Mi., 31. Juli 2013, 10:00 Uhr
Saisonüblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit in Worms auf 8,5 Prozent / Vor allem Jugendliche müssen sich arbeitslos melden
Wormser Arbeitsmarktsituation „deutlich verschlechtert“
Mit Beginn der Sommerferien hat die Arbeitslosigkeit in Worms saisonbedingt deutlich zugenommen. Wie im Juli üblich, waren das Schuljahres- und Ausbildungsende sowie die Kündigungen zum Monats-, Quartals- und Halbjahresende die Ursache für den Anstieg. Der Anstieg der arbeitslosen Personen bewegte sich zwar im Schnitt der letzten fünf Jahre, lag aber dennoch höher als im letzten Jahr.
Verantwortlich hierfür waren zum einen die verhaltene Entwicklung am 1. Arbeitsmarkt und zum anderen auslaufende arbeitsmarktpoltische Maßnahmen. Die Belastungen durch Ausbildungs- und Schuljahresende waren etwa gleich hoch wie im Vorjahr.
„Mit dem aktuellen Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich die Situation auch im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich verschlechtert“, so Tatjana Erben, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Wir merken bereits seit Anfang des Jahres, dass die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes nachlässt. Gerade bei Jugendlichen ist es uns aber besonders wichtig, die Arbeitslosigkeit schnell zu beenden bzw. sie im Idealfall ganz zu vermeiden.“
Jugendliche mit abgeschlossener Berufsausbildung gehören deshalb neben älteren Fach- und Führungskräften und Berufsrückkehrern zu den Personengruppen, für die die Wormser Arbeitsagentur in diesem Jahr zusätzliche Vermittlerkapazitäten einsetzt. Im Rahmen einer intensivierten Unterstützung im Bewerbungsprozess eröffnen die Fachkräfte den Jugendlichen Zugangsmöglichkeiten zum regionalen Arbeitsmarkt einschließlich der Kontaktaufnahme mit potenziellen Arbeitgebern.
„Gerade bei Jugendlichen kann eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Vermittlungsfachkraft helfen, die individuellen Chancen auf dem regionalen Arbeitsmarkt auszuloten und eine zielgerichtete Bewerbungsstrategie zu entwickeln“, so Erben. „Damit wollen wir nicht nur die Dauer bis zur Beschäftigungsaufnahme deutlich verkürzen, sondern auch die Vakanzzeit offener Stellen reduzieren.“
3.700 Arbeitslose in Worms
Im Juli waren in der Stadt Worms insgesamt 3.700 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 118 mehr als im Juni und 267 oder 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Juni von 8,2 auf 8,5 Prozent. Im Vorjahr hatte sie sich von Juni auf Juli von 7,8 auf 8 Prozent erhöht. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit entfiel zu gut drei Vierteln auf den Rechtskreis SGB III. Von den 3.700 Arbeitslosen im Juli wurden 1.030 von der Arbeitsagentur und 2.670 vom Jobcenter Worms betreut. Durch die aktuellen Veränderungen am Arbeitsmarkt nahm die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahre überdurchschnittlich zu. Ihre Arbeitslosenquote erhöhte von 9,3 auf 11 Prozent.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften zeigte sich im Juli etwas lebhafter als im Vormonat und fiel auch etwas höher aus als im Vorjahr. Insgesamt meldeten die Arbeitgeber 267 offene Stellen, das waren 94 mehr als im Juni und 13 mehr als im Vorjahr.
Auch auf den übrigen regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens kam es zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,3 auf 5,6 Prozent, Stadt Mainz von 5,9 auf 6,1 Prozent, Stadt Worms von 8,2 auf 8,5 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 4,5 auf 4,7 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 4,1 auf 4,4 Prozent.