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  • Mo., 03. Juni 2019, 14:32 Uhr
    Tennis: Herren 50 des TuS Worms-Weinsheim schaffen Klassenerhalt der Rheinhessenliga durch einen 13:8-Heimsieg über TC Eimsheim

    Als Lohn ein Grappa für jeden Papa

    Läuft und läuft und läuft: Klaus Christmann ist nicht nur wegen seiner ausgezeichneten Kondition ein Sieggarant im Kader der Herren 50 des TuS Worms-Weinsheim. Der frühere Oberliga-Fußballer des VfR Wormatia Worms hat dazu das Auge für den richtigen Tennisschlag. Das brachte ihm in der Sommerrunde 2019 bisher vier Einzelsiege in vier Spielen ein. Foto: Marcus Diehl.


    Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland
    VON JÜRGEN JAAP | Die Medenspiele, so heißen die Mannschafts-Saisonspiele des Sommers im Tennis der Jugend und Erwachsenen in Deutschland, gehen so langsam in allen Spielklassen in die entscheidende Phase im Kampf um den Klassenerhalt oder Aufstieg. Der NK lässt die gelben, grünen oder weißen Filzkugeln in seiner Serie „Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland“ über die Tennisnetze der Region fliegen. Werfen wir dazu einen Blick in die Rheinhessenliga der Herren 50. Die Tenniscracks des TuS Worms-Weinsheim, letzten Sommer Aufsteiger aus der A-Klasse, wollten gegen TC Eimsheim den entscheidenden Sieg in der neuen Spielklasse im Kampf um den Klassenverbleib landen.

    Vatertag, regional auch Herren- oder Männertag genannt. In deutschen Landen ist es guter Brauch, dass Männer – oft vor einen Bollerwagen „gespannt“ – an Christi Himmelfahrt durch die Gemarkungen ziehen und ausgelassen ihren Ehrentag feiern. Nicht so die Herren 50 des TuS Weinsheim. Gut, feiern wollten sie am Ende des Vatertags auch ausgelassen. Zuvor aber hatte die Mannschaft um Teamchef Wilfried Kissel einen Schweiß treibenden Auftrag: Mit einem Heimsieg über die Tennis-Herren 50 des TC Eimsheim sollte der Klassenerhalt in der Rheinhessenliga unter Dach und Fach gebracht werden. Also den Bollerwagen zur Seite geschoben, die Tennissaiten gerichtet, die Tennisschuhe geschnürt und die Tennisbälle herausgeholt. Ran ans Werk gehen sieben gestandene Tennisspieler, Männer und Väter des TuS Worms-Weinsheim.

    Kampf um jeden Krümel roter Asche

    „Wir rechnen uns heute etwas aus für das kleine Abstiegsfinale“, meint Wilfried Kissel, der seit 25 Jahren aktiv für den TuS Worms-Weinsheim den Schläger schwingt, kurz vor den ersten Ballwechseln. Schon letztes Spieljahr trafen beide Teams in Eimsheim aufeinander. Die Wormser hatten hauchdünn die Nase vorne. Und genauso eng ging es auch in den ersten drei Einzeln zu. Michael Holschuh, Klaus Christmann und Hans Joachim Schollenberger griffen für den TuS zum Schläger. Ihre Partien waren von langen Ballwechseln geprägt. Hin und her ging es. Drei Matches auf Augenhöhe. Und: „Ein hartes Stück Arbeit“, wie Klaus Christmann nach seinem 6:3 und 6:4 über Hansi Grassmann zu Protokoll gab. Zuvor lieferten sich beide Tenniscracks ein sehenswertes Spiel mit allen Schlagvarianten, die den Tennissport so attraktiv machen. Stoppbälle, Lobs, Passierbälle – das ganze Repertoire. „Klaus, oh Klaus, das gibt’s doch gar nicht“, stöhnte Hansi Grassmann ob der unermüdlichen Laufarbeit des ehemaligen Oberliga-Fußballers des VfR Wormatia Worms auf der anderen Netzseite. Schier jeden Ball erlief Klaus Christmann auf dem roten Sandplatz. „Das ist sein Spiel“, konstatiert Wilfried Kissel.

