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  • Fr., 19. Juli 2019, 10:42 Uhr
    Rußrindenkrankheit bedroht Ahornbestände im Wormser Stadtwald

    Auch das Eschentriebsterben breitet sich aus

    Typisches rußartiges Erscheinungsbild eines abgestorbenen Ahorns. Foto: Landesforsten RLP / Joscha Erbes


    „Cryptostroma corticale“ - so heißt der Pilz mit wissenschaftlichem Namen der derzeit den Ahornbäumen im Wormser Stadtwald arg zusetzt und zwar so sehr, dass viele Exemplare innerhalb kurzer Zeit absterben. Eingewandert aus Nordamerika, profitiert der Pilz von den beiden Trockenjahren 2018 und 2019. Die durch Wassermangel geschwächten Bäume sind aktuell sehr anfällig für Erkrankungen. Man nennt die Erkrankung auch Rußrindenkrankheit, weil die absterbenden Bäume von einer rußartigen Schicht bedeckt sind. Diese enthält über 100 Millionen Pilzsporen pro Quadratzentimeter.

    „In der Bürgerweide ist ein 28 Hektar großer Waldbestand mit Ahornen und Eschen akut befallen. Nicht genug, dass die Ahorne Rußrinde haben – auch die Eschen sind erkrankt. Sie leiden unter dem Eschentriebsterben, ebenfalls einer Pilzerkrankung“, berichtet Joscha Erbes vom Forstamt Rheinhessen. „Auch an anderen Stellen in der Bürgerweide sind beide Baumarten von den Krankheiten betroffen, zum Glück wachsen dort aber noch andere Baumarten, die von Krankheiten verschont sind.

    Einatmen der Sporen vermeiden

    Laut Aussagen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie sind die Sporen der Rußrindenkrankheit für gesunde Menschen in der Regel nicht ernsthaft gefährlich, „Generell sollte man jedoch einen direkten Kontakt und das Einatmen der Sporen vermeiden. Deshalb werden wir auch Hinweisschilder an mehreren Waldeingängen anbringen, um die Waldbesucher zu informieren“, berichtet Erich Kulling von der Abteilung Grünflächen und Gewässer der Stadtverwaltung. „In den nächsten Wochen wird der Forst die abgestorbenen Bäume entlang von Wege fällen. In dieser Zeit müssen Spaziergänger Sperrungen in Kauf nehmen. Diese sollten aufgrund der erhöhten Sporenkonzentration unbedingt beachtet werden!“

    „Klimawandel macht dem Wald zu schaffen”

    „Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen und häufiger werdenden Extremwetterereignissen macht dem Wald insgesamt sehr zu schaffen. Ohnehin ist das Klima in Worms sehr warm und niederschlagsarm. Dazu kommen hohe Schwankungen der Grundwasserstände “, erläutert Erbes.

    Stadtverwaltung und Forstamt werden sich deshalb in nächster Zeit intensiv Gedanken über die Zukunft der Wormser Waldbestände machen und insbesondere der Frage nachgehen, mit welchen Baumarten die Verluste bei Esche und Ahorn ausgeglichen werden können.

    Infokasten
    Hintergrundinfos zur Rußrindenkrankheit unter https://www.dgfm-ev.de/infothek/spezial/ahorn-russrinden-krankheit

    Alles zum Klimawandel unter http://klimawandel.wald-rlp.de/

     

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