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  • Mi., 31. Juli 2013, 17:48 Uhr
    Hans-Jürgen Schmitz erhielt aufgrund einer gemeinsamen Qualifizierungsmaßnahme des Jobcenters und der Firma Fiege eine Festanstellung / Neuer Kurs ab Mitte August

    Arbeitslosigkeit ist kein unumkehrbares Schicksal

    Hans-Jürgen Schmitz hat es gepackt. Er bekommt eine Festanstellung. Von links: Michael Suden, Patrik Künstler (beide Fiege), Markus Holzmann (Jobcenter), Hans-Jürgen Schmitz, Oliver Vock (Fiege) und Sevgi Kasar (Jobcenter). Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Es ist nicht leicht, da unten rauszukommen und wieder Tritt zu fassen. Gemeint ist der Weg aus der Arbeitslosigkeit hin zu einer Festanstellung. Und der Gang wird umso mühsamer, je länger der einzelne ohne Job war und je geringer seine Qualifikation ist.
    Am Mittwochmittag präsentierten das Jobcenter Worms und die Firma Fiege den Abschluss eines Modellprojektes, bei dem es gelungen ist, Menschen aus dem Abseits der Gesellschaft wieder zurück zu holen und sie in eine Festanstellung bei Fiege zu überführen.
    Zunächst zur Faktenlage. Im Frühjahr 2013 haben sechs Arbeitssuchende im Alter zwischen 20 und 50 Jahre bei der Firma Fiege bzw. ihrem Tochterunternehmen Fiege-Uniserv eine dreimonatige Qualifizierungsmaßnahme zum Lagerlogistiker begonnen. Rasch sind zwei Kandidaten abgesprungen, aber die anderen vier haben den Kurs durchgezogen und erfolgreich abgeschlossen. Im Anschluss wurden die vier Absolventen zunächst bei Fiege-Uniserv übernommen, um nun zeitnah eine Festanstellung bei Fiege zu erhalten.

    Hans-Jürgen Schmitz hat es gepackt
    Einer dieser Absolventen ist Hans-Jürgen Schmitz, ein Mann Ende 40. Er ist gelernter Rettungssanitäter, war in den letzten Jahrzehnten aber nur als Gelegenheitsarbeiter beschäftigt und hatte zum Schluss einen „Ein-Euro-Job”. Die dreimonatige Qualifizierungsmaßnahme bei Fiege war wie sein Rettungsanker, der ihn ins geregelte Berufsleben zurückholte.
    Neben der Theorie stand bei der Maßnahme auch viel Praxis auf dem Programm. In die Ausbildung eingebettet war zudem ein Führerschein als Gabelstapelfahrer. Hans-Jürgen Schmitz ist froh, die Maßnahme absolviert zu haben und jetzt eine Festanstellung bei Fiege zu erhalten. Dort möchte er, wie er mit einem sympathischen Lächeln ergänzte, wenn möglich bis zum Rentenalter arbeiten.

    Neuer Kurs startet Mitte August
    Der Geschäftsführer von Fiege Worms, Michael Suden, erklärte, dass die Maßnahme auch für sein Unternehmen ein Erfolg gewesen sei. Daher werde Mitte August ein neuer Kurs zusammen mit dem Jobcenter starten. Diesmal mit rund 20 Personen. Das Klientel seien wieder Langzeitarbeitslose, Jugendliche ohne Ausbildung und Menschen mit Fremdqualifikation. Die inhaltliche Ausgestaltung werde allerdings leicht variiern. So beginnt die Maßnahme im August mit einem vierwöchigen Basiskurs, auf dem dann ein zweimonatiger Spezialkurs aufsattelt. Absicht sei es aber wieder, so Michael Suden, Menschen zu qualifizieren, sodass sie bei Fiege beschäftigt werden können. Auf die Frage, warum sich Fiege hier so stark engagiere, antwortete Michael Suden, dass sein Unternehmen durch die gerade stattfindende Erweiterung in Rheindürkheim noch rund 50 Mitarbeiter suche. Und der demographische Wandel mit weniger Schulabgänger sei spürbar. Um attraktiv zu sein, würde Fiege in sechs Berufen ausbilden, verfolge das Programm „Mitarbeiter über 50” und führe auch Qualifizierungsmaßnahmen durch.

    Lehre auch noch mit 30
    Wie solch eine Maßnahme vom Niveau her einzustufen sei, wollte ein Medienvertreter wissen, woraufhin Michael Suden erläuterte, dass dies natürlich nicht mit einer Lehre vergleichbar sei, aber ohne Ausbildung laufe heute nur noch wenig. Am Ende der Qualifizierungsmaßnahme würde daher auch ein Zertifikat stehen, das auch außerhalb von Fiege Anerkennung finde.
    Bezüglich einer Lehre ergänzte Michael Suden, dass es für den Beginn keine Altersbegrenzung gäbe. Auch jemand mit 30 könne bei Fiege noch eine Ausbildung starten.

    Teilqualifiktion als Baustein
    Der stellvertretende Leiter des Wormser Jobcenters, Markus Holzmann unterstrich die Bedeutung der Qualifizierungsmaßnahme. Er legte dar, dass zwei Drittel aller Arbeitslosen beim Jobcenter keine Ausbildung besäßen. Die beste Chance auf einen Beschäftigung besäße daher derjenige, der sich qualifiziere. Am besten natürlich durch eine Ausbildung, aber auch eine ”Teilqualifikation” wie jetzt bei Fiege, sei ein Schritt in Richtung erfolgreicher Arbeitsaufnahme.

     

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