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  • Di., 30. April 2019, 11:36 Uhr
    4.372 Personen in Worms unterbeschäftigt / 1.900 der insgesamt 3.246 gemeldeten Ausbildungsstellen unbesetzt / 1.335 junge Menschen auf der Suche nach passender Lehrstelle

    Arbeitsmarkt tritt auf der Stelle





    Der Arbeitsmarkt in Worms scheint auf der Stelle zu treten.


    Die Frühjahrsbelebung auf dem Wormser Arbeitsmarkt ist auch im April nicht recht in Schwung gekommen. Die Arbeitslosenzahlen blieben gegenüber dem Vormonat unverändert. Zwar konnten wieder zahlreiche Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden, auf der anderen Seite mussten sich aber etwa ebenso viele Personen neu arbeitslos melden. „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass ein großer Teil derer, die sich neu arbeitslos melden mussten, zuvor nicht erwerbstätig war“, kommentiert Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur, die neuen Zahlen. „Derzeit beenden viele Geflüchtete ihre Integrations- und Sprachkurse und melden sich im Anschluss beim Jobcenter arbeitslos. In der Regel münden sie dann in weitere Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik und in Anpassungsqualifizierungen, die ihre Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt verbessern.“ Diese Entwicklung bildet sich in der so genannten Unterbeschäftigung ab, in der u.a. auch Maßnahmeteilnehmer mitgezählt werden. Während die Teilnehmerzahlen in den Sprach, und Integrationskursen deutlich abnehmen, steigen die Eintritte in Maßnahmen der Aktivierung und beruflichen Eingliederung. Insgesamt stieg die Zahl der Personen in der Unterbeschäftigung gegenüber dem Vormonat leicht an.

    „Bei der beruflichen Weiterbildung haben wir gegenüber dem Vorjahr ein Plus von knapp 8 Prozent“, so Decker. Man investiere aber nicht nur in die Qualifizierung von Arbeitslosen, sondern auch in die Weiterbildung von Beschäftigten. Mit dem neuen Qualifizierungschancengesetz stünden seit Anfang des Jahres hierfür erweitere Fördermöglichkeiten zur Verfügung. „Dies ist eine gute Nachricht für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer, denn im Hinblick auf die sich verändernde Arbeitswelt 4.0 ist die kontinuierliche Anpassung der Kompetenzen der Beschäftigten für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich.“

    Dass der Bedarf der regionalen Wirtschaft an Fachkräften weiterhin ungebrochen ist, zeigt ein Blick in die aktuellen Stellenmeldungen. Im April wurden gut 45 Stellen mehr gemeldet als im gleichen Monat des Vorjahres. Auch Nachwuchskräfte werden dringend benötigt. Derzeit sind in ganz Rheinhessen noch 1.900 der insgesamt 3.246 gemeldeten Ausbildungsstellen unbesetzt. 1.335 junge Menschen sind noch auf der Suche nach einer passenden Lehrstelle.








    Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

    Im April waren in Worms insgesamt 4.372 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 28 mehr als im März, aber 211 oder 4,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. 3.053 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren ebenso viele wie im Vormonat und 85 oder 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote 7,0 Prozent betragen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb anhaltend hoch. Neu gemeldet wurden 270 Stellen, 45 mehr als im Vorjahr. Der Stellenbestand belief sich im April auf rund 1.200 Stellen, 65 mehr als im Vorjahr.

    Von den 3.053 Arbeitslosen im April wurden 1.088 von der Arbeitsagentur und 1.965 vom Jobcenter Worms betreut. Während es bei der Arbeitsagentur zu einem Rückgang der Zahlen kam, stiegen sie beim Jobcenter im gleichen Umfang an. Der Anteil von Menschen im Kontext von Fluchtmigration an allen Personen, die von der Arbeitsagentur und dem Jobcenter Worms betreut werden, betrug im April ebenso wie in den beiden Vormonaten 11,6 Prozent.

    Auf den regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur verlief die Entwicklung im April uneinheitlich. Während im Gesamtbezirk, in der Stadt Mainz und im Landkreis Alzey-Worms die Zahlen rückläufig waren, blieben sie in der Stadt Worms und im Landkreis Mainz-Bingen nahezu unverändert. Die Quoten änderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 4,6 auf 4,5 Prozent, Stadt Mainz von 5,4 auf 5,3 Prozent und Landkreis Alzey-Worms von 3,7 auf 3,6 Prozent. In der Stadt Worms und im Landkreis Mainz-Bingen blieben die Quoten unverändert bei 6,7 bzw. 3,4 Prozent.



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