
Von Marcus Diehl › Der 22. Nibelungenlauf ist zu Ende. Ein Laufevent, das viel Freude bereitet hat. Das einzige Manko waren Wasserpfützen vom morgendlichen Starkregen. Aber ansonsten hatten die Läuferinnen und Läufer beste Voraussetzungen, um ihre Wunschzeiten zu erreichen.
Der Nibelungenlauf besticht als Volkslauf: Bei der Frage des SWR1-Moderators Veit Berthold kurz vor dem Start, wer zum ersten Mal in Worms mitlaufe, gingen einige Hände nach oben. Bei der zweiten Frage, wer schon öfters dabei gewesen sei, waren die nach oben schnellenden Hände in eindeutiger Überzahl. Das spricht für den Nibelungenlauf. Er wird gerne angenommen. Sportlerinnen und Sportler kommen immer wieder gerne. So wie der Wormser Lothar Holl, der bisher immer dabei war.
Natürlich sind aber auch neue Läuferinnen und Läufer gerne gesehen. Über seinen Schwager kam Daniele Patti in diesem Jahr zum Nibelungenlauf. „Er war schon öfters dabei und meinte, es wäre doch eine gute Einheit mit Blick auf den Frankfurt Marathon im Oktober.“ Für den gebürtigen Bürstädter, war es ein gelungener Start. „Eine sehr schöne Laufstrecke, nur im Wäldchen haben mir die Zuschauer etwas gefehlt.“ Dass die Strecke als sehr schnell gilt, konnte er bei seiner Endzeit feststellen. Er lag nach seinem Halbmarathon sieben Minuten unter seiner vorgenommenen Zeit.
Wenn der Lauf in den Trainingsplan passt, kann auch schon der eine oder andere Spitzenathlet dabei sein. Mit Jana Uderstadt startete im Halbmarathon eine Triathletin, die zur Spitze in ihrer Sportart in Deutschland gilt. In Worms geboren, lebt und trainiert sie mittlerweile in Darmstadt. Sie bereitet sich momentan auf den Ironman auf Hawaii vor, der in vier Wochen stattfindet. Mit fast zehn Minuten Vorsprung gewann sie vor der Konkurrenz.
Beim 10 KM-Lauf stand Christian Flügel auf dem Siegerpodest. Aus der Pfalz kommend, startete er für das Team Renolit, das wieder in großer Stärke vertreten war. Das besondere an ihm – er ist der Trainer der Laufgruppe. „In den letzten fünf Wochen haben wir sehr intensiv trainiert. Wer wollte, durfte mitmachen. Diese, für mich, neue Erfahrung, hat mir sehr viel Spaß gemacht.“ Durchaus angespornt von seinen Schützlingen, holte er sich den Titel in einer Zeit, mit der er nicht gerechnet hätte.
Die zehn Kilometer bei den Frauen holte sich Julia Könnel vom 1. FC Kaiserslautern. Sie gilt mit ihrem dritten Triumph in Folge schon als Seriensiegerin. Dabei konnte sie ihre Siegerzeit jedes Mal steigern. Ein Engländer war beim Halbmarathon der schnellste. Andy Sears gewann vor dem Lampertheimer Stefan Adams.
Wenn die Läufer und Läuferinnen zufrieden sind, dann ist der Organisator Dieter Holz ebenfalls zufrieden. Für ihn fällt die Last ab, wenn der Startschuss erklingt, welcher dem Sportdezernenten Timo Horst vorbehalten war. Das einzige Übel waren einige unbelehrbare Sportlerinnen und Sportler, die nach der Mixed Zone mit ihren Getränken wieder in den Zielbereich zurückkehren wollten und damit die folgenden Teilnehmer vielleicht behindert hätten – denn genau dort beginnt die zweite Runde im Halbmarathon.