Dom und St. Martin: Heute fand nach zweijähriger Pause ein erweitertes Krippenspiel in der Martinskirche statt / Aufführung auch im Dom St. Peter am 2. Weihnachtsfeiertag in der Messe um 10 Uhr
Alte Geschichte um ewig aktuelles Thema
Pfarrer Maximilian Wagner leitete den kurzweiligen Gottesdienst, den Domkantor Dan Zerfaß musikalisch begleitete. Natürlich durfte ein mit den Kindern und der Gemeinde gesungenes „O du fröhliche…“ zum Abschluss nicht fehlen. Foto: Robert Lehr
Von Robert Lehr › Am heutigen Heiligen Abend war es endlich wieder soweit: In der Martinskirche am Ludwigsplatz konnte nach zweijähriger Pause wieder das traditionelle Krippenspiel der Pfarrgruppe Dom St. Peter und St. Martin Worms stattfinden. So war es auch kein Wunder, wie voll besetzt das romanische Kleinod war und mit welchem Enthusiasmus die Kinder die Weihnachtsgeschichte um Maria, Josef und das Christuskind sowie die Heiligen Drei Könige aufführten. Gerade die Jüngsten haben ganz besonders unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten und so wurde das Spiel mit größter Freude nicht nur von den Familien der Ausführenden erwartet.
Ohnehin spielt die Martinskirche im Kanon der katholischen Tradition eine ganz besondere Rolle. Ist sie doch dem heiligen Martin von Tours geweiht, der als römischer Soldat im 4. Jahrhundert in Worms vor einer Schlacht gegen die Germanen den Wehrdienst verweigerte. Der Legende nach steht die Kirche genau an der Stelle des Kerkers, in der Martin wegen seiner Kriegsdienstverweigerung geworfen wurde.
Die Wormser Martinskirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Foto: Robert Lehr
Herberge auch für Geflüchtete
Auch der Krieg spielt in dem Krippenspiel eine ganz besondere Rolle, denn in diesem Jahre bestand es aus zwei Teilen: Zunächst der klassischen Weihnachtsgeschichte und dann einem kleinen Spiel, in dem es um geflüchtete Menschen geht, die bei uns eine Zuflucht vor Krieg, Verfolgung und Not zu finden hoffen – hier wird deutlich, wie ewig aktuell das Thema und eine sichere Bleibe ist!
Und wie bei Maria und Josef half die Gemeinde beim „Anklopfen“ an die Herbergstür lautstark auch bei den Geflüchteten mit. Begleitet von dem Wunsch „Schicke sie nicht weg und lasse sie rein, dann wird auch Gott bei Dir sein“.
Einstudiert wurden die gezeigten Geschichten von Martina Bauer, der Leiterin der kath. Kindertagesstätte St. Lioba am Dom, gemeinsam mit Julius Gutmann, der derzeit seinen Bundesfreiwilligendienst in der Wormser Doppelgemeinde leistet.
Erarbeitet wurde die Aufführung in den letzten Wochen im Rahmen des Erstkommunionunterrichtes, für den Martina Bauer sich ebenso verantwortlich zeichnet. Unterstützt werden die Erstkommunikantinnen und -kanten von den Kindern, die bereits im vergangenen Jahr zur hl. Kommunion im Dom und St. Martin gegangen sind.
Auch am 2. Weihnachtsfeiertag wird dieses besondere Krippenspiel im Dom St. Peter im Rahmen der Messe um 10 Uhr aufgeführt.