
Die Auftragslage im Elektrohandwerk ist gut, doch der Branche fehlt es an qualifizierten Fachkräften. Hauptursache für den Personalmangel sind zumeist schlecht qualifizierte Bewerber. Bei einem Besuch im Innungsfachbetrieb für Elektrotechnik Küchler erkundigten sich die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Anklam-Trapp, Kreishandwerksmeister Bernd Kiefer und VG Bürgermeister Ralph Bothe über die Ausbildungschancen im Elektrohandwerk.
„Jedes Lehrjahr unterzeichnen wir mindestens einen Ausbildungsvertrag“, berichtete Jürgen Küchler nicht ohne Stolz. Seit knapp 21 Jahren betreibt der Elektromeister seinen Fachbetrieb in Flörsheim-Dalsheim und beschäftigt dort zurzeit insgesamt 14 Mitarbeiter. Ginge es nach ihm, würde er am liebsten alle Absolventen mit gutem Ergebnis langfristig an das Unternehmen binden. Denn qualifizierte Nachwuchskräfte sind auch im Elektrohandwerk zurzeit gefragter denn je.
Vor allem im Bereich der Bauelektrik mangle es zurzeit an qualifizierten Arbeitskräften, bestätigte Kreishandwerksmeister Bernd Kiefer. Aus diesem Grund werbe die Kreishandwerkerschaft auch verstärkt an Schulen für das Elektrohandwerk. „Nicht nur die Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis nach der Ausbildung, sondern auch die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten sprechen für dieses Berufsbild“, erklärte Kiefer.
Es sei wichtig jungen Menschen zukunftsfähige Aus- und Weiterbildungsplätze vor Ort zu bieten, betonte Anklam-Trapp. Neben Schulpraktika nennt die Abgeordnete das „Einstiegsqualifizierungsjahr“ (EQJ), wie es auch im Elektrobetrieb Küchler angeboten wird, als wichtiges Instrument für einen Berufseinstieg. Die berufsvorbereitende Maßnahme ermögliche es jungen Menschen übergangslos in ein Ausbildungsverhältnis übernommen zu werden. Vorteil dieser Art des „Langzeitpraktikums“ sei der Erhalt einer monatlichen Vergütung sowie der Besuch der Berufsschule, so die Abgeordnete.
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