Konjunktur beflügelt den Arbeitsmarkt / Sorgen um Nachwuchs / Wachsende Zahl an offenen Stellen / Qualifikationsniveau eine zentrale Herausforderung
Arbeitslosenquote blieb mit 7,1 Prozent unverändert
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im September zeigte sich auf allen regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,0 auf 4,8 Prozent, Stadt Mainz von 6,1 auf 5,8 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 4,1 auf 3,8 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 3,6 auf 3,4 Prozent. In der Stadt Worms blieb die Quote stabil bei 7,1 Prozent. Archivbild: Robert Lehr
Der Wormser Arbeitsmarkt startet mit ausgesprochen guten Zahlen in den Herbst. Die boomende Konjunktur wirkte auch im September als Jobmotor und sorgte dafür, dass zahlreiche Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden konnten. Sowohl die Unterbeschäftigung als auch die Arbeitslosigkeit gingen erneut zurück. Die Arbeitslosenquote blieb mit 7,1 Prozent unverändert auf dem niedrigsten Wert seit Dezember 2011. „Wer jetzt einen Job hat, ist vor Entlassung so sicher wie selten zuvor“, kommentiert Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur, die aktuelle Entwicklung. „Die Betriebe machen sich berechtigte Sorgen, dass ihnen der Nachwuchs ausgeht. Gute Fachkräfte möchte man da auf jeden Fall halten.“ Dies zeige sich, so Decker, auch an der Entwicklung an der so genannten zweiten Schwelle, dem Übergang von der Ausbildung in den Beruf. In den zurückliegenden Jahren meldeten sich immer weniger junge Menschen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos.
Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung haben es dagegen deutlich schwerer am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Wormser Arbeitsagentur setzt deshalb schon seit längerem verstärkt auf deren Qualifizierung. So nahm die Zahl der Teilnehmenden an Maßnahmen zur Aktivierung und Eingliederung im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. Aus diesem Grund lag auch die Zahl der in der so genannten Unterbeschäftigung erfassten Personen im September über der des Vorjahres. Deutlich gestiegen ist auch die Zahl der Teilnehmer an Integrationskursen.
Qualifikationsniveau eine zentrale Herausforderung
„Ein gutes Qualifikationsniveau möglichst für alle arbeitssuchenden Menschen zu erreichen, wird in den kommenden Jahren die zentrale Herausforderung sein“, so Decker. „Wir haben eine stetig wachsende Zahl von offenen Stellen im Bestand, und viele davon sind zunehmend schwer zu besetzen, weil Fachkräfte mit dem entsprechenden Wissen und den geforderten Fähigkeiten fehlen. Da gilt es gezielt gegenzusteuern.“ So sei es auch noch im Erwachsenenalter durchaus möglich, einen Berufsabschluss nachzuholen. Decker: „Wir erleben es in der Beratung häufiger, dass Bewerberinnen und Bewerber im Erwachsenenalter, Vorbehalte gegenüber einer Weiterbildung oder Umschulung haben. Diese Menschen möchte ich ausdrücklich ermuntern, sich nicht davor zu verschließen, die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Wir können in vielen Fällen Weiterbildungen finanziell unterstützen“.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im September waren in der Stadt Worms insgesamt 34.640 Personen als unterbeschäftigt registriert, das waren 7 weniger als im August, aber 38 oder 0,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. 3.187 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 23 weniger als im August und 346 oder 9,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb 7,1 Prozent unverändert. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote bei 8,7 Prozent gelegen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften schwächte sich im September zwar ab, lag aber über dem Niveau des Vorjahres. Gemeldet wurden vor allem Stellen aus dem Handel und dem Bereich der Information und Kommunikation. Weniger Stellen gingen von Zeitarbeitsfirmen und öffentlichen Verwaltungen ein.
Von den 3.187 Arbeitslosen im September wurden 1.035 von der Arbeitsagentur und 2.152 vom Jobcenter Worms betreut. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im September entfiel ausschließlich auf die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosengeld-I-Empfänger. Die Zahl der Arbeitsuchenden im Kontext von Fluchtmigration betrug im September 719. Der Anteil an allen Arbeitsuchenden betrug damit 11,6 Prozent. An Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nahen im September 911 Personen teil. 119 oder 15 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.