ARBEITSMARKTBERICHT: Abflauende Konjunktur hinterlässt erste Spuren auf dem Arbeitsmarkt / Arbeitslosigkeit stagniert
Arbeitslosenquote unverändert
Die Arbeitslosenquote im Monat August blieb unverändert bei 6,7 Prozent.
Nachdem sich die Konjunktur im zweiten Quartal 2019 deutlich verlangsamt hat, hinterlässt die konjunkturelle Abkühlung nun auch erste Spuren auf dem Wormser Arbeitsmarkt. Anders als in den beiden Vorjahren hielt die übliche Sommerflaute auch im August an und ließ die Arbeitslosigkeit auf dem Stand des Vormonats verharren. Im August waren es vor allem ältere Arbeitnehmer über 50 Jahre, die sich arbeitslos meldeten, während die Zahlen bei den jüngeren unter 25 Jahren rückläufig waren. Weiterhin deutlich unter dem Wert des Vorjahres blieb die Unterbeschäftigung, in der unter anderem auch Maßnahmeteilnehmer erfasst werden. „Die Zahlen zeigen, dass Jugendliche, die sich nach der Ausbildung arbeitslos melden mussten, recht schnell wieder in eine neue Beschäftigung einmünden“, erläutert Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur, die aktuellen Zahlen. Weiterhin positiv verlief die Entwicklung beim Jobcenter Worms. Mit insgesamt 3.817 waren im August 273 Haushalte weniger auf die Unterstützung durch das Jobcenter angewiesen als im Vorjahr. Entsprechend waren auch bei den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten über 360 Personen weniger registriert als ein Jahr zuvor. „Durch das neue Teilhabechancengesetz können wir jetzt auch denjenigen eine neue Perspektive zur Teilhabe am Arbeitsmarkt eröffnen, die den Anschluss daran schon sehr lange verloren haben“, so Decker. „Wir sind da gemeinsam mit zahlreichen Betrieben auf einem sehr guten Weg, und ich bin sicher, dass die Initiative durch die bisherigen guten Erfahrungen auch bei anderen Betrieben Schule machen wird.“ Nachdem die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern zuletzt an Dynamik eingebüßt hatte, blieb sie im August auf hohem Niveau stabil. Laut der Agenturleiterin besteht daher in Sachen Fachkräftemangel trotz einer abflachenden Konjunktur nach wie vor dringender Handlungsbedarf. Dies gelte auch für Nachwuchskräfte. Auch nach dem offiziellen Start des neuen Ausbildungsjahres gebe es noch rund 1200 offene Ausbildungsstellen. „Und das ist nicht etwa eine Resterampe“, so Decker. „Auch in den nachgefragten Berufen gebe es noch zahlreiche Möglichkeiten. „Wer jetzt zu Beginn des neuen Schuljahres merkt, dass der Besuch einer weiterführenden Schule doch nicht die richtige Entscheidung war, hat immer noch gute Chancen in seinem Wunschberuf in das Berufsleben einzusteigen. Die Berufsberatung vergibt kurzfristig Termine“
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im August waren in Worms insgesamt 4.217 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 24 weniger als im Juli und 71 oder 1,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. 3.082 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, 4 weniger als im Vormonat, aber 112 oder 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote 6,5 Prozent betragen. Von den 3.082 Arbeitslosen im August wurden 1.070 von der Arbeitsagentur und 2.012 vom Jobcenter Worms betreut. Mit 294 Stellen wurden im August 55 Stellen weniger gemeldet als im Vormonat, aber 71 mehr als im Vorjahr. Der Stellenbestand erhöhte sich im August um 20 Stellen und lag damit um 10 Prozent über dem Vorjahreswert. Im August zeigte sich im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur in der Stadt Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit. In der Stadt Worms und im Landkreis Alzey-Worms gingen die Zahlen geringfügig zurück. Die Arbeitslosenquoten blieben von den aktuellen Veränderungen unberührt bis auf den Landkreis Mainz-Bingen. Hier stieg die Quote von 3,5 auf 3,6 Prozent. Im Gesamtbezirk lag sie bei 4,6 Prozent, in der Stadt Mainz bei 5,4 Prozent, in der Stadt Worms bei 6,7 Prozent und im Landkreis Alzey-Worms bei 3,7 Prozent.