Vor der JuBA mit der Ape: Dezernent Waldemar Herder, Agentur-Geschäftsführerin Heike Strack, MdB Tabea Rößner, Jobcenter-Chef Jürgen Rajewicz und sein Stellvertreter Markus Holzmann stehen den MdB Jan Metzler und Manuel Höferlin zur Seite, die den Comfort der von Daniel Ferino gestalteten Ape testen.
Die Wormser Jugendberufsagentur (JuBA) gehört zu den innovativsten und besten fünf Einrichtungen dieser Art in ganz Deutschland. Grund genug für die drei Bundestagsabgeordneten Jan Metzler, Manuel Höferlin und Tabea Rößner, einmal hinter die Kulissen zu blicken. Dabei hatte der geplante Besuch der drei MdB ursprünglich einen ganz anderen Anlass: Die Bundesregierung hatte bis vor Kurzem geplant, die Zuständigkeit der arbeitsmarktlichen Förderung von jungen Menschen unter 25 Jahren von den Jobcentern auf die Agenturen für Arbeit nach dem SGB III zu übertragen, um Mittel im Bundesarbeits- und -sozialministerium (BMAS) einzusparen. Vor wenigen Tagen ruderte das BMAS jedoch zurück.
Städtetag und Kommunen dagegen
„Der Widerstand seitens des Deutschen Städtetags und einzelner Kommunen scheint diesmal Erfolg gehabt zu haben“, zeigte sich der Wormser Bildungs- und Sozialdezernent Waldemar Herder erleichtert. Diese Entscheidung hätte die ganze Arbeit konterkariert, sind sich alle JuBA-Akteure einig. Für Bürgergeldansprüche hätten Jugendliche und junge Erwachsene demnach beim Jobcenter und für Beratung und Vermittlung bei den Arbeitsagenturen vorsprechen müssen. Eine ganzheitliche, sozialraumorientierte Betreuung wäre damit nicht mehr gewährleistet gewesen.
Großes Engagement
Dass das noch recht junge JuBA so erfolgreich ist, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Resultat aus viel Herzblut, das alle Beteiligten einbringen. Der sich inzwischen deutlich abzeichnende Erfolg der JuBA lasse sich auch mit der Immobilie direkt hinter dem Hauptbahnhof in Verbindung bringen, meint Markus Holzmann, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters, der den Bezug des Neubaus als „Glücksfall“ bezeichnet.
Mal eben schnell auf dem Weg von der Schule beim Bahnhof vorbeischauen – kein Problem. Noch dazu ist vor allem der so genannte Service Point im Erdgeschoss auf die Bedarfe Jugendlicher ausgerichtet. Neben Liegestühlen und Sofa gibt es einen Tischkicker, ein Bücherregal und eine Kaffee-Bar. Das Herzstück bildet der Terminal-Bereich mit mehreren Computern, wo die Jugendlichen recherchieren, aber eben auch Bewerbungen schreiben können; bei Bedarf natürlich unterstützt von den Mitarbeitern.
Niedrigschwelliger Zugang
„Ein niedrigschwelliger Zugang ist für diese Zielgruppe besonders wichtig“, weiß Ralf Decker, der das Kinder- und Jugendbüro leitet. Eine Stigmatisierung gibt es hier nicht. In der JuBA spielt es keine Rolle, ob junge Menschen kommen, die einfach nur kurz ihre Bewerbungsunterlagen checken lassen möchten, eine Berufsberatung benötigen oder bereits Leistungen beziehen. Noch während sich die Bundestagsabgeordneten im Service Point umschauen, fragt ein junger Mann, der kurzfristig obdachlos geworden ist, nach Rat.
„Komm‘ doch einfach gleich vorbei, dann schauen wir, was wir für dich tun können“, erhält er als Antwort. Auch solche Situationen sind für die Mitarbeiter der JuBA nicht ungewöhnlich. „Die Jugendlichen kommen mit unterschiedlichsten Anliegen zu uns. Auch private Probleme werden hin und wieder erörtert“, berichten die Mitarbeiter.
Größeres Jugendzentrum
Eine solche zentrale Anlaufstelle für junge Menschen wünscht sich Dezernent Waldemar Herder auch: ein Jugendzentrum auf einer Brachfläche der Deutschen Bahn. „Unser Haus der Jugend in der Würdtweinstraße ist stark in die Jahre gekommen und außerdem viel zu klein“, erläutert er. Alleine könne die Stadt ein solches Vorhaben jedoch nicht stemmen. Die JuBA selbst beschreibt Waldemar Herder als „Reparaturbetrieb“ für Dinge, die in der Vergangenheit für junge Menschen nicht optimal gelaufen sind.