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  • So., 27. März 2022, 12:27 Uhr
    Fußball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar: TSG Pfeddersheim und BFV Hassia Bingen trennen sich nach fesselnder Nachspielzeit 2:2-Unentschieden

    Allerhand Turbulenzen im Uwe-Becker-Stadion

    Heimdebüt für den 19-jährigen Mittelfeld-Spieler Aymen Chahloul (vorne links am Ball): Der deutsch-tunesische Supertechniker gab der Offensive der TSG Pfeddersheim nach seiner Einwechslung gut eine halbe Stunde vor dem Spielende etliche positive Impulse. Dennoch kam Pfeddersheim über ein 2:2-Remis gegen BFV Hassia Bingen nicht hinaus. Foto: Felix Diehl


    VON JÜRGEN JAAP | Achterbahnfahrt der Gefühle für die Fußballer der TSG Pfeddersheim und des BFV Hassia Bingen: Im spannenden Rheinhessen-Derby der Abstiegsrunde der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar ging es hin und her, rauf und runter. Lange sah die TSG Pfeddersheim wie der Sieger aus. Hassia Bingen kam zurück, glich spät aus und schien die Punkte durch den 2:1-Treffer in der Nachspielzeit einzusacken. Doch Pfeddersheim ergab sich nicht in die drohende erste Niederlage im Jahr 2022. Auf den letzten Drücker erzwang die TSG fast mit dem Schlusspfiff das 2:2-Unentschieden. Nach einem Wellenbad der Gefühle ganz speziell in den finalen zwanzig Spielminuten konnte Pfeddersheim wegen der gleichzeitigen Niederlage des 1. FC Kaiserslautern II seine Führung im Klassement der Abstiegsrunde ausbauen und bleibt 2022 auch im sechsten Meisterschaftsspiel ungeschlagen. Alles in Butter also rund um das Uwe-Becker-Stadion in Pfeddersheim?!

    Sebastian Kaster: „Unser größter Gegner war der Platz“

    Nicht so ganz zumindest bei Daniel Wilde. „Ich kann dem späten Punktgewinn wenig Positives abgewinnen“, dominierte beim 33 Jahre jungen Trainer der TSG eher die Enttäuschung über „eine schwache zweite Hälfte unserer Mannschaft“. Was, wie TSG-Kapitän Sebastian Kaster unterstrich, zu einem gehörigen Maße auch am schlechten Zustand des Rasens im Uwe-Becker-Stadion lag. „Unser größter Gegner war heute der Platz“, fand der beste Spieler des Rheinhessen-Derbys. Gepflegtes Kurzpassspiel, das den technisch versierten Pfeddersheimern gewissermaßen in der DNA liegt? Auf dem holprigen Geläuf nicht möglich. „Wir mussten andere Mittel finden“, so Kaster weiter. Lange Bälle in die Spitze und zahlreiche Standards prägten folglich das Spielgeschehen.

    TSG bestimmt erste Halbzeit

    Trotz des miserablen Rasens und der Ausfälle von Torwart Patrick Stofleth (Corona), Mittelfeld-Motor Tobias Bräuner (muskuläre Probleme) und Stürmer Vllaznim Dautaj (Knieverletzung) bestimmte der Favorit die erste Hälfte weitestgehend. Ein Lupfer von Patrick Huth landete zunächst auf der Latte (6.), aber ein Diagonalpass von Huth auf Sebastian Kaster führte zur frühen 1:0-Führung, die der schnelle Stürmer der TSG mit einem trockenen Schuss ins linke Eck besorgte (15.). Melchisedec Yeboah hätte erhöhen können (31., 37.), Kaster kurz vor der Pause im Eins-gegen-Eins mit Bingens Torwart Fabian Haas fast müssen. Die TSG war das bessere Team, ließ aber auch zwei dicke Chancen der Hassia zu. Sebastian Platten zwang TSG-Keeper Alexander Loch nach einem Freistoß zur Glanzparade (27.), und bei einem der wenigen Konter der Gäste scheiterte Yannik Wex am Außenpfosten (41.).

    Bingen kämpft sich in die Partie

    Mit der knappen TSG-Führung ging’s in die Pause. Und aus der kam Pfeddersheim prima in Person von Sebastian Kaster zurück. Der agile und ballsichere TSG-Angreifer nimmt einen Steilpass gekonnt aus der Luft, vernascht zwei Gegenspieler und setzt das Leder an den linken Pfosten (50.). Bingen kämpfte sich nach dieser TSG-Großchance mit bissigem Zweikampfverhalten in die Partie. Erst konnte Alexander Loch einen Freistoß von Yannik Wex gerade noch zur Ecke über die Latte lenken (71.), beim nächsten Angriff der Binger war der Pfeddersheimer Torwart allerdings machtlos. Die TSG-Abwehr drischt einen Querpass nicht weg, Wex schnappt sich den Ball, schießt, wird abgeblockt und bedient damit Axel Neumann, der aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich abstaubt (72.).

    Kraftakt von Kaster und Huth retten Serie der TSG

    Rein in die aktionsgeladene und turbulente Schlussphase. Wex mit spektakulärer Direktabnahme einer Flanke (86.), Kaster aus der Drehung vom Strafraumeck (89.) und eine Huth-Ecke an die Latte (90.) sorgten für Aufregung im Minutentakt. Nach einem erneuten Ballverlust der TSG im Spielaufbau und dem folgenden Freistoß von Shai Santino Neal auf den Kopf von Sebastian Platten, der zum 1:2 einnetzt (90.+1), schien es um die Serie der TSG von sechs Spielen ohne Niederlage geschehen. Doch mit den Turbulenzen war es im Uwe-Becker-Stadion mit dieser Aktion längst nicht vorbei. Mathias Tillschneider tankt sich rechts durch, bedient Sebastian Kaster, der für Patrick Huth auflegt. Ein strammer Linksschuss ins linke Eck, Jubel, der 2:2-Ausgleich in der dritten und letzten Minute der Nachspielzeit. Ein Kraftakt der drei auffälligsten Akteure der TSG Pfeddersheim sorgte zumindest für ein kleines Happyend aus Sicht der Gastgeber im Rheinhessen-Derby.

    Fußball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar – Abstiegsrunde:
    TSG Pfeddersheim – BFV Hassia Bingen 2:2 (1:0)
    TSG Pfeddersheim: Loch – Amos, Tillschneider, Lutz (46. Lieberknecht), Bhatti (74. Himmel) – Haber, Öhler – Huth, Schünke (61. Chahloul) – Kaster, Yeboah (83. Schmidt).
    Karten: TSG Pfeddersheim – Gelb: Amos (70.). / BFV Hassia Bingen – Gelb: Wex (20.), Bayir (73.).
    Tore: 1:0 Kaster (15.), 1:1 Neumann (72.), 1:2 Platten (90.+1), 2:2 Huth (90.+3).
    Zuschauer: 135.
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