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  • Mi., 14. Januar 2015, 09:01 Uhr
    Domgemeinde St. Peter Worms und die Landesarchäologie Mainz informieren zum aktuellen Stand

    Archäologische Grabungen am Dom beginnen

    Mit schwerem Gerät finden momentan Erdarbeiten an der Stelle statt, wo das „Haus am Dom“ entstehen soll. Foto: Gernot Kirch


    Wie angekündigt starten am Montag, dem 19. Januar, die archäologischen Grabungen an der Südseite des Domes. Die Grabungen stehen im Zusammenhang mit dem geplanten Bau des Hauses am Dom. Im Vorfeld der Bauarbeiten soll die Chance genutzt werden, das historisch bedeutende Gelände sorgfältig zu untersuchen und so vielleicht wichtige Erkenntnisse über die Vorgeschichte des Domes und seines Umfeldes zu gewinnen.

    Die Leiterin der Landesarchäologie Mainz, Dr. Marion Witteyer, war darum schon früh in die Pläne der Domgemeinde eingebunden worden. Sie freut sich über die Chance, die sich nun bietet, vielleicht noch mehr über die Frühgeschichte von Worms in Erfahrung zu bringen: „Wir wissen, dass vermutlich unter dem heutigen Dom das römische Forum lag.

    Bei früheren Grabungen des Wormser Museums auf der Südseite ist man immer wieder auf interessante Funde gestoßen, aber wir haben noch kein schlüssiges Bild, wie weit sich etwa das römische Forum ausgedehnt hat oder warum man gerade an diese Stelle den Dom gebaut hat. Wir sind daher sehr gespannt, ob die aktuelle Grabung hier neue Erkenntnisse zu Tage bringt.“

    Ergebnisse mit Spannung erwartet
    Auch die Kirchengemeinde schaut gespannt auf die nun beginnenden Forschungen. Auf die Frage, ob er keine Angst habe, dass die Archäologie den geplanten Bau weiter verzögern könne, reagiert Propst Tobias Schäfer sehr gelassen: „Für die Grabungen ist ein Zeitfenster von ca. 4 Monaten vorgesehen. Wir sind ja selbst gespannt, ob sich hier vielleicht interessante Dinge finden werden. Von daher werden wir unsererseits keinen Druck machen.“ Dass in der Erde sicher manche Überraschung schlummert, haben schon die bauvorbereitenden Maßnahmen im Dezember gezeigt. Unter dem Plattenbelag des Domplatzes war im Schutt, mit dem der Platz verfüllt ist, ein romanischer Kapitellstein aufgetaucht, der aus dem Bauschutt der abgerissenen St. Johanniskirche stammen könnte.

    Was ist aber, wenn tatsächlich Interessantes gefunden wird? „Wir werden, wie bei ähnlichen Baustellen, alles genau und sorgfältig dokumentieren, bewegliche Funde werden geborgen und gesichert“, erklärt Dr. Witteyer. „Wir wollen die Öffentlichkeit auch während der Grabungen permanent über Funde und Ergebnisse informieren“, ergänzt Klaus Berg vom Verwaltungsrat der Domgemeinde.

    Das Grabungsteam vor Ort wird von einem neuen Grabungstechniker für Worms geleitet.  Am Dom soll in entsprechenden Containern ein provisorisches Büro eingerichtet werden. Kann das Wetter den Plänen noch einen Strich durch die Rechnung machen? „Solange der Boden nicht steinhart gefroren ist, können wir arbeiten. Unsere Leute sind wetterfest und hart im Nehmen“, schmunzelt Marion Witteyer.

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