Der neue Lageplan sieht Container an der Paternusschule vor.
Der Bergkindergarten im Stadtteil Pfeddersheim muss dringend saniert und deshalb ausgelagert werden. Diese Nachricht hatte nicht nur betroffene Eltern, Kinder und Erzieherinnen überrascht, sondern auch die Stadt zum schnellen Handeln gezwungen. Untersuchungen der Bausubstanz hatten ergeben, dass unter der Klinkerfassade Hohlräume entstanden sind und die Klinker nun drohen herabzustürzen.
Es besteht also dringender Handlungsbedarf, zumal die Kita-Situation nicht nur in Pfeddersheim, sondern im gesamten Stadtgebiet angespannt ist. Ursprünglich hatte die Verwaltung geplant, auf dem Parkplatz vor der Paternusschule Container für zwei Kita-Gruppen aufzustellen, um dem zusätzlichen Betreuungsbedarf gerecht zu werden. Nun jedoch muss die Stadt weiteren Platz schaffen für die Kinder aus dem sanierungsbedürftigen Bergkindergarten. Die Verwaltung hatte deshalb Elternvertreter, Schul- und Kindergartenleitung sowie den Ortsbeirat zu einem Informationsgespräch eingeladen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.
Die Stadt habe mehrere Grundstücke untersucht, auf denen dann der Gesamtbedarf von vier Gruppen untergebracht werden könnte und halte das Areal auf dem Gelände der Paternusschule für das Bestgeeignete, erläuterte Agathe Kurkofka, zuständige Architektin beim Gebäudebewirtschaftungsbetrieb. Da die Containeranlage eingeschossig geplant sei, seien auch die brandschutztechnischen Voraussetzungen im Hinblick auf die Fluchtwege gewährleistet. Daneben wies die Architektin auf die großzügige Freifläche für die Container-Kita hin, die das Areal auf dem Schulgelände zulässt. Jedem Kind stehen dort fast 20 m² statt der vorgeschriebenen knapp zehn m² zur Verfügung. Auch die vorhandene Leichtathletikfläche kann erhalten bleiben.
Die viergruppige Container-Kita soll mit Gruppen- und Schlafräumen, einem Mehrzweckraum sowie anderen erforderlichen Räumlichkeiten ausgestattet werden, sodass das Land die Betriebserlaubnis dafür erteilen würde.
Auf die Kritik des Ortsbeirats, er sei nicht ausreichend eingebunden worden in die Planungen, reagierte Baudezernent Uwe Franz: „Es ist Aufgabe der Verwaltung, eine geeignete Lösung zu finden. Dies ist mit dem vorgestellten Plan möglich. Die Dringlichkeit ließ uns wenig Zeit und Handlungsspielraum für andere Lösungen.“ Bereits jetzt sei es schwierig, einen Anbieter für Container-Anlagen zu finden, ergänzte Thorsten Mohr, stellvertretender Leiter des städtischen Gebäudebewirtschaftungsbetriebes (GBB). „Es gibt aufgrund der Dringlichkeit nur einen Anbieter“, unterstrich er.
Bis zum Ende der Sommerferien
Doch wie geht es nun weiter in Pfeddersheim? Die Verwaltung erwarte derzeit das Ergebnis der bereits erfolgten Bodenuntersuchungen für den Standort der Container, so Franz. Sobald das Ergebnis vorliege, würden die vorbereitenden Arbeiten beginnen, etwa die Verlegung von Ver- und Entsorgunsleitungen. „Erklärtes Ziel ist es, dass die Anlage bis zum Ende der Sommerferien errichtet ist“, erklärte Bildungsdezernent Waldemar Herder. Wie es dann mit der Kita-Situation in Pfeddersheim weitergehe, würden die kommenden Jahre zeigen, machte Baudezernent Franz deutlich und verwies auf anstehende Veränderungen: „Sobald wir den Neubau der Pfrimmtal-Realschule plus am Standort Diesterweg in Betrieb genommen haben, wird sich die Situation an der Paternusschule entspannen“, so Franz. Denn dort werden derzeit auch ausgelagerte Schüler aus der Diesterwegschule unterrichtet. Dieses Projekt muss aufgrund der Förderzusage des Landes zwingend bis zum Jahre 2022 fertiggestellt sein.
Alle bei der Informationsveranstaltung Anwesenden zeigten sich einverstanden mit dem Standort Paternusschule für die viergruppige Kita-Anlage. „Ich bin froh, dass wir in dem Gespräch nochmals alle Aspekte erörtern und ein Übereinkommen erreichen konnten“, betont Baudezernent Uwe Franz.