Frühjahrsaufschwung gewinnt in Worms an Fahrt / Arbeitslose finden neue Jobs
Arbeitslosenquote sinkt auf 7,2 Prozent
Archivbild: Robert Lehr
Im Mai hat der diesjährige Frühjahrsaufschwung in der Wormser Wirtschaft noch einmal an Schubkraft hinzugewonnen und erneut für eine positive Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt gesorgt. Durch die gute Auftragslage gab es bei den Betrieben weiterhin einen großen Bedarf an neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Vor allem aus den Bereichen Gesundheit- und Sozialwesen, Handel, Bau- und Gastgewerbe sowie aus der öffentlichen Verwaltung wurden zahlreiche offene Stellen gemeldet. Dadurch fanden rund 270 arbeitslos gemeldete Männer und Frauen, darunter auch viele, die schon längerfristig arbeitslos waren, eine neue Beschäftigung und sorgten für einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Auf der anderen Seite verloren im Mai weniger Personen ihren Job als noch im April. Einige der Menschen die sich im Mai arbeitslos melden mussten, hatten zuvor eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme absolviert und stehen nun für die Besetzung offener Stellen zur Verfügung.
Nicht alle Azubis werden übernommen
Dadurch sank im Mai auch die Zahl der Personen, die in der so genannten Unterbeschäftigung erfasst werden. Insgesamt lag die Zahl der Maßnahmeteilnehmer aber weiterhin auf dem Niveau des Vorjahres. Wie um diese Jahreszeit üblich meldeten sich auch zahlreiche junge Menschen, die nach ihrer Berufsausbildung von ihrem Lehrbetrieb nicht übernommen werden oder nicht übernommen werden wollen, arbeitslos. Dies waren allerdings weniger als vor einem Jahr.
„Wir merken, dass die Betriebe zunehmend darauf bedacht sind, ihre Fachkräfte und insbesondere die Nachwuchskräfte zu halten“, erklärt Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Gerade jetzt, wo viele noch auf der Suche nach neuen Auszubildenden für das kommende Ausbildungsjahr sind, spüren die Firmen, dass es mit dem Nachschub an Fachkräften immer enger wird.“ Auch wenn die Situation für Jugendliche deshalb recht komfortabel sei, rät Decker allen jungen Menschen, die jetzt die Schule abschließen, die Ausbildungs- und Studienwahl nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Wer bisher noch nichts Passendes gefunden habe, solle sich unbedingt beraten lassen.
Studium nicht immer die beste Wahl
Die Berufsberater der Arbeitsagentur geben im Dschungel der rund 350 Ausbildungsberufe wichtige Orientierungshilfen, zeigen Alternativen auf und kennen die Betriebe, die noch freie Ausbildungsstellen haben. Insgesamt warten noch rund 1900 Ausbildungsstellen auf eine passende Besetzung. „Darunter gibt es auch noch viele Stellen, die insbesondere auch für Abiturienten als Alternative zum Studium recht attraktive Angebote darstellen“, sagt Decker. Ohnehin sei nicht für jeden, der das Abitur in der Tasche habe, ein Studium die beste Wahl. Auch für junge Menschen, die zwar ein Studienfach im Blick haben, aber noch zweifeln, ob sie dem Ganzen gewachsen sind, hat die Arbeitsagentur ein Angebot: Mit einem studienfeldbezogenen Beratungstest kann man seine Eignung für das jeweilige Studienfach überprüfen lassen.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Mai waren in Worms insgesamt 4.748 Personen als unterbeschäftigt registriert, das waren 172 weniger als im April und 14 weniger als vor einem Jahr. 3.229 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 152 weniger als im April und 430 oder 11,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote fiel von 7,6 auf 7,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote bei 7,3 Prozent gelegen. Von den 3.229 Arbeitslosen im Mai wurden 1.040 von der Arbeitsagentur und 2.189 vom Jobcenter Worms betreut. Der Rückgang im Mai entfiel in der Hauptsache auf die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosengeld-I-Empfänger. Die Zahl der Arbeitsuchenden im Kontext von Fluchtmigration stieg im Mai auf 695. Der Anteil an allen Arbeitsuchenden betrug damit 10,9 Prozent. 346 der Geflüchteten besuchen derzeit einen Sprach- oder Integrationskurs. Weitere 116 befinden sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem ersten Arbeitsmarkt lag im Mai mit 242 neu gemeldeten Stellen etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Mai zeigte sich auch auf allen regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,2 auf 5,0 Prozent, Stadt Mainz von 6,4 auf 6,2 Prozent, Stadt Worms von 7,6 auf 7,2 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 4,1 auf 4,0 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen von 3,8 auf 3,7 Prozent.