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  • Mo., 17. September 2018, 15:38 Uhr
    Wirtschaftfsförderungsgesellschaft beobachtet städtische Entwicklungen / OB Kissel: Einzelhandel zukunftsfähig machen

    Analyse zu urbanen Trends liegt vor

    „Das komplexe Zusammenspiel von physischer und virtueller Welt wirkt sich auch auf den Handel aus“: Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für die Stadt Worms mbH (wfg), die sich mit urbanen Entwicklungen beschäftigt.

    Als städtische GmbH, die auch die Innenstadtbetreuung zur Aufgabe hat, betreibt die wfg auch Grundlagenarbeit und Marktbeobachtung. „Dies ist die Grundlage für unser Innenstadtkonzept, das zum Ziel hat, mit verschiedensten Aktivitäten die Attraktivität zu steigern“, erläutert Oberbürgermeister Michael Kissel. Dazu gehörten die Positionierung des Facheinzelhandels ebenso wie die Verknüpfung von Einzelhandel und innerstädtischen Veranstaltungen, eine positive Außendarstellung sowie eine starke Positionierung im Umland. Der Entwicklungsbereich der Innenstadt erstreckt sich vom Eingang der „KW“ am Hauptbahnhof über die Hafergasse bis hin zum Ludwigsplatz.

    Fortschreitende Sanierungen des öffentlichen Raums

    Mit dem erfolgten Ausbau und Neugestaltung der Fußgängerzonen „KW“ und „Römischer Kaiser“,  der aufwändigen Sanierung des Lutherplatzes und der Ringanlagen entlang der Stadtmauer und verschiedenen Platzgestaltungen ist  in den vergangenen Jahres bereits einiges geschehen, um im öffentlichen Raum für Aufenthaltsqualität zu sorgen. „An verschiedenen Stellen dieser Achse wollen wir weitere Verbesserungen erreichen“, so der Stadtchef. Dazu gehören eine Imageverbesserung der Wilhelm-Leuschner-Straße, eine Aufwertung des Eingangs zur Hafergasse, die Anbindung des Doms an die Fußgängerzone, eine qualitative Aufwertung der Hardtgasse und die Belebung des Ludwigsplatzes nach der Sanierung der Tiefgarage.

    „Eine Aufwertung der Innenstadt ist essentiell, um attraktiv zu bleiben und den Einzelhandel zu stärken, gerade im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung“, unterstreicht der OB. Wichtige Partner für die Stadt seien hierfür der Stadtmarketingverein mit dem Einzelhandelsbreirat,  der einmal im Monat tagt. Es gehe allerdings nicht nur darum, optisch attraktiv für die Kunden zu sein, sondern auch darum, auf die sich verändernden Bedürfnisse einzugehen. „Die Menschen setzen heute vermehrt auf regionale Herkunft der Produkte, auf Nachhaltigkeit, auf besondere Angebote wie vegetarische oder vegane Produkte“, erklärt der Oberbürgermeister. Nur, wer diese Trends erkenne und annehme, könne im Wettbewerb attraktiv bleiben.

    Zahlreiche „Happenings“

    „Eine Stadt muss aufgeschlossen und freundlich sein statt exklusiv“, konstatiert zudem die Analyse der wfg. Und gerade hier hat sich in den vergangenen Jahren in Worms bereits viel getan: „Happenings“ wie verkaufsoffene Sonntage, die lange Einkaufnacht, das Pop-Up-Festival, die Eisbahn oder auch der sich stetig weiterentwickelnde Wochenmarkt beleben und bereichern die Innenstadt und den Einzelhandel und vereinen Kultur- und Shoppingerlebnis.

    Kulturprofile vertieft

    Im Hinblick auf die Attraktivität sei auch der Ruf, der einer Stadt vorauseile, ein Faktor für den Erfolg, legt die Analyse dar. Dabei geht es um Alleinstellungsmerkmale, um Marken, um Besonderheiten, die es nirgendwo anders gibt. Worms mit seinen Kulturprofilen Nibelungen, Wein, Dom, Luther und Jüdisches Worms hat auch in dieser Hinsicht viel zu bieten und vermarktet diese Profile nicht nur touristisch. Die Nibelungen etwa sind ein immer wiederkehrendes Element des Stadtmarketings, das Lutherjahr und das Domjubiläum brachten jeweils etliche Besucher nach Worms. Die Zusammenführung von physischer und virtueller Welt spielte bei diesen beiden herausragenden Ereignissen eine nicht unwesentliche Rolle. Und beim Rheinland-Pfalz-Tag konnte die Stadt mit der virtuellen Spiele-App „schaz“, die in Zusammenarbeit mit der Wormser Hochschule entstand, neue Maßstäbe setzen. „schaz“ bietet nicht nur Spiel und Spaß, sondern beinhaltet zugleich eine virtuelle Stadtführung, die darüber hinaus allerhand Wissenswertes über die Nibelungenstadt vermittelt.

    Online-Bewertungen als neue Mund-Mund-Propaganda

    „Wir können sicher sein, dass das Internet der Dinge künftig das Konsumverhalten noch weiter verändern wird. Darauf müssen wir entsprechend reagieren“, macht der Stadtchef deutlich. Das „Internet der Dinge“ steht für die Verknüpfung physischer Objekte mit einer virtuellen Repräsentation in einer Internet-ähnlichen Struktur. Ziel ist es, automatisch relevante Informationen aus der realen Welt zu erfassen, miteinander zu verknüpfen und im Netzwerk verfügbar zu machen. Schon heute sind online-Bewertungen aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. „Die Mund-zu-Mund-Propaganda findet heute in verstärktem Maße im Internet statt und hat damit eine weitaus höhere Reichweite“, weiß der OB. Umso wichtiger sei es, sich als Stadt attraktiv zu präsentieren und damit weitere Besucher anzulocken.

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