    Michael Holschuh und Hans Joachim Schollenberger hatten genau wie Klaus Christmann sofort in den Kampfmodus geschaltet. Der starke erste Aufschlag von Schollenberger und der flache Rückhand-Slice von Holschuh sorgten für manchen Punkt auf dem Habenkonto der Gastgeber. Beide Weinsheimer rangen ihre Gegner nach intensiven Sätzen knapp nieder. Immer auf dem Platz dabei: der Respekt vor dem Gegner. Im emotionalen und mit vielen Kommentaren beider Akteure „garnierten“ Duell der beiden Topspieler zwischen Daniele Bertoli und Werner Midinet etwa. „Ich bin oafach zu brav“, wetterte der temperamentvolle gebürtige Italiener im rheinhessischen Dialekt nach leichten Fehlern und drei vergebenen Satzbällen im ersten Durchgang. Auch das Spiel der Einser war ein enges Ding, aber diesmal mit dem besseren Ausgang für die Gäste aus der Nähe von Guntersblum.

    Teamchef Wilfried Kissel macht Deckel drauf

    Keine engen Kisten dagegen für Wilfried Kissel und Teamoldie Wolfgang Döpfner (64). Die beiden Routiniers warfen ihre ganze Erfahrung in die Waagschale und schnappten sich ihre beiden Einzel jeweils sicher in zwei Sätzen. Dass Wolfgang Döpfner zwischendurch bemerkte „wie eine deutsche Eiche bewegungslos zu wirken“, tat der klaren 10:2-Führung der Gastgeber nach den Einzeln keinen Abbruch. Ein Doppel musste nun noch her zum Klassenerhalt. Nur logisch, dass die Punktegaranten Klaus Christmann und Kapitän Wilfried Kissel im Dreierdoppel den Deckel auf den Klassenerhalt setzen sollten, Die Taktik ging voll auf. Christmann und Kissel gewannen unangefochten. Der 13:8-Sieg war in trockenen Tüchern.

    Nicht ganz so trocken blieb es übrigens beim „Nachspiel“ der beiden befreundeten Teams. So mancher Papa genoss seinen wohlverdienten Grappa zu leckeren Frikadellen mit Zigeunersauce. Denn eines ist bei den Herren 50 des TuS Worms-Weinsheim nach Medenspielen stets Pflicht: „Ein guter Grappa gehört beim TuS zu jedem Tennisspiel“, bekundet Wilfried Kissel, „egal wie das Spiel auch immer endete.“ Und wenn’s dazu so erfolgreich war, wie in der Partie gegen den TC Eimsheim, dann mundet der leckere Tresterbrand aus Italien gewiss noch ein wenig besser.

    Tennis Herren 50 Rheinhessenliga
    TuS Worms-Weinsheim – TC Eimsheim 13:8 (12:7)
    Einzel:
    1: Daniele Bertoli vs. Werner Midinet 6:7 | 4:6
    2: Michael Holschuh vs. Roman Jelden 6:4 | 6:3
    3: Wilfried Kissel vs. Axel Grassmann 6:4 | 6:1
    4: Klaus Christmann vs. Hansi Grassmann 6:3 | 6:4
    5: Wolfgang Döpfner vs. Rainer Haas 6:3 | 6:2
    6: Hans Joachim Schollenberger vs. Hubertus Krebs 6:7 | 6:1 | 12:10
    Doppel:
    1: Bertoli / Döpfner vs. Midinet / Hansi Grassmann 1:6 | 2:6
    2: Holschuh / Klaus Enzenbach vs. Jelden / Axel Grassmann 0:6 | 4:6
    3: Kissel / Christmann vs. Kurt Spindler / Krebs 6:0 | 6:1

     
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