Di., 27. Mai 2014, 08:36 Uhr
Erfolgreicher Märchenabend „unter dem Kronleuchter“ im Museum Heylshof
An den Karawanenfeuern der Seidenstraße
Seidenstraße – ein Begriff, der mehr ist, als eine geografische Verortung. Ein Begriff, der träumen und Bilder aufkommen lässt, von Karawanen schwer bepackter Lastkamele auf endlos staubigen Trampelpfaden und Wüstenwegen zwischen Venedig, Samarkand und Peking. Weit über ein Jahr waren diese Karawanen etwa zur Zeit des Marco Polo unterwegs. Am Abend, wenn die Tiere versorgt waren, hatten die Männer, die mit ihnen zogen, am Nachtfeuer endlich Zeit, sich auszuruhen. Das war dann die Stunde der Gespräche, der Geschichten und Märchen.
Fünf solcher Märchen hatte Alfred Pointner für den jüngsten Märchenabend „unter dem Kronleuchter“ im Museum Heylshof ausgesucht, den der „Wormser Märchen-und Sagenkreis“ zusammen mit dem Kunstmuseum veranstaltete. Im gut besuchten Runden Saal begann er mit einem türkischen Karawanenmärchen und hatte bald durch seine bekannte und geschätzte Sprachkunst das Publikum in seinen Bann geschlagen. Nicht lesen, sondern erzählen war angesagt und wieder zeigte sich schnell, wie einmalig Volksmärchen durch einen gekonnten Erzähler Leben und Farbe zu gewinnen vermögen. Gleichgültig ob die Karawanenmärchen aus Samarkand stammten, aus Persien, der Mongolei oder China, stets verstand es Pointner, mit den bunten und fantastischen Abenteuern ihrer Helden seine Zuhörer zu begeistern.