
Von Marcus Diehl › Absolut unnötig und am Ende überraschend war der Abstieg aus der A-Klasse in der letzten Saison für Rhenania Rheindürkheim. Nach einer starken Vorrunde kam der Einbruch nach der Winterpause. Den Klassenerhalt haben sie zuhause verspielt. In der Auswärtstabelle stand die Rhenania auf dem dritten Tabellenplatz, umgekehrt war die Bilanz auf heimischem Boden. Zu allem Überfluss wurde im Relegationsspiel gegen Flonheim/Lonsheim eine 2:0-Führung bis zur 87. Minute nicht über die Zeit gebracht. Am Ende stand nach der Niederlage im Elfmeterschießen der Abstieg in die B-Klasse fest.
Die Mannschaft hat das Drama sehr gut weggesteckt. Der Kader ist zusammengeblieben, und die Rückkehr in die höhere Klasse wird angestrebt. Ein Umstand, den Trainer Steffen Keller erfreut. „Wir haben den Abstieg im Sommer aufgearbeitet. Nach der harten Erfahrung haben sich die Jungs darauf besonnen, wieder nach vorne zu blicken und ein neues Ziel ins Auge zu fassen.“ Genau diesen Vorsatz haben sie bisher gekonnt umgesetzt. Noch drei Spieltage sind zu absolvieren, bevor die Meisterrunde starten kann. Zusammengesetzt mit der B-Klasse Nord steht Rhenania momentan mit sechs Punkten Vorsprung auf dem Spitzenplatz.
Eine Saison, in der Steffen Keller eigentlich zufrieden sein kann. „Ja, einigermaßen. Gerne hätten wir natürlich in den beiden Derbys gegen Abenheim und Eich/Hamm ein paar Zähler mehr mitgenommen.“ Es herrscht gute Stimmung im Team. Der Coach freut sich über eine starke Trainingsbeteiligung und über eine motivierte Einstellung gegen alle Gegner. Wenn die Chancenverwertung und die Cleverness in einigen Situationen noch besser werden, kann am Ende etwas Großes gelingen. Pech hatte das Team mit vielen verletzungsbedingten Ausfällen. Nach und nach werden die Rekonvaleszenten wieder zurückkommen und können ein wichtiger Faktor im Aufstiegsrennen werden.
Denn Neuzugänge gibt es nicht zu verzeichnen. Mit Blick auf die Tabelle der B-Klasse Süd gibt es für Steffen Keller keine Überraschung. Alle Teams stehen da, wo sie stehen sollten. Nur die FT/Alemannia Worms hatte er etwas stärker eingeschätzt. Das Rennen in der Meisterrunde ist momentan eine große Unbekannte. Die Leistungsdichte dürfte in der Nordgruppe größer sein. Dort ist sie sehr ausgeglichen. „Die Mannschaften verfügen über große individuelle Qualitäten. Das werden auf alle Fälle zehn spannende Spiele für uns. Dort müssen wir uns beweisen.“
Zum Nachteil für die Rhenania oder auch für Abenheim könnte die Ausgeglichenheit der Teams im Norden sein. Alle Teams aus der Gruppe können noch oben angreifen, während aus der Südgruppe der Punkterückstand schon größer ausgeprägt scheint. Das weiß auch Steffen Keller. „Während bei den Teams aus der Südgruppe schnell ein wenig die Luft raus sein kann, werden die aus dem Norden immer hundert Prozent bei der Sache sein.“ Der Blick geht zuerst einmal auf sein Team. Die Rhenania muss weiter so performen. Ändern möchte der Trainer im Ansatz vermutlich nichts. Wie bisher wird jeder Gegner gewissenhaft angenommen, ohne den Spielstil komplett zu verändern.
Als Spitzenreiter werden sie die Gejagten sein. „Ob wir gejagt werden, ist für uns zweitrangig. Wer aufsteigen will, muss so viele Spiele wie möglich gewinnen.“ Der Druck wird von Woche zu Woche steigen. Letzte Saison herrschte der Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, um nicht abzusteigen. Jetzt könnte ein anderer Druck auf die Rhenania zukommen – um siegreich zu sein. „Druck legt man sich nur selber auf. Aber besser diesen Druck als den im letzten Jahr“, spricht Steffen Keller.
Für ihn persönlich ärgerlich ist die Tatsache, dass es in dieser Saison einen Aufsteiger weniger geben wird. Sein Ziel ist für die restliche Spielzeit, so viele Spiele zu gewinnen wie möglich. Unabhängig davon, ob man neunzig Prozent der Spieltage vorne steht, denn abgerechnet wird am Ende. Sie chatten mit GPT-4o. KI-Chats zeigen möglicherweise falsche oder anstößige Informationen an.