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  • Di., 28. April 2015, 13:42 Uhr
    Ausstellung zur Gewaltprävention in der Nibelungenschule

    Alternativen zu Gewalt entwickeln

    Von links: Wolfgang Schneider vom Verein Sicheres Worms und Dezernent Waldemar Herder lassen sich von Schülern der Nibelungenschule durch die Ausstellung führen.

    Was macht häusliche Gewalt mit Kindern? Wie lernen Kinder, mit Streit umzugehen? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich die interaktive Ausstellung „ECHT FAIR“, die derzeit in der Nibelungenschule Station macht. Hintergrund der Aktion: Das Thema Gewaltprävention hat längst Einzug in alle Schularten gehalten. Es ist verankert in Leitbildern, Lehrplänen,  bei den Schulleitungen, den Lehrkräften sowie bei Eltern und in der Schülerschaft. In der Fachdiskussion und in der praktischen Arbeit der letzten Jahre zeigte sich jedoch immer deutlicher, dass ein Aspekt schulischer Gewaltprävention bislang nur selten angemessen berücksichtigt wurde: die Tatsache, dass viele Mädchen und Jungen aller Altersstufen selbst Opfer und Zeugen häuslicher Gewalt werden. Diese oft gravierenden Erfahrungen beeinträchtigen nicht nur deren schulischen Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, sondern legen Konfliktlösungsmuster nahe, die in Schulen zu massiven Problemen führen können. „Mit der Ausstellung sollen Kinder und Jugendliche unter anderem dazu angeregt werden, Alternativen zu Gewalt zu entwickeln“, erklärt Netzwerkkoordinatorin Ulrike Grob-Weidlich.


    Die Ausstellung ist so konzipiert, dass die Schüler aktiv mitmachen können. An sechs Säulen werden verschiedene Themengebiete behandelt. Unter dem Stichwort „Gewaltig!“ etwa werden verschiedene Formen der Gewalt aufgezeigt, die Jungen und Mädchen wiederfahren können. Dabei wird auch die Frage der Schuld angesprochen, denn viele Opfer schreiben sich selbst zumindest eine Teilschuld zu. Unter der Fragestellung „Wie fair streitest du? Mache den Test!“ können die Schüler darüber hinaus ihr eigenes Verhalten reflektieren.


    Die Säule „Mit Gefühl“ zielt auf die Gefühle der jeweiligen Person ab und will den Jugendlichen vermitteln, dass sie ihren Gefühlen vertrauen können. Bei der Aufgabenstellung „Du bist beim Casting“ können die Schüler verschiedene Gefühle zum Ausdruck bringen.


    Die Ausstellung zeigt zudem auf, wo sich Betroffene Hilfe holen können. Um die Angst vor einem offenen Gespräch zu nehmen, können die Schüler Ausschnitte aus Beratungssituationen mithören. Auch eine kleine Broschüre mit Telefonnummern und Ansprechpartnern liegt an der Station „Hilfe!“ bereit. Diese Säule gefällt etwa Nina aus der achten Klasse der Nibelungenschule besonders gut. „Es ist wichtig, auch zu zeigen, wo man Hilfe suchen kann“, erklärt sie.


    „Ich bin froh, dass die Ausstellung in Worms zu Gast ist, denn es ist sehr beeindruckend zu sehen, wie sich die Schüler dort mit dem Thema Gewalt auseinandersetzen“, betont Bildungsdezernent Waldemar Herder, der die Ausstellung selbst in Augenschein genommen hat.


    Dass die Ausstellung tatsächlich ankommt, wird im Gespräch mit den Streitschlichtern der Nibelungenschule deutlich. Die  ausgebildeten Jugendlichen begleiten andere Schüler durch die Ausstellung. „Die Themen werden sehr einprägsam angesprochen. Die Ausstellung steigert Werte, die in der Gesellschaft heute wichtig sind“, macht Admir aus der neunten Klasse deutlich. Hilfreich sei die Darstellung verschiedener Arten von Gewalt und wie man damit umgehen könne, ergänzt Tony. Nach seinem Empfinden mache die Säule „Gewaltig!“ am meisten Eindruck auf die Schüler.


    Der Arbeitskreis Wormser Interventionsprojekt gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen hat als Veranstalter in Kooperation mit dem Netzwerk Kinderschutz und mit finanzieller Unterstützung durch den Verein Sicheres Worms und den Weißen Ring die Ausstellung nach Worms geholt. Margit Zobetz, Leiterin der Nibelungenschule, hatte die Aula zur Verfügung gestellt. Angesprochen werden sollen insbesondere die Realschulen plus. Die Ausstellung ist noch bis 30. April zu Gast in Worms.


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