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  • Di., 31. Januar 2017, 09:51 Uhr
    Arbeitslosenquote in Worms auf 8,3 Prozent gestiegen / Qualifizierung bleibt Schwerpunktaufgabe

    Arbeitsmarkt startet mit positiven Signalen in das neue Jahr

    Bedingt durch den Hauptkündigungstermin am 31. Dezember ist die Zahl der Arbeitslosen in Worms zu Beginn des Jahres angestiegen. Der durchschnittliche Wert des saisonüblichen Anstiegs aus den Vorjahren wurde dabei aber deutlich unterschritten. Insbesondere bei Frauen und älteren Arbeitslosen fiel der Anstieg im Januar ausgesprochen moderat aus. Weiterhin signifikant entwickelte sich dagegen der Anstieg der Arbeitslosenzahlen unter den ausländischen Arbeitnehmern.


    „Insgesamt ist der Arbeitsmarkt mit ausgesprochen positiven Signalen in das neue Jahr gestartet“, so Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Im Januar waren in Worms deutlich weniger Menschen ohne Job als noch vor einem Jahr.“ Darin spiegelt sich für Decker die gute Verfassung der Wormser Wirtschaft, die trotz der aktuellen weltwirtschaftlichen Risiken grundsätzlich zuversichtlich in das neue Jahr blickt. „Die Betriebe haben im letzten Jahr ihr Personal deutlich aufgestockt, und wir haben immer noch einen sehr hohen Bestand an offenen Stellen. Allerdings erwarte ich, dass einige Firmen in diesem Jahr eine eher abwartende Haltung einnehmen werden und sich der Beschäftigungsaufbau dadurch verlangsamen wird.“


    Die Wormser Arbeitsagentur hat bereits im vergangenen Jahr verstärkt in berufliche Qualifizierung insbesondere von Langzeitarbeitslosen und gering Qualifizierten sowie von geflüchteten Menschen investiert. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen berücksichtigt, hat sich deshalb gegenläufig zu den sinkenden Arbeitslosenzahlen entwickelt. Auch im Januar ist die Unterbeschäftigung noch einmal deutlich angestiegen. „Qualifizierung bleibt auch in 2017 eine Schwerpunktaufgabe, für die wir finanziell auskömmlich aufgestellt sind“, so Decker.


    Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
    Im Januar waren in Worms insgesamt 3.700 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 304 oder 9 Prozent mehr als im Dezember 2016 aber 155 oder 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat von 7,6 auf 8,3 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote 8,7 Prozent betragen. Von den 3.700 Arbeitslosen im Januar wurden 1.211 von der Arbeitsagentur und 2.489 vom Jobcenter Worms betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar entfiel ausschließlich auf die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosengeld-I-Empfänger, während es beim Jobcenter zu einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit kam. Wesentlich verantwortlich für diese Verteilung der Arbeitslosigkeit im Januar sind die neuen Regelungen im 9. SGB-II-Änderungsgesetz. Demnach werden Personen, die neben Arbeitslosengeld auch Arbeitslosengeld II beziehen, so genannte „Aufstocker“, ab Januar 2017 im Rechtskreis SGB III gezählt. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen bleibt von der Gesetzesänderung unberührt.


    Neu arbeitslos melden mussten sich im Januar vor allem jüngere und ausländische Arbeitskräfte. Die Arbeitslosigkeit stieg hier um 13 bzw. 16 Prozent an. Insbesondere Bauarbeiter, Warenkaufleute und Angestellte aus dem verarbeitenden Gewerbe waren von Entlassungen betroffen. Die Zahl der Arbeitsuchenden im Kontext von Fluchtmigration stieg im Januar auf über 600. Der Anteil an allen Arbeitsuchenden betrug damit 9,5 Prozent.


    Die Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem ersten Arbeitsmarkt war zum Jahresanfang weiterhin hoch. Insgesamt meldeten die Arbeitgeber im Januar 241 offene Stellen, das waren ebenso viele wie vor einem Jahr. Der Stellenbestand lag mit 935 Stellen um knapp 20 Prozent höher als im Vorjahresmonat.


    Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zeigte sich im Januar auf allen regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens. Den stärksten Anstieg mit 10 Prozent gegenüber dem Vormonat gab es im Landkreis Alzey-Worms. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Bezirk der Hauptagentur Mainz von 5,2 auf 5,5 Prozent, Stadt Mainz von 6,4 auf 6,6 Prozent, Stadt Worms von 7,6 auf 8,3 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 3,9 auf 4,3 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 3,7 auf 4,0 Prozent.

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