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  • Fr., 07. April 2017, 17:43 Uhr
    POLLICHIA Grünstadt-Frankenthal: Freilaufende Hunde während der Brut- und Setzzeit gefährlich für Natur und Landschaft / Bußgelder bis 50.000 Euro

    Appel an das Verantwortungsbewusstsein und die Aufsichtspflicht

    Ob in den Naturschutzgebieten „Haardtrand – Im hohen Rech“ am Nordostrand des Grünstadter Berges oder „Sporen“ in Bobenheim-Roxheim, ob im Landschaftsschutzgebiet „Heidewald“ zwischen Birkenheide und Weisenheim a. Sd. oder an zahlreichen weiteren Stellen:

    Wie in jedem Frühjahr ist auch 2017 im Einzugsbereich der POLLICHIA-Regionalgruppe Grünstadt-Frankenthal – das sind der Umkreis der Städte Worms und Frankenthal sowie der Norden des Kreises Bad Dürkheim und des Rhein-Pfalz-Kreises – wieder das Problem um frei laufende Hunde zu beklagen. Verantwortungslose Hundeführer schädigen Natur und Landschaft auf diese Weise nicht unerheblich.

    Seit längerem schon müssen Ornithologen in dieser Gegend eine starke Beeinträchtigung der Brut von Feldlerchen, Rotkehlchen und Nachtigallen feststellen. Diese Arten sind Boden- und Heckenbrüter. Die Nester solcher Tiere befinden sich auf ebener Erde oder in Bodennähe. Diese angeborene Nistplatzwahl birgt: einen erheblichen Nachteil: Gelege und Jungvögel sind von natürlichen Feinden leicht zu finden.

    In ungestörter Wildnis ist dies unproblematisch. Bedenklich wird es jedoch für diese Vogelgruppe, wenn im Außenbereich der Städte und Dörfer „unnatürliche“ Beutesucher wie nicht angeleinte Hunde umherstreifen und dabei Nester zerstören. Selten gewordene Arten wie Ziegenmelker und Wiesenpieper, die ohnehin nur noch in geschützten Arealen vorkommen, sind durch stöbernde Hunde mancherorts so gut wie verschwunden.

    Aber auch Rehe und andere Wildtiere verenden qualvolle Weise: Nicht nur Bisse hetzender Hunde, auch die Flucht des Wildes selbst birgt höchste Gefahr. Wenn eine derart panische Flucht von einem Zaun aufgehalten wird, ist ein tödlicher Ausgang oft vorprogrammiert. Von Hunden gehetzt, verletzen sich Wildtiere oft schwer. Sie können aber auch auf eine Straße und vor das nächste Auto geraten. Dann kommen zusätzlich Menschenleben in Gefahr. Spricht man Zeitgenossen an, die in dieser kritischen Zeit mit frei laufenden Hunden in Natur und Landschaft unterwegs sind, behaupten diese häufig, der Hund jage nicht, sondern spiele lediglich.

    Im Frühjahr sind aber Wildtiere am anfälligsten und am leichtesten zu reißen: In den Monaten März, April und Mai ist die Gefahr für Wild, von Hunden gehetzt und dabei getötet zu werden, rund dreimal so hoch wie von August bis November. Im April ist regelmäßig die höchste Zahl an gerissenen Rehen zu beklagen. Das liegt unter anderem daran, dass die weiblichen Tiere jetzt hochträchtig sind und damit auch eine leichtere Beute für streunende Hunde darstellen als zu anderen Zeiten .

    Hinzu kommt später eine große Zahl im Frühling geborener Jungtiere, die allzu häufig Opfer von unbeaufsichtigten Hunden werden. Diese können ihren angeborenen Beutetrieb natürlich nicht unterdrücken. Die POLLICHIA Grünstadt-Frankenthal appelliert aber an das Verantwortungsbewusstsein und die Aufsichtspflicht der Hundehalter, gerade jetzt ihre Tiere in Wald, Feld und Flur an die Leine zu nehmen.

    Vielerorts enthalten Natur- oder Landschaftsschutzverordnungen sowie kommunale Gefahrenabwehrverordnungen diesbezüglich ausdrückliche Anordnungen. Hinweisschilder verdeutlichen dies. Nichtbeachtung derartiger Regelungen ist ordnungswidrig und wird entsprechend geahndet. Im Rhein-Pfalz-Kreis beispielsweise finden stichprobenartig Kontrollen statt, auch an den Wochenenden. Die Bußgelder können bis zu 50.000 Euro betragen.

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