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17.39 Uhr | 4. November 2019
Handball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Frauen: TG Osthofen kommt über ein enttäuschendes 21:21-Unentschieden gegen das punktlose Schlusslicht DJK SF Budenheim nicht hinaus

Am Ende geht die Courage flöten

VON JÜRGEN JAAP | Die Enttäuschung ist schier greifbar in der Wonnegauhalle Osthofen. „Mir fehlen jetzt ein wenig die Worte“, ist Marcus Otterstätter kurz nach der Schlusssirene nicht wirklich nach detaillierter Spielanalyse zu Mute. Ähnlich wie seine Spielerinnen und viele der 150 Zuschauer muss der Trainer der TG Osthofen erst einmal nach Luft schnappen. Die Fakten sind der digitalen Anzeigetafel zu entnehmen. 21:21 steht dort zu lesen.

Zur Pause stand es im Handball-Spiel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zwischen der TG Osthofen und den bis dahin noch punktlosen Gästen der DJK Sportfreunde Budenheim 14:10. Lange deutete alles auf das vorher als „Pflichtsieg“ einkalkulierte Resultat eines sicheren Heimsieges. Doch irgendwie ging den TGO-Frauen in Hälfte zwei der Partie zusehends die Courage flöten. Das Spiel mündete in ein Remis, das TGO-Coach Marcus Otterstätter nachher, ganz Sportsmann, als „völlig verdient für Budenheim“ wertete.

Spannende Schlussminuten
Immerhin: Auch, wenn die TGO-Frauen speziell im zweiten Durchgang gegen die junge Mannschaft aus Budenheim weit hinter ihren Möglichkeiten blieben, so gab es doch wenigstens eine geradezu dramatische Schlussphase. 59:00 Minuten zeigte die Uhr beim Spielstand von 21:21, als Marcus Otterstätter eine Auszeit nimmt. Den vorgegebenen Spielzug wirft TGO-Rückraum-Spielerin Mona Schmitt in Richtung Tor, wird dabei hart gefoult. Den fälligen Strafwurf aus sieben Metern setzt Kristina Graf unglücklich an den Pfosten. Kein Siegtreffer, sondern Auszeit Budenheim 15 Sekunden vor dem Spielende. Das Prunkstück der TG Osthofen, die 6:0-Abwehr, hält. Wenigstens keine Niederlage.

Gute erste Hälfte, schwache zweite Halbzeit
Trösten kann der eine Punkt aber kaum, startete die TGO-Sieben doch trotz der zuletzt vier Niederlagen in Serie schwungvoll, mutig und mit etlichen spielerischen Akzenten ins Match. Mona Schmitt aus dem linken Rückraum und Kapitänin Kristina Graf am Kreis sorgten bald für eine 9:4-Führung (17.). Das Manko laut Marcus Otterstätter: „Wir haben aus der Überlegenheit zu wenig gemacht, hätten zur Pause viel höher als mit vier Toren führen müssen.“ Nach dem Wechsel wurden die Defizite in der Offensive offenbar. 

Von den Außenpositionen kam nichts, Ann-Katrin Hauck merkte man im rechten Rückraum an, dass sie angeschlagen ins Match ging. Vom Strafpunkt wurden drei freie Würfe versiebt. Einzig TGO-Torgarantin Mona Schmitt lieferte voll ab. Da half es dann auch nicht viel, dass die gut von Kristina Graf und Jasmin Bott aus dem Mittelblock heraus organisierte TGO-Abwehr nur 21 Gegentore zuließ. Nach 60 Minuten fehlten Marcus Otterstätter die Worte. Und dem TGO-Coach und seinen Spielerinnen stand die Enttäuschung über den noch aus der Hand gegebenen Sieg ins Gesicht geschrieben.

TG Osthofen: Haag, Kleinewächter; Schmitt (11/4), Köhler, Schnaubelt, Knierim, Bott, Kohm, Blanz (1), Kristina Graf (4), Hauck (2), Fahrnbach (3/3), Thurow.

Zuschauer: 150.

Zerreißprobe: Mona Schmitt wurde häufig gleich von mehreren Spielerinnen der Sportfreunde Budenheim „beackert“. Die wendige Haupttorschützin der TG Osthofen erzielte dennoch insgesamt elf Tore. Foto: Felix Diehl

Zerreißprobe: Mona Schmitt wurde häufig gleich von mehreren Spielerinnen der Sportfreunde Budenheim „beackert“. Die wendige Haupttorschützin der TG Osthofen erzielte dennoch insgesamt elf Tore. Foto: Felix Diehl

 

 

 

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Geschrieben in Handball, Sport, Sport-Mix

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