
Überraschender Besuch kündigte sich vergangene Woche in der Verbandsgemeinde Eich an. Howard Kahn, Enkel von Ernst Kahn, einem ehemaligen jüdischen Bürger aus Eich, traf sich gemeinsam mit seiner Frau Miriam zu einem Gespräch mit dem Eicher Ortsbürgermeister Klaus Willius, dessen Vorgänger Günther Reich und dem 1. Beigeordneten Wolfgang Hoffmann in Stellvertretung des Bürgermeisters Maximilian Abstein, in der Eicher Verwaltung. Die Kahns waren tief beeindruckt von dem spontanen und freundlichen Empfang. Zusammen mit Günther Reich, der das Schicksal einiger jüdischer Familien in der Verbandsgemeinde bereits dokumentiert hat und Gabriele Hannah, die diese Dokumentation mit ihrem Bruder Hans-Dieter Graf auch noch ergänzen und erweitern wird, kam ein reger Austausch zustande, der zeigte, dass die Nachfahren den Wurzeln ihrer Eltern und Großeltern aus der Verbandsgemeinde immer mehr nachspüren und den Kontakt bewusst suchen. Howard und Miriam Kahn leben in Jerusalem und befinden sich derzeit auf einer Reise an die verschiedensten geschichtsträchtigen Orte in Deutschland, vor allem aber an jene, von denen sein Großvater Ernst ihm erzählte. Darunter die Synagoge und der jüdische Friedhof in Worms, das Gymnasium und die Gedenkstätte KZ in Osthofen, das ehemalige Elternhaus in der Hauptstraße und die sich in Privatbesitz befindende Synagoge in der Altrheinstraße in Eich. Howards Großvater Ernst Kahn wurde am 29.11.1919 in Eich geboren. 1936 sah sich seine Familie gezwungen, ihren Heimatort zu verlassen. Ein halbes Jahr warteten sie in Frankfurt auf Visa nach Amerika. Seit 1937 lebt Ernst Kahn in New York. Ebenso seine Schwester Gertrude, geb. 1921. In einem Filminterview der Shoah Foundation 1998 erinnerte sich Ernst Kahn an seine Kindheit und Jugend in Eich, an die Schikanen, denen Juden ausgesetzt waren, ihre Flucht aus Deutschland und den Neuanfang in Amerika. Ernst Kahn kam 1943 als amerikanischer Soldat nach Deutschland und hält bis heute Kontakt mit seinem Heimatort. Die positiven Eindrücke, die sein Enkel Howard von der Verbandsgemeinde Eich gewonnen hatte und sofort nach Amerika mitteilte, freuten ihn und die jüdische Gemeinde in New York sehr.
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