
Die eigenen Wurzeln kennenlernen, sehen, wie seine Großeltern gelebt hätten, das sei die Intention seines Besuchs, berichtete Eliot Michael Gusdorf, der in dieser Woche zu Gast war in Worms und von Oberbürgermeister Michael Kissel im Rathaus begrüßt wurde.
Sein Nachname ist in der Nibelungenstadt nicht unbekannt, ist Eliot Michael doch der Enkel von Paul A. Gusdorf, der zur „Wormser Möbelfabrik Gusdorf & Co.“ gehörte. Seinen ursprünglichen Sitz hatte der Betrieb in der Kaiser-Wilhelm-Straße 32, doch Sigmund und Hermann Gusdorf, die Söhne des Besitzers August, machten sich 1910 selbstständig und gründeten in Hochheim in der Binger Straße 32 eine eigene Möbelfirma. Diese Möbelfabrik wurde zu einem in Worms und weit darüber hinaus bekannten, leistungsfähigen Betrieb. Während der NS-Zeit wiederfuhr der jüdischen Familie viel Leid. Paul A. Gustorf emigrierte 1940 mit seinen beiden Geschwistern nach St. Louis in den USA, wo die Nachfahren noch heute leben und eine Möbelfabrik betreiben.
Nach wie vor scheint die Familie tief verwurzelt mit Deutschland. Eliot Michael Gusdorf wird das Land seiner Vorfahren nicht nur im Rahmen eines kurzen Besuches kennenlernen. Ab dem Sommer wird er in Augsburg Rechtswissenshaften studieren. „Ich hielt es allerdings für richtig, zunächst Worms zu besuchen und zu sehen, wo meine Familie gelebt hat“, erklärt er seine Beweggründe, für seinen ersten Deutschlandaufenthalt Worms als Ziel zu wählen. Kurzerhand nahm er deshalb Kontakt zum Verein Warmaisa auf, der ihm half, seinen Worms-Besuch zu organisieren.
Er sei stets willkommen in der Heimatstadt seiner Familie, betonte OB Kissel. „Uns ist es wichtig, die Beziehungen zu jüdischen Familien aus Worms aufrechtzuerhalten und zu pflegen“, betonte der Stadtchef.
Mitnehmen von seiner Reise wird Eliot Michael Gusdorf nicht nur den Wormser Imagefilm, sondern auch jede Menge positive Eindrücke. „Ich habe eine wundervolle Stadt mit einer bewegenden jüdischen Geschichte kennengelernt“, schilderte er dem OB seine Eindrücke.
Beitrag aus der Rubrik