Aktionswoche für Menschen mit Behinderung / Quote bei derzeit 7,4 Prozent
Arbeitslosigkeit leicht gestiegen
Archivfoto: Robert Lehr
Trotz milder Witterung ist die Arbeitslosigkeit in der Stadt Worms im Gegensatz zur Entwicklung der Vorjahre im November leicht angestiegen. Sie lag aber weiterhin unter dem Vorjahreswert. Ursächlich für diese Entwicklung war zum einen, dass der Arbeitsmarkt nicht mehr wie in den Vormonaten durch zahlreiche Abgänge von Jugendlichen in Ausbildung entlastet wurde und zum anderen ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosenzahlen bei den ausländischen Jobsuchenden. Vor allem im Bereich des Jobcenters Worms kam es gegenüber dem Vormonat und Vorjahr zu einer erhöhten Anzahl von Arbeitslosmeldungen.
„Beim aktuellen Anstieg der Arbeitslosenzahlen in der Personengruppe der Ausländer hat die Zuwanderung von Asylbewerbern bereits eine Rolle gespielt“, erläutert Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Unter den Menschen, die sich im November bei den Jobcentern arbeitslos gemeldet haben, waren auch zahleiche Menschen aus Asylzugangsländern.“ Dieser Trend wird sich laut Decker in den kommenden Monaten weiter verstärken. Besonders erfreulich sei vor diesem Hintergrund die robuste konjunkturelle Lage, die vor allem nach den Wintermonaten einen aufnahmebereiten Arbeitsmarkt erwarten ließe.
„Das Geschäftsklima ausgesprochen positiv“
„Das Geschäftsklima in der regionalen Wirtschaft ist in diesem Herbst ausgesprochen positiv“, so Decker. „Die Auftragslage der meisten Unternehmen ist gut und viele Betriebe planen auch weiterhin Neueinstellungen.“ Sie hoffe, dass bei diesen Neueinstellungen neben ausländischen Bewerberinnen und Bewerbern auch andere Personengruppen berücksichtigt würden, deren Potenziale von den Unternehmen bisher noch zu wenig erkannt und genutzt würden. Hierzu zählten insbesondere Menschen mit Behinderungen. „Gegen den allgemeinen Trend ist die Arbeitslosigkeit in dieser Personengruppe im letzten Jahr angestiegen, obwohl die meisten dieser Menschen über eine gute Qualifikation verfügen“, erklärt Decker.
Die Agentur für Arbeit nutzt deshalb auch in diesem Jahr den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung zu einer Aktionswoche, mit der Arbeitgeber auf die Beschäftigungspotenziale dieses Personenkreises aufmerksam gemacht werden sollen. Decker: „Wir brauchen dringend mehr Betriebe, die Menschen mit Behinderung eine Chance zur Teilhabe geben. Eine inklusive Arbeitswelt nützt letztlich uns allen.“
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im November waren in der Stadt Worms insgesamt 3.286 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 43 Arbeitslose mehr als im Vormonat, aber 141 oder 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Oktober von 7,3 auf 7,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote 7,8 Prozent betragen. Von den 3.286 Arbeitslosen im November wurden 946 von der Arbeitsagentur und 2.340 vom Jobcenter Worms betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zeigte sich hauptsächlich im Kundenkreis der vom Jobcenter Worms betreuten Bewerberinnen und Bewerber. Prozentual am stärksten stieg die Arbeitslosigkeit insgesamt unter den Ausländern. Die Quote erhöhte sich hier von 14,4 auf 14,8 Prozent.
Die Arbeitskräftenachfrage zeigte sich lebhafter als im Vormonat und Vorjahr. Insgesamt wurden dem Arbeitgeberservice im November 270 neue Stellenangebote gemeldet, 88 mehr als im Oktober und 44 mehr als im Vorjahresmonat.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Rheinhessen zeigte sich nicht auf allen regionalen Arbeitsmärkten. Während in der Stadt Mainz und im Landkreis Alzey-Worms die Zahlen zurückgingen, stiegen sie in der Stadt Worms und im Landkreis Mainz-Bingen leicht an. Im Gesamtbezirk und in der Stadt Worms veränderten sich auch die Arbeitslosenquoten von 5,0 auf 5,1 Prozent, bzw. von 7,3 auf 7,4 Prozent. In der Stadt Mainz und in den Landkreisen Alzey-Worms und Mainz-Bingen blieben die Quoten dagegen konstant bei 6,2, 4,0 und 3,6 Prozent.