Am Freitag findet der Bürger im Info-Mobil Ratschläge zum Sichern der eigenen vier Wände
Anzahl der Einbrüche hat sich verdoppelt
Die Einbruchszahlen in Worms haben sich im Laufe eines Jahres verdoppelt. Foto: djd/ABUS
Von Gernot Kirch Die Zahlen sind alarmierend. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Wohnungseinbrüche in Worms verdoppelt. Gab es im Jahr 2014 vom 1. Januar bis zum 30. September insgesamt 60 Einbrüche, waren es im gleichen Zeitraum des Jahres 2015 schon 117 dieser Delikte. Auf einer Pressekonferenz am Dienstag gab die Polizeidirektion Worms diese Zahlen bekannt. Das Bedenkliche daran, die dunkle Jahreszeit mit vielen Einbrüchen hat gerade erst begonnen. Nach Informationen der Polizei gingen die Delikte teilweise auf Banden aus Osteuropa, aber auch auf deutsche Täter zurück. Der Anstieg der Wohnungseinbrüche ist dabei ein landes- und bundesweites Phänomen. Die Aufklärungsquote liegt bei nur 20 Prozent.
Schnell rein, schnell raus
Im Rahmen der Pressekonferenz erläuterte Wolfgang Schneider vom Verein „Sicheres Worms“ wie die Täter meist vorgingen. Für die Einbrecher gelte dabei der Grundsatz: „Schnell in das Haus reinkommen, rasch Bargeld und Schmuck finden und gleich wieder raus aus dem Gebäude.“ Die Zeiten, in denen die Täter Fernsehapparate oder Stereoanlagen aus dem Gebäude schleppten, seien vorbei. Die Einbrecher beabsichtigten auch nicht die Konfrontation mit den Bewohnern.
Nicht nur in den Abendstunden
Erfolgten die Einbrüche früher meist nur in den Abend- und Nachtstunden, sind die Diebe jetzt auch tagsüber unterwegs, so Wolfgang Schneider. Es werde einfach an der Haustür geklingelt, ob jemand zu Hause sei. Reagiere niemand, so Wolfgang Schneider, machten sich die Männer meist an der Rückseite des Haues an Terrassentüren, Fenstern oder Kellereingängen zu schaffen. Bei schlecht gesicherten Zugängen benötige ein Straftäter nicht mal drei Minuten und er sei im Haus.
Beute von 3.200 Euro
Etwas mehr als die Hälfte der Einbrüche in Worms finde in einzeln stehenden Häusern statt, die andere Hälfte in Wohnungen. Im Durchschnitt würden die Täter bei einem Einbruch laut einer bundesweiten Statistik Geld und Sachwerte in Höhe von 3.200 Euro erbeuten.
Vier Dinge beachten
Niemand sei vor einem Einbruch ganz sicher, so Wolfgang Schneider gegenüber der Presse am Dienstag, aber jeder könne viel tun, damit sich das Risiko, ein Opfer zu werden, verringere:
1) Das Haus sollte auch bei Abwesenheit der Eigentümer den Eindruck machen, als sei jemand Zuhause. Also Licht durch eine Zeitschaltuhr anknipsen lassen, Bewegungsmelder oder Fernsehflimmern durch entsprechende Geräte vortäuschen und keinesfalls auf den Anrufbeantworter sprechen, dass man drei Wochen in Urlaub sei. Ähnliches gelte für Facebook-Einträge.
2) Die Wachsamkeit in der Nachbarschaft erhöhen.
3) Die eigenen vier Wände besser sichern. Speziell Türen und Fenster einbauen lassen. Darüber hinaus kein Leichtsinn mehr. Dies bedeutet etwa, niemals Fenster auf „Kipp“ stehen lassen, wenn man das Haus verlässt oder den Schlüssel unter die Matte legen. Auch Rollladensicherungen seien zweckmäßig.
4) Das eigene Hab und Gut richtig versichern, damit im Falle des Einbruchs der Schaden in Grenzen gehalten werden kann. Es müssten auch immer Vandalismusschäden bedacht werden. Und niemals größere Bargeldbeträge im Haus aufbewahren.
Info-Mobil
Am Freitag, dem 6. November, steht ab 10 Uhr ein Info-Mobil der Polizei aus Mainz auf dem Wormser Obermarkt. Hier können sich Bürger über Möglichkeiten des Schutzes vor Einbrüchen sachkundig machen und Fragen stellen.