Die Arbeitslosequote fiel im März von 8,2 auf 7,8 Prozent. Archivbild: Robert Lehr
Im März hat die Arbeitslosigkeit in Worms im Vergleich zum Vormonat und im Vergleich zum Vorjahr merklich abgenommen. Allerdings verzeichnete die Wormser Arbeitsagentur auf der anderen Seite einen deutlichen Anstieg der sogenannten Unterbeschäftigung. Mit der Unterbeschäftigung werden auch Personen erfasst, die nicht als arbeitslos gezählt werden, weil sie eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme absolvieren oder aus anderen Gründen wie beispielsweise Krankheit, dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Insgesamt waren in der Stadt Worms im März 5.064 Menschen auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung. 3.508 von ihnen galten entsprechend der gesetzlichen Regelungen offiziell als arbeitslos und standen damit unmittelbar zur Besetzung der 912 in der Stadt Worms gemeldeten offenen Stellen zur Verfügung. Die gemeldeten Stellen machen ungefähr ein Drittel des gesamten Volumens der Vakanzen in den Unternehmen aus. Neben den 3.508 Arbeitslosen zählten weitere 1.556 Männer und Frauen zur Unterbeschäftigung. Die überwiegende Mehrheit von ihnen befindet sich in Weiterbildungsmaßnahmen, durch die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert werden sollen.
Plus von knapp 6,7 Prozent
„Wir haben derzeit zwei parallele Entwicklungen“, erläutert Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur die aktuellen Zahlen. „Auf der einen Seite hat die nach wie vor stabile Konjunktur mit einem kräftigen Frühlingsaufschwung dafür gesorgt, dass es in diesem Monat mehr Menschen gelungen ist, ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung zu beenden als noch vor einem Jahr. Wir haben hier ein Plus von knapp 6,7 Prozent, und es gab auch weitaus weniger Menschen, die ihren Job verloren haben.“ Die Arbeitslosigkeit werde aktuell aber auch dadurch entlastet, dass verstärkt in die Aktivierung und Weiterbildung von Personen investiert werde, deren Qualifikationen noch nicht ausreichten um eine nachhaltige berufliche Eingliederung zu erzielen. „Dies betrifft natürlich in besonderer Weise geflüchtete Menschen“, so Decker. „Hier müssen wir einen besonders langen Atem haben und die Menschen in der Regel mehrere Jahre auf eine existenzsichernde Berufstätigkeit in Deutschland vorbereiten.“ Im vergangenen Jahr hatte sich der Zustrom von Geflüchteten in der Hauptsache in den Zahlen zur Arbeitslosigkeit abgebildet. Seit die Menschen nun vermehrt an Integrations- und Weiterbildungskursen teilnehmen, steigen die Zahlen in der Unterbeschäftigung. Durch die genaue Erfassung der Maßnahmeteilnehmer, können sich die Jobcenter regelmäßig informieren, wie viele Menschen den Sprachkurs zum Monatsende abschließen und in die weitere Vermittlungsarbeit in Richtung Ausbildung oder Arbeit einmünden werden. Aber auch der Personenkreis der Langzeitarbeitslosen steht laut Decker im Mittelpunkt der aktuellen Arbeitsmarktpolitik. „Gerade in diesem Monat sehen wir, dass vermehrt auch Menschen, die schon längerfristig auf Jobsuche sind, der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt gelingt. Wichtig ist, dass wir uns immer wieder genau anschauen, welche Unterstützungsmaßnahmen der Einzelne zur Vorbereitung einer erfolgreichen Wiedereingliederung benötigt.“
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im März waren in der Stadt Worms insgesamt 5.064 Personen als unterbeschäftigt registriert, das waren 82 weniger als im Februar, aber 219 oder 4,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. 3.508 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 141 weniger als im Februar und 353 oder 9,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote fiel von 8,2 auf 7,8 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote bei 8,7 Prozent gelegen. Von den 3.508 Arbeitslosen im März wurden 1.163 von der Arbeitsagentur und 2.345 vom Jobcenter Worms betreut. Der Rückgang im März entfiel in der Hauptsache auf die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosengeld-I-Empfänger. 34 der Personen, die ihre Arbeitslosigkeit im März beenden konnten, waren zuvor langzeitarbeitslos. Besonders deutlich fielen die Zahlen in der Personengruppe der unter 20-jährigen. Hier sank die Arbeitslosenquote von 6,7 auf 6,3 Prozent. Die Zahl der Arbeitsuchenden im Kontext von Fluchtmigration stieg im März auf 1.853. Der Anteil an allen Arbeitsuchenden betrug damit 14,3 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem ersten Arbeitsmarkt lag im März mit 238 neu gemeldeten Stellen auf dem Niveau des Vorjahres. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im März zeigte sich auch auf den regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,5 auf 5,3 Prozent, Stadt Mainz von 6,5 auf 6,4 Prozent, Stadt Worms von 8,2 auf 7,8 Prozent und Landkreis Alzey-Worms von 4,4 auf 4,3 Prozent. Im Landkreis Mainz-Bingen blieb die Quote stabil bei 4,0 Prozent. Im März legte die Arbeitsagentur auch erstmals Zahlen für das laufende Berufsberatungsjahr vor. Demnach scheint sich am Ausbildungsmarkt der Trend der letzten Jahre weiter zu verstetigen. Die Zahlen der Bewerberinnen und Bewerber für einen Ausbildungsplatz sind weiterhin rückläufig, während das Ausbildungsangebot auf der anderen Seite gleichbleibend hoch ist. Bis März hatten sich 2.613 junge Menschen im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bei er Arbeitsagentur gemeldet, 169 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen lag mit 3.243 um 21 höher als im Vorjahr.