Nahm die Abwehr des TSV Emmelshausen in die Flügelzange: TSG-Angreifer Sebastian Kaster ackerte sich bis zu seinem Wechsel eine Viertelstunde vor dem Spielende in der Offensive der Pfeddersheimer mit großer Laufbereitschaft ab. Foto: Marcus Diehl
VON JÜRGEN JAAP | Wer es spannend mag, der ist bei den Fußballspielen dieser Saison der TSG Pfeddersheim in der Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar genau richtig. Nach zuletzt zwei knappen Niederlagen gegen FC Hertha Wiesbach (0:1) und bei SV Röchling Völklingen (2:3) schaffte das Team des jungen Pfeddersheimer Trainers Marc Heidenmann im Heimspiel gegen TSV Emmelshausen die Trendwende. Karsamstag bezwang die TSG Pfeddersheim dank einer kämpferisch starken Leistung die defensiv ausgezeichnet stehende Elf aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis verdient mit 1:0 (0:0). An der Tabellensituation änderte der „süße Dreier zum Osterfest“ (Marc Heidenmann) freilich nichts. Alle sechs Teams des oberen Tabellendrittels siegten an Ostern. Die TSG Pfeddersheim bleibt in Lauer-Position auf Rang sechs.
Der 1:0-Erfolg fiel den Pfeddersheimern keineswegs in den Schoß. „Wir wussten, was uns erwartet“, bekannte Marc Heidenmann: „nämlich harte Arbeit“. Prunkstück der Männer aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis ist deren „fleißige und giftige Abwehr“, die laut Marc Heidenmann „nur ganz schwer zu knacken ist“. Folglich verordnete der TSG-Trainer eine breit angelegte TSG-Angriffs-Formation. Luftrim Kodralija und Sebastian Kaster sollten Emmelshausen in die Flügelzange nehmen. So kam Pfeddersheim in der ersten Hälfte zu vielen guten Angriffsaktionen, ohne aber die ganz großen Chancen zu erspielen. „Wir sind einem Gegner mit großer spielerischer Qualität meist nur nachgejagt“, sah TSV-Coach Julian Veit seine Elf häufig als zweiter Sieger in den zahlreichen Zweikämpfen.
Pfeddersheim kombinierte Emmelshausen „weich“
Auch nach der Pause immer wieder das gleiche Bild: munter attackierende Pfeddersheimer und zäh verteidigende Männer aus Emmelshausen. Nach knapp einer Stunde war das TSV-Bollwerk aber endlich weich gespielt. TSG-Kapitän Tobias Bräuner spielte sich durch die Abwehrreihen der Gäste, versuchte es erst selbst, wurde abgeblockt, legte das Leder für Andreas Buch auf. Und wie es sich für den Top-Torjäger der Oberliga gehört, fackelte Buch nicht lange und erzielte seinen Saisontreffer Nummer 18 (56.). Wieder einmal das wichtige 1:0 – wie schon so oft in dieser Spielzeit. Pfeddersheim blieb am Drücker. Einziges Manko, das Marc Heidenmann beklagte: „Wir haben es versäumt, den zweiten Treffer nachzulegen.“
Ein Versäumnis, das sich in der Schlussviertelstunde beinahe gerächt hätte. Sebastian Kaster und Tobias Bräuner merkte man nun ihre lange Verletzungspause an. „Die waren verständlicherweise platt“, bemerkte Marc Heidenmann. Emmelshausen wollte den Ausgleich erzwingen und verlagerte das Spiel jetzt in die Hälfte von Pfeddersheim. Doch die von Innenverteidiger Benjamin Himmel glänzend organisierte TSG-Abwehr hielt stand. Beim Unterfangen, den Dreier unter Dach und Fach zu bringen, half auch noch die gelb-rote Karte für Luca Wolf mit, der in der Schlussphase wegen wiederholten Foulspiels frühzeitig vom Platz musste (88.). „Die drei Punkte haben wir völlig verdient eingefahren“, resümierte ein zufriedener Marc Heidenmann.