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  • Fr., 20. Juli 2018, 13:18 Uhr
    Michael Dinges ist für den Ganz Plastisch-Award / Jubiläumsjahr „60 Jahre Lebenshilfe“

    atelierblau trifft Bundespräsident Frank Walter Steinmeier

    Ausschnitt aus dem Werk von Michael Dinges mit dem Titel „Lasst Luft ab - Zeit für Demokratie!“


    Anlässlich des Jubiläumsjahres „60 Jahre Lebenshilfe“ hat die Bundesvereinigung der Lebenshilfe den Kunstwettbewerb „Ganz plastisch“ ins Leben gerufen. Seit Februar 2018 konnten Menschen mit und ohne Behinderung am Wettbewerb teilnehmen und räumliche Objekte zum Thema „Teilhabe statt Ausgrenzung“ einreichen – was sie auch fleißig taten. Zum Abschluss der Wettbewerbsfrist am 30. April zählten die Veranstalter 420 eingereichte Plastiken. „Das ist ein umwerfendes Ergebnis“, so die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe Ulla Schmidt, MdB. „Es zeigt uns, wie brennend die Menschen an einer Gesellschaft interessiert sind, die teilhaben lässt statt auszugrenzen. Es zeigt aber auch, wieviel wir für dieses Ziel einsetzen können: unsere Ideen und unsere Fantasie, unser Engagement und unsere Hartnäckigkeit. Und vor allem unsere Kreativität.“

    Dieses außergewöhnliche kreative Potential zeigt sich in Werken der Künstler des atelierblau der Lebenshilfe Worms, deren Arbeiten sich von denen professioneller Künstler wenig oder gar nicht unterscheiden. So ist es nicht verwunderlich, dass das atelierblau einen der sechs Nominierten stellt: Michael Dinges wurde von der professionellen Jury auserwählt und hat es mit seinem Werk „Lasst Luft ab - Zeit für Demokratie“ in die Endrunde geschafft!

    Spannend bis zum Schluss

    Als Anwärter auf den Sieg ist der Wormser Künstler, genau wie die anderen Nominierten, eingeladen bei der Jubiläumsfeier zum 60. Geburtstag der Lebenshilfe im September in Berlin dabei zu sein. So lange darf die Arbeit von Michael Dinges auch nicht öffentlich gezeigt werden, da der Kreativ-Wettbewerb erst auf der Feier mit der Verkündung des Award-Gewinners beendet wird. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird im Rahmen der Feierlichkeiten eine Ansprache zum Jubiläum der Lebenshilfe halten und die Nominierten persönlich auszeichnen.

    Teilhabe in der Gesellschaft

    Wer das atelierblau und dessen Künstler kennt weiß, dass es ihnen nicht um Preise oder Ehrungen geht, obgleich ihnen in den letzten Jahren einige zu teil wurden. Auch die deutschlandweite Ausstellungstätigkeit in mehreren namhaften Museen, wie z. B. im Arp Museum Rolandseck, im Marta Herford oder in der Dokumenta Halle Kassel sei zwar schön, aber niemals der Antrieb für das künstlerische Schaffen gewesen, erklärt Horst Rettig, künstlerischer Leiter des atelierblau.
    Vielmehr geht es den Künstlern um die geleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft, da diese immer noch nicht selbstverständlich sei. „Teilhabe in der Gesellschaft ist nur möglich, wenn wir Demokratie leben“, erklärt Michael Dinges den Bezug zu seinem Werk, für das er nominiert wurde. „Denn nur in einer gelebten Demokratie kann Kunst das bleiben, was sie ist: eine Möglichkeit, sich auszudrücken und seine Gedanken nach außen sichtbar zu machen!“ Diese künstlerische Freiheit, den eigenen Gedanken öffentlich Ausdruck verleihen zu können, sieht Dinges mit Blick auf die aktuellen politischen Entwicklungen gefährdet. „Es ist wichtig, dass wir uns Zeit für unsere Demokratie nehmen und uns für sie stark machen, um letztlich auch die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft voran zu treiben“, so Dinges.

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