„Jedes Johr im Winter is es widder so weit, in Piffelkum beginnt die fünfte Jahreszeit.“
Atemlos durch die Nacht – in Piffelkum is Fassenacht
Klaus Hamm bei seinem Auftritt als Lutherbaum.
Der TV Pfiffligheim hatte gerufen und die Narren waren diesem Ruf wieder zahlreich in die Turnhalle des Vereins gefolgt. Nachdem Sitzungspräsidentin Roswitha Lotz mit ihrem Elferrat Einzug gehalten und die Sitzung eröffnet hatte gab es eine Premiere für die Kleinsten an diesem Abend. Die Mini Hoppers von Ralfs Tanzstudio eröffnete das bunte Programm. Dabei meisterten sie ihren ersten Auftritt auf der großen Bühne mit Bravour und ernteten direkt die erste Rakete des Abends. Es folgte direkt eine weitere Premiere. Aufgrund des kurzfristigen Ausfalls eines Redners wurde Bernd Waurischk mit seinem ersten Auftritt in der Bütt ins kalte Wasser geworfen. Er berichtete als geplagter Kleingärtner allerhand amüsante Anekdoten. Von Ärger mit Unkraut, Dünger bis hin zu den besserwisserischen Gartennachbarn. Anschließend zeigte die Rheingoldgarde vom SV Rheingold 08 Hamm, dass man sich am Altrhein keine Gedanken um Nachwuchsmangel im Gardetanz machen muss. Mit blinkenden Gardekostümen und einem deftigen Sound fegten sie über die Piffelkumer Bühne.
RUMMS – mit einem lauten Paukenschlag kündigte sich der nächste Programmpunkt an und die Owerhaiser Krokoguggler enterten in gewohnter Manier die Bühne um den Narren nun so richtig einzuheizen. Nachdem das Publikum hier ausgiebig feiern konnte wurde es wieder ruhiger und Marcel Schmidt erzielte seinen Hattrick in der Bütt. Im dritten Jahr erzählte er als „Bu vum Land“ wieder über die Irrungen und Wirrungen in seinem Teenagerleben, das hauptsächlich vom „spaßbefreiten Verein“ Schule bestimmt wird. Als Sonja Scheibner und Ralf Hauck die Bühne betraten war bei deren Anblick direkt klar: Es folgt Klamauk der Extraklasse. Beide interpretierten in skurrilem Outfit als rüstige Rollator-Trachtler den Roland Kaiser Hit „Warum hast du nicht Nein gesagt?“ und bezogen dabei das Publikum ein ums andere Mal mit ein.
Sascha Hamm berichtete anschließend von seinem vergeblichen Kampf gegen die überschüssigen Pfunde. Nach Berichten über Arztbesuche, Ernährungsumstellung und quälenden Sporteinheiten kam er zur Schlussfolge: „Ein echter Kerl schafft keine 100 Liegestütze, sondern drei Döner.“ Danach wurde es persönlich. Katharina Hügel plauderte aus dem Nähkästchen und den Versuchen dem Eheleben wieder etwas mehr Pep zu verleihen. Leider stellten sich ihr dabei zahlreiche Hindernisse in Form von Satin-Schlafanzug, Haustiger oder auch einem Ischiasleiden in den Weg.
Bevor es in die obligatorischen 2x11 Minuten Pause ging gab es noch einmal geballte Frauenpower auf der Bühne zu sehen. Die acht Mädels der Tanzgruppe „No Name“ vom GV 1845 lieferten zu einem Power-Frauen-Medley in bunten Kostümen mit viel Glimmer und Glitzer einen würdigen Abschluss einer stimmungsvollen ersten Hälfte.
2x 11 Minuten Pause
Nach der Pause dann eine weitere Premiere. Erstmals unterhielt der Piffelkumer Fastnachtschor die Narren mit einem stimmigen musikalischen Programm. Einige Fastnachtsaktive des TV haben sich nun zu einem stimmgewaltigen Chor zusammengeschlossen und gaben eigene Interpretationen der Hits „Atemlos“, „Die pure Lust am Leben“ und „7 Sünden“ zum Besten. Das Publikum forderte eine Zugabe und so sang der ganze Bau die Hymne der Piffelkumer Fastnacht und Liebeserklärung an Piffelkum „Ich war noch niemals in New York“.
Klaus Hamm, der Piffelkumer Lutherbaum, betrat zum zehnten Mal in dieser Rolle die Bühne und wusste auch dieses Jahr wieder vieles rund um Piffelkum zu berichten. Zentrales Element dabei die Vergangenheit. Piffelkum und Hochheim feierten im letzten Jahr gemeinsam ihr 950-jähriges Bestehen. Doch auch einen Ausblick in die Zukunft wagte er und berichtete von einem Traum in dem die Bewohner des Hauses Hallermann die Kerweplanungen übernommen hatten und diese den neuen Umständen anpassten.
Präsidentengarde
Was wäre die typische Saalfastnacht ohne eines ihrer traditionellsten Elemente? Die Präsidentengarde vom GV 1845 Pfeddersheim war auch dieses Jahr wieder in Piffelkum dabei und brachten den Saal mit einem „Russland-Medley“ zum mittanzen und mitsingen.
Von den heimatlichen Klängen angelockt betraten nun die beiden russischen Edeldamen Frau Hawlitschek und Frau Pospochil die Bühne. Annika und Vanessa Holz schlüpften wieder in ihre Paraderollen und unterhielten die Piffelkumer Narrenschar erneut aufs Beste. Dabei hatten Sie in ihrem unverwechselbaren Dialekt allerhand über ihre Mitfastnachter zu berichten und zu tratschen. Internationalen Flair brachten dann die Power Paff Piffis mit. „Eviva Espana“ schallte es durch den Saal und auf der Bühne bot die vereinseigene Tanzgruppe des TV Pfiffligheim eine spanische Tanzshow.
Es blieb kein Auge trocken
Als letzte Rednerin des Abends stand Monika Holz in der Bütt. Bei ihren Geschichten rund um die Eröffnung ihres neuen Restaurants blieb kein Auge trocken und so mancher im Publikum wird nach der Sitzung versucht haben einen Tisch in ihrem Gasthaus „Zur Linde“ zu reservieren. Das heißt übrigens so weil im Garten eine Kastanie steht.
„Wenn die Luscht mich packt, dann ess ich dich – Fleeschworscht aus Piffelkum.“ Eine weitere musikalische Liebeserklärung folgte nun. Annika Holz und Katharina Hügel sangen auf der Bühne und im Publikum wurden Kostproben der besungenen Spezialität verteilt. Ein Genuss für Ohr und Gaumen und eine tolle Einstimmung aufs Finale.
Das Finale wurde auch in diesem Jahr wieder vom hauseigenen Männerballett bestritten. Im Disco-Outfit der 70er Jahre ließen sie dieses Jahrzehnt noch einmal aufleben und tanzten zu Stayin‘ Alive von den BeeGees.
Ein gelungener närrischer Reigen in der Pfiffligheimer Turnhalle fand nun sein Ende und die Besucher beider ausverkauften Sitzungen gingen fröhlich und bestens unterhalten nach Hause oder ließen den Abend noch feucht fröhlich an der Bar ausklingen.
Eines ist sicher. Die Piffelkumer hielten was sie verprachen:
„Heit Owend loss mer’s krache, mir Piffelkumer Narre,
feiern gern und trinken ääner mit.
Heit Owend loss mer’s krache, mir Piffelkumer Narre,