Erfreulich stabil und unauffällig – so könnte man auch am Jahresende die arbeitsmarktliche Entwicklung in Worms in 2016 bezeichnen. Im Dezember kommt es durch Freisetzungen in saisonabhängigen Bereichen der Wirtschaft und das Auslaufen von Zeitverträgen immer zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen“, so Susanne Decker, Geschäftsstellenleiterin der Wormser Arbeitsagentur. Das bislang milde Wetter begünstigte die Lage hier allerdings, sodass der Anstieg recht moderat ausfiel.
Im Vorjahresvergleich wächst die Zahl arbeitssuchender Menschen in der Region, wenn auch langsam, an. „Diesen Anstieg können wir klar an dem Anteil ausländischer Bewerberinnen und Bewerber – und ganz konkret an den Anteilen geflüchteter Menschen fest machen“, erklärt Decker. „Doch während dieser Anstieg in den anderen Regionen Rheinhessens bereits deutlicher erkennbar ist, fällt der Vergleich zu den Vorjahreswerten in Worms (25 mehr als in 2015) noch sehr verhalten aus. „In der Mehrzahl der Fälle ist für diese Menschen das Jobcenter zuständig, da bereits eine positive Entscheidung über ihren Asylantrag getroffen wurde“, erläutert die Arbeitsmarktexpertin.
Ausschlaggebend sei jedoch, dass der Kontakt zur Arbeitsverwaltung bereits frühzeitig hergestellt sei, damit alle arbeitsmarktpolitischen Unterstützungsmaßnahmen, die zur Heranführung an den Arbeitsmarkt notwendig sind, eingeleitet werden können.
Gemeinsam mit vielen Partnern wird es auch in 2017 in beiden Rechtskreisen weitere Anstrengungen geben, um die Integration der asylsuchenden Menschen in die Arbeits-und Ausbildungswelt der Region voran zu treiben.
Der deutlich höhere Bestand an offenen Stellen im Vorjahresvergleich (+115) zeigt eindringlich, wie viel schwerer und langwieriger die Stellenbesetzungsprozesse für Unternehmen geworden sind. Besonders betroffen davon sind beispielsweise der Handel und die Baubranche.
„Auch in 2017 wird es daher in erster Linie darum gehen, alle vorhandenen Potentiale für den immer noch aufnahmefähigen rheinhessischen Arbeitsmarkt auszuschöpfen“ erklärt Decker. Bereits in 2016 führte der Arbeitgeberservice hierzu in enger Zusammenarbeit mit vielen Unternehmen gezielte Aktivitäten wie Speed-Datings, branchenorientierte Bewerbertage und unzählige weitere Akquise-Aktionen durch. Auch die gezielte Qualifizierung mit dem Ziel nachhaltiger Beschäftigung wird konsequent fortgesetzt.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Dezember waren in der Dienststelle der Agentur für Arbeit Mainz und dem Jobcentern insgesamt 3.396 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 94 mehr als im November und 25 mehr als im Dezember 2016. Die Arbeitslosenquote lag aber ebenso wie im Vorjahr bei 7,6 Prozent.
Die Dienststelle der Arbeitsagentur betreute 903 arbeitslose Menschen, das Jobcenter 2493. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat errechnet sich vor allem durch die Steigerung im Jobcenter (+78), aber auch aufgrund der Zahlen im Bereich der Arbeitsagentur (+16),
Entgegen dem Trend in Rheinhessen, ist die Arbeitslosenquote der Frauen (8,0) in Worms höher als die der Männer (7,3).
Der Bestand an langzeitarbeitslosen Menschen hat sich im Vorjahresvergleich in beiden Rechtskreisen leicht verschlechtert (auf Agenturseite +25), auf Jobcenterseite +52). Die Zahl der älteren Arbeitslosen (50+) ist auf der Agenturseite 3,5% geringer als im Vorjahresvergleich, auf der Jobcenterseite jedoch um rund 6% gestiegen. Bei den ausländischen Bewerbern entwickelt sich die Arbeitslosenzahl weiter nach oben, mit nunmehr insgesamt 1104 ausländischen Bewerberinnen und Bewerbern stieg deren Quote im Jahresverlauf auf nunmehr 16,1 Prozent.
Die Zahl der neu gemeldeten Stellen lag mit 1.293 unter den Werten des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Bestand an offenen Stellen jedoch erheblich höher (+115).
Für die regionalen Arbeitsmärkte Rheinhessens gelten ähnliche Trends; vor allem die ländlichen Bereiche sind hier weiter auf stabilem Kurs.
Die Arbeitslosenquoten änderten sich wie folgt: Stadt Mainz von 6,3 auf 6,4 Prozent, Stadt Worms gleichbleibend bei 7,6 Prozent. Landkreis Alzey-Worms von 4,1 auf 3,9 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen gleichermaßen auf 3,7 Prozent.
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