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  • Mo., 05. Februar 2018, 16:40 Uhr
    DIE LINKE lud zu einer Veranstaltung im DGB Haus Worms ein

    „Armut in Worms“
















    Zum Abschluss ihres Schwerpunktthemas „Armut“ für das Jahr 2017 lud die Stadtratsratsfraktion der Partei DIE LINKE zu einer Veranstaltung im DGB Haus Worms ein. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende des Wormser Stadtrats Franz Lieffertz begrüßte die Gäste und den Referenten Hans Sander, Vorsitzender Ver.di Bezirkserwerbslosenausschuss Pfalz und der Betroffenenvertretung im Sprecherkreis der Landesarmutskonferenz Rheinland Pfalz .



     Er legte die erschütternden Zahlen über die Armut in Worms vor. „In unserer Stadt sind 16 % der Bevölkerung als arm zu bezeichnen. Die Kinderarmut ist in dieser Stadt erschreckend hoch. Besonders von der Armut betroffen sind alleinerziehende Elternteile. Die Stadt Worms gibt Millionen Euro für die Unterstützung der Betroffenen aus aber dies ist nur ein kleiner Tropfen auf einem heißen Stein. An Unterstützung für die betroffenen Familien, an ausreichendem Wohnraum, an Arbeitsplätzen und an einer gezielten Förderung und Hilfe für die betroffenen Kinder.”


    Der Referent Hans Sander stellte fest, dass die Armut nicht nur ein Wormser Problem ist. Gerade in Rheinland-Pfalz gibt es einige Städte und Gemeinden, in denen ebenfalls viele arme Menschen wohnen. Grundsätzlich stellte er fest, dass wer arm ist, sich in einem Teufelskreis befindet, welcher dazu führt, dass eine Familie nicht genug zu essen hat und die Familienmitglieder, vor allem die Kinder, unterernährt sind. Hunger und Unterernährung können dazu führen, dass die Kinder immer wieder der Schule fernbleiben oder in der Schule Konzentrationsprobleme haben, einen Leistungsabfall durchlaufen, frühzeitig ohne Abschluss von der Schule gehen und somit keine ausreichende Qualifikation für eine gute Berufsausbildung mitbringen.

    Eine weitere Folge ist, dass die Betroffenen Niedriglohnjobs annehmen müssen, wenig verdienen und sich auch keinen angemessenen Wohnraum leisten können. Solche Verhältnisse führen oft zu chaotischen Lebensverhältnissen. Auch sind Arme viel öfter von Krankheiten betroffen und sterben früher. Die Armen können sich Güter, die für die Wohlhabenden selbstverständlich sind, oft nicht leisten oder sie können sich Güter nicht in der den Wohlhabenden zugänglichen Qualität leisten. Aufgrund begrenzter Ressourcen wohnen sie auch oft in beengten Wohnverhältnissen. Außerdem haben sie weniger Zugang zu Literatur, Theater, Musik oder zum gesellschaftlichen Leben als begüterte Schichten.


    Neben den persönlichen Ursachen wie Arbeitslosigkeit, zu geringer Entlohnung, Schulden, Scheidung/Trennung und Kinderreichtum gibt es auch noch Gesetze, für die die SPD/GRÜNE Regierung verantwortlich sind und die von CDU/FDP unterstützt wurden. So gab es einen Wegfall der Zuschläge beim Übergang von Arbeitslosengeld I zu Arbeitslosengeld II. Arbeitslose fallen jetzt noch schneller auf Hartz-IV-Niveau. Damit haben Langzeitarbeitslose keine rentenrechtliche Absicherung. Wiedereingliederungsmaßnahmen der BA fielen weg. Somit werden ältere oder gesundheitlich beeinträchtigte Arbeitslose noch schwerer einen neuen Job finden als bisher. In den nächsten Monaten wird eine weitere Veranstaltung mit Hans Sander über die Kinderarmut in Worms stattfinden.

















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