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  • Mi., 26. August 2020, 21:41 Uhr
    TIEFGARAGE FRIEDRICHSTRASSE: Haupt- und Finanzausschuss plädiert mehrheitlich für Variante 3 der Machbarkeitsstudie / Ergänzungsantrag abgelehnt

    Auf dem Weg zurück zum Urzustand

    Das Parkhaus in der Friedrichstraße soll für 7,5 Millionen Euro saniert werden und 148 öffentliche Stellplätze bieten. Foto: Steffen Heumann


    VON STEFFEN HEUMANN | Die Ausgangslage: 1976 wurde die Tiefgarage in der Friedrichstraße errichtet. Die Bausubstanz ist teilweise in einem katastrophalen und teils in sehr gutem Zustand. Hauptsächlich an der inzwischen komplett abgestützten Zwischendecke und den Stützen der Mittelachse befinden sich die Schäden. Zudem ist die Sprinkleranlage defekt. Eine Reparatur ist nicht möglich, gleiches gilt für die Lüftungsanlage. Des Weiteren ist die Bodenbeschichtung größtenteils schadhaft und entspricht nicht den Anforderungen an befahrene Parkflächen. Aufgrund der Komplexität einer Sanierung der seit mehreren Jahren für den öffentlichen Parkverkehr geschlossenen Garage, wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben aus der drei Varianten resultieren. Für die Nutzer von 39 privaten Stellmöglichkeiten in der Friedrichstraße wurde derweil in der Tiefgarage Ludwigsplatz eine Zwischenlösung gefunden.

    Variante 1: Verfüllung der öffentlichen Tiefgarage, Sicherstellung von Überfahrtsrechten für die privaten Nutzer für Kosten in Höhe 5,4 Millionen Euro. Variante 2: Verfüllen einer von zwei Parkebenen in der öffentlichen Tiefgarage und Herstellung einer Durchfahrt für die Privatnutzer sowie der Erhalt von 77 freien Parkplätze für Kosten in Höhe von 6,43 Millionen Euro. Variante 3: Sanierung mit Abbruch der Zwischendecke, Einbau einer neuen Stahlverbunddecke, neue Bodenplatte und Betoninstandsetzung und 148 Parkmöglichkeiten und für 7,5 Millionen Euro den Urzustand wieder herstellen.

    Optionen, den unliebsamen Besitz ganz loszuwerden und sich aus dem „Dilemma rauskaufen“ (Richard Grünewald/Die Grünen) oder „Gibt es ein Raus aus der Situation“ und Möglichkeiten einer Risikominimierung (Timo Horst/SPD) wurden im Haupt- und Finanzausschuss auch angefragt. Uwe Gros (SPD) verwies diesbezüglich auf die bereits im Bauausschuss geführten Debatten und die Crux, dass sich im Gebäude auch der städtische Anne-Frank-Kindergarten befinde. Zudem benötige man Parkplätze rund um den Parkring, da sich auch die Situation beim Anwohnerparken immer prekärer gestalte – ganz abgesehen von parkplatzsuchenden Touristen. Dr. Klaus Karlin (CDU) mochte den Bogen weiter spannen, da wohl nicht wirklich mit einer Sanierung der Tiefgarage am Ludwigsplatz zu rechnen sei. Seine Rechnung: 5,4 Millionen müsse die Stadt für Variante 1 sowieso hinblättern, dann sich lieber Variante 3 und dem im Vergleich zum Parkaus am Dom möglichen „Schnäppchen“ von Kosten in Höhe von nur 14.000 Euro pro Parkplatz. Auch Mathias Englert (FWG/Bürgerforum) sprach sich für diese „einzig vernünftige Lösung“ aus. „Warum lange diskutieren?“, warf Ludger Sauerborn (AfD) ein, der ebenfalls Variante 3 präferierte.

    Kapazitäten im Parkhaus Friedrichstraße werden gebraucht

    Rund 30 Jahre sollte die sanierte Tiefgarage wieder ihren Dienst tun, schätzte Daniel Fuhrmann, Projektleiter Parkbauten der Stadt Worms auf Anfrage nach der Nutzungsdauer durch Raimund Sünder (CDU). Karl-Heinz Adelfinger, Geschäftsführer der Parkausbetriebs GmbH, ergänzte, dass beim Wegfall der Tiefgarage am Ludwigsplatz rund 120 Dauerparker „umgesiedelt“ werden müssten. In jedem Fall brauche man die Kapazität der Tiefgarage in der Friedrichstraße, so Adelfingers Einschätzung, auch wenn die Wormser Parkhäuser unter der Woche nur zwischen 60 und 70 Prozent ausgelastet seien.

    „50 Prozent echte Parkplätze in der Tiefgarage Friedrichstraße“, forderte Richard Grünewald/Die Grünen. „Und dass man die Planungen für eine Sanierung der Tiefgarage Ludwigsplatz einstellt“, fügte Grünewald an, der dies gerne in einem Ergänzungsantrag festgezurrt hätte. „Den Schachzug machen wir nicht mit“, entgegnete Alfred Koch (FDP). David Hilzendegen (Die Grünen) befand, dass man die Parkplatzsituation in Worms insgesamt betrachten und Möbilitätsfragen gemeinsam überdenken müssen. Investitionen für ein defizitäres Angebot an Parkplätzen bereitzuhalten mache keinen Sinn. Zum Abschluss der Debatte warb Dr. Klaus Karlin darum, dass sich die heutige Entscheidung ausschließlich auf den nächsten Schritt der Machbarkeitsstudie beschränke. Ganz unabhängig davon, dass Parkplätze benötigt würden. Und auch Uwe Gros legte nach: „Wo soll ich parken? Wir müssen auch an die Belange der Bürger in der Innenstadt denken!“ Richard Grünewalds Ergänzungsantrag wurde mehrheitlich abgelehnt (4 Ja-Stimmen). Der Beschluss durch den Haupt- und Finanzausschuss, die Variante 3 der Machbarkeitsstudie seitens der Verwaltung weiter zu bearbeiten erfolgte bei drei Gegenstimmen ebenfalls mehrheitlich.

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