Sommerferienspiele von „museum live“ im Nibelungenmuseum Worms / Herbstferienspiele mit neuem Konzept
Auf den Spuren von Forschern und Entdeckern
Während der Sommerferien erlebten zahlreiche Kinder wunderbare Stunden im Programm museum live.
Was erlebten Forscher und Entdecker auf ihren Reisen? Welche Werkzeuge benötigten sie? Wie wurden Schriftsteller von außergewöhnlichen Orten inspiriert? Diesen und weiteren spannenden Fragen gingen 28 Jungen und Mädchen bei den fünftägigen Sommerferienspielen im Nibelungenmuseum nach. Vom 18. bis 22. Juli jagten sie unter anderem bei einer Stadtrallye durch Worms, besuchten die Burg Dilsberg am Neckar oder experimentierten im Labor der Wormser Rheingütestation. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung, die zum museumspädagogischen Angebot von „museum live“ gehört, am Freitag, 22. Juli, mit einer Theateraufführung rund um die Figuren von Kapitän John Smith und der Indianertochter Pocahontas. Die Kids im Alter von sechs bis zwölf Jahren bewiesen bei strahlendem Sonnenschein vor der Kulisse der historischen Wormser Stadtmauer viel Spaß beim Schauspiel.
„Diesmal gaben wir den Kindern die Möglichkeit, zum Thema Reisen Neues zu entdecken“, so Isabell Schärf-Miehe, Mitarbeiterin des Nibelungenmuseums und Ferienspiele-Projektleiterin: „Gleichzeitig sollten sie aufmerksam werden für das, was vor den Augen liegt. Deshalb haben wir am Montag mit einer Stadtrallye durch Worms begonnen. Die eigene Heimatstadt haben die Kinder und Jugendlichen so unter ganz neuen Gesichtspunkten erforscht. Ausgehend von Worms ging es im Laufe der Woche aber auch mit dem Schiff über den Neckar und gedanklich sogar bis nach Afrika.“
Abwechslungsreiches Ferienprogramm
Nach einer Begrüßungsrunde und der Stadtrallye am Montag, 18. Juli, drehte sich bei den Ferienspielen am Dienstag, 19. Juli, alles rund um die Seefahrt. Im Mythenlabor des Nibelungenmuseums berichtete Isabel Hasani, Mitarbeiterin im Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz, anhand des sogenannten „Jonas Sarkophages“, einem antiken Steinfries, von Seefahrern, -ungeheuern oder dem Schiffsaufbau. Angeregt von Hasanis Erzählungen bauten die Kids kleine Floße aus Korken.
Am Mittwoch, 20. Juli, besuchten die Kinder die Burg Dilsberg am Neckar, die erstmals im Jahre 1208 urkundlich erwähnt worden ist. Ein besonderes Highlight war eine Führung unter dem Motto „Auf den Spuren von Mark Twain“, bei der die Jungen und Mädchen unter anderem den zeitweise von Fledermäusen bewohnten Burgstollen besuchten. Wohl aus Unkenntnis seiner Lage und seiner Entstehungsgründe war einst die Sage eines unterirdischen Gangs entstanden, der von der Burg Dilsberg unter dem Neckar zu einer Neckarsteinacher Burg führen sollte. Diese Sage ging in eine Erzählung des amerikanischen Schriftstellers Twain ein, die er nach einem Aufenthalt in der Burg Dilsberg schrieb. Die Ferienspielgruppe hörte auf ihrer Rückfahrt auf dem Schiff über den Neckar außerdem, dass Mark Twain seinen Erfolgsroman „Huckleberry Finn“ nicht auf dem Mississippi – wie fälschlicherweise zunächst angenommen –, sondern auf einer Floßfahrt auf dem Neckar geschrieben hatte. Die jungen Reisenden konnten der historischen Persönlichkeit Twain dann direkt nachspüren, die genau wie sie vor vielen Jahren diese Neckarfahrt erlebt hatte.
So gestärkt vom Ausflug ging es am Donnerstag, 21. Juli, für die Mädchen und Jungs auf Gedankenreisen quer durch Deutschland und nach Afrika. Unterstützt wurde Schärf-Miehe in der Woche von den vier Betreuern Johannes Ruhstorfer, der sein FSJ im August beendet, Sina Horle, die schon seit vier Jahren dabei ist, Emily Kraft und Ben Standke, der zum ersten Mal als Betreuer mitwirkte. Daneben unterstützten auch die Mitarbeiter vom Nibelungenmuseum Gilda D’Amico-Funk und Janine Georgoulis sowie Patricia Seelig das Programm. Am letzten Tag, Freitag, 27. Juli, wurde das junge Team durch Steffen Schwab ergänzt, Mitarbeiter im Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht. Er führte die Gruppe in der Rheingütestation an die labortechnische Untersuchung vom Rheinwasser heran. Die Rheingütestation nimmt als „Außerschulischer Lernort“ an einem Bildungsprojekt teil, das die rheinland-pfälzische Wasserwirtschaftsverwaltung zusammen mit der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg entwickelt hat. Hier konnten die Ferienkinder neue Einblicke zum Thema Wasser gewinnen und in eigenständigen Experimenten praktische Erfahrungen sammeln.
Abschlussveranstaltung vor der Stadtmauer
Zum Abschluss präsentierten die jungen Humboldts, Galileis und Co. ein kurzes Musical vor der Kulisse der historischen Stadtmauer am Nibelungenmuseum. Zahlreiche Eltern, Großeltern und Geschwister waren gekommen, um die Nachwuchsschauspieler zu sehen. Gezeigt wurde die Geschichte um den Londoner Kapitän John Smith, der sich im „Neuen Land“ Amerika in die junge Indianertochter Pocahontas verliebt und auf dem Heimweg schließlich nicht nur neues Land, sondern auch etwas anderes entdeckt: die Sehnsucht. Die Ferienspielkids schlüpften in die Rollen von Matrosen und Indianern oder verkörperten Wind und Wellen. Zwischen den Kapiteln wurden die Lieder „(What Shall We Do With) The Drunken Sailor“ oder „My Bonny Is Over The Ocean“, begleitet von Akustikgitarre und Djembé (afrikanische Holztrommel), präsentiert. Die glücklichen Gesichter der Kids verrieten, dass sie eine Woche voller Spaß und neuer Eindrücke hinter sich hatten.
Herbstferienspiele mit neuem Konzept
Auch die nächsten Ferienspiele im Herbst sollen unter frischem Wind segeln: Dann möchte Schärf-Miehe mit den Kindern einen Stop-Motion-Film drehen. Unter fachkundiger Anleitung werden die Kinder vom Drehbuch bis zur Requisite alle Bestandteile des Films selbst entwickeln. Voraussetzung für die Teilnahme an dem viertägigen Angebot vom 10. bis 13. Oktober ist ein Mindestalter von acht Jahren. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wer mitmachen möchte, sollte sich rechtzeitig unter museumsvermittlung@worms.de oder 06241 / 8534120 anmelden.