen Jahreshälfte zum Verweilen einlade. An der Theke im Inneren gebe es die typischen Backwaren wie Brot und Brötchen zum Mitnehmen, der Kern seiner Idee sei es aber, einen Treffpunkt zu schaffen, in dem die Leute kleine Snacks essen und einen Kaffee trinken könnten. Er biete etwa verschiedene Frühstücksvarianten an.
Zu seiner Unternehmung sagte Peter Görtz, dass sie rund 1.800 Mitarbeiter beschäftigten und über 156 Filialen im Bereich Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verfügten. Der Jahresumsatz belaufe sich auf rund 95 Millionen Euro. In die Brotzeit unter dem Stelzenbau werden rund 500.000 Euro investiert. Die „Brotzeit“ wird an sieben Tagen die Woche geöffnet haben. An sechs Tagen ist die Kernöffnungszeit von 6 Uhr bis 19 Uhr und sonntags von 8 bis 18 Uhr.
Kein Zugang vom Hallenbad aus
Ein Wermutstropfen des neuen Cafés ist allerdings, dass es vom Hallenbad aus keinen direkten Zugang gibt, der Badegast also nicht mit Schwimmshorts und Schlappen ins Café gehen kann. Der Besuch der „Brotzeit“ ist nur nach oder vor dem Hallenbadbesuch möglich.
Der Geschäftsführer der Wormser Freizeitbetriebe Dieter Haag wies daraufhin, dass das Bistro im Inneren des Schwimmbades seit zweieinhalb Jahren geschlossen sei und die Nachvermietung nicht gelungen sei. Im Sommer werde es dabei bleiben, dass es im Freibad einen Kiosk gebe, der vom Integrationsbetrieb der Stadt geführt werde. Man achte darauf, dass Bäckerei Görtz und Kiosk im Freibad nicht das gleiche Sortiment hätten. Am Kiosk bekommen der Gast etwa Bratwurst oder Eis, beides gebe es bei Görtz nicht.
Umbau Hallenbad
Abschließend sagte Uwe Franz, dass in dem Stelzenbau zukünftig ein Liege- und Sportbereich eingerichtet bzw. vergrößert werde. Dies passe in das Konzept, das Heinrich-Völker-Bad zu einem Sport- und Gesundheitsbad zu machen. Das Spassbad sei in dieser Ausrichtung Vergangenheit. Zum Konzept des Sport- und Gesundheitsbad gehöre auch, dass das Warmwasser-Außenbecken in ein „normales" Schwimmbecken umgewandelt werden soll. Wobei es für die Kosten von rund 4,5 Millionen Euro eine Förderung vom Bund bzw. Land bedarf. Es seien bereits entsprechende Anträge gestellt, vielleicht gelinge es 2019 in das Förderprogramm zu kommen.
Bleibt einzig die Frage, ob die Parkplatzsituation rund um Heinrich-Völker-Bad, Fitness-Studio und Stadion eine weitere Anlaufstation wie ein Café verkraftet, denn neue Stellplätze werden keine geschaffen? Im Ausschuss, so Volker Roth von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, sei man der Auffassung gewesen, das die Parkplatzsituation nur an einigen Tagen im Jahr anspannt sei.