
VON FLORIAN HELFERT Ob im Arbeitsleben oder in der Freizeit: Für Menschen ohne Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben, Rechnen oder im EDV-Bereich ist gesellschaftliche Teilhabe besonders schwer. Nun haben sich neben der Nibelungenstadt insgesamt 17 weitere Städte und Landkreise in fünf Bundesländern entschlossen, gezielt Analphabetismus abzubauen und Betroffene wie in Worms verstärkt für die Grundbildungsangebote der Volkshochschulen zu gewinnen.
„Mit rund 58 Prozent sind die meisten funktionalen Analphabeteninnen und Analphabeten Muttersprachler“, berichtete Tammo Grabbert für den Verband der Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz im Beisein des Wormser Sozialdezernenten Waldemar Herder vorgestern in einer Pressekonferenz in der VHS Worms. Nach einer 2011 veröffentlichten Studie der Universität Hamburg können 14,5 Prozent der erwerbsfähigen Bürgerinnen und Bürger nur unter sehr großen Mühen Lesen und Schreiben, so dass sie als sogenannte funktionale Analphabeten gelten.
„Bei rund 85.000 Einwohnerinnen und Einwohnern leben somit statistisch betrachtet circa 7.500 funktionale Analphabeten in Worms, die wir mit unseren Kursangeboten gerne erreichen möchten“, stellte Agnes Denschlag als Leiterin der Wormser Volkshochschule als „Ort der zweiten und dritten Chance“ fest.
Lesen und Schreiben lernen
Anschließend legten Grundbildungsbeauftragte Sarah Mühleck und Kursleiterin Barbara Braun dar, sowohl Alphabetisierungskurse für Anfänger- und Fortgeschrittene als auch Fortbildungen für kommunale Beschäftigte Bürgerbüros und anderen publikumsintensiven Bereichen anzubieten. „Dabei können wir in unserem Haus auf eine langjährige Tradition unserer Alphabetisierungskurse blicken“,lobte Waldemar Herder die Arbeit der Volkshochschule.
Dank des bis Juli 2018 laufenden Projektes „AlphaKommunal – Transfer: Kommunale Strategie für Grundbildung“ werden alle teilnehmenden Kommunen durch den Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) und seine Landesverbände unterstützt. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), wobei es auch an das von der Landesregierung und dem Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt GrubiNetz – Kompetenznetzwerk Grundbildung und Alphabetisierung Rheinland-Pfalz“ anknüpft.
Anonyme Telefonberatung
Eine anonyme Beratung ist auch beim deutschlandweiten alfa-Telefon unter 0800/53334455 möglich.
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