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  • Mo., 13. September 2021, 16:51 Uhr
    Nibelungenlauf 2021: „Heimkehrer“ in die Nibelungenstadt geben sportliches Tempo beim Laufevent vor / Bestzeiten purzeln reihenweise

    Auf neuer Route geschwind durchs Nibelungenland

    Da spurtet er im Sauseschritt: Daniel Jeckel (TSV Schott Mainz), der aus Pfeddersheim stammende souveräne Sieger über zehn Kilometer, erntet reichlich Applaus beim Zieleinlauf.  Foto: Marcus Diehl


    VON JÜRGEN JAAP | „Ja, wo laufen sie denn?“ Das fragte einst Loriot in einem seiner unvergesslichen Comedy Klassiker auf der Rennbahn. 2021 liefen sie trotz der allgegenwärtigen Corona-Pandemie auch wieder bei der mittlerweile bereits 18. Auflage des weit über die Läuferszene hinaus bekannten Nibelungenlaufs. 860 Läuferinnen und Läufer gingen dabei aber auf eine völlig neu gestaltete Route. Nicht wie bislang üblich vom Festplatz Worms, der noch ganz unter dem Zeichen des Wormser Backfischfestes stand, sondern der „Nibelungenlauf-Arena“ an der Rheinpromenade am Hagendenkmal und Kriemhilds Rosengarten aus ging’s auf die Reise über fünf, zehn Kilometer oder den Halbmarathon über die 21,1 Kilometer. Vorbei am Nibelungenturm durch die Nibelungenbrücke, vom „Salzstein“ in den Wormser Stadtwald über den Rheindamm und zurück in die Arena. „Eine abwechslungsreiche, eine sehr schöne Strecke“, wird nachher Lennart Nies, der Sieger im Halbmarathon, schwärmen. Und dazu eine nahezu flache Strecke, die bei bestem spätsommerlichem Wetter ohne die Läufer bremsenden Gegenwind die Bestzeiten vieler Teilnehmer nur so purzeln ließ.

    Von Köln nach Worms in Bestzeit: Die gebürtige Wormserin Susanne Kömmlinger siegte bei ihrer dritten Teilnahme beim Halbmarathon in einer prima Zeit von 1h:33m:03s und großem Vorsprung auf die nächste Läuferin. Foto: Marcus Diehl


    Familie spornt Siegerin Susanne Kömmlinger zur Bestzeit an
    „Das haben wir uns verdient“, begleitete Moderator Veit Berthold ob des fantastischen Wetters mit für die Sportler perfekten Temperaturen bestens gelaunt das Feld beim Start in mehreren Etappen aus der Nibelungen-Arena auf die Strecke. Ob’s an den Ortskenntnissen lag, bleibt dahingestellt. Jedenfalls bestimmten Heimkehrer in ihre Heimatstadt Worms das sportliche Geschehen beim Nibelungenlauf 2021. Susanne Kömmlinger etwa über den Halbmarathon. Die heute in Köln lebende gebürtige Wormserin feierte „ein halbes Heimspiel“. An der Bürgerweide gab’s die Fanmeile mit den Eltern, dem Bruder und der Cousine. „Ich war nie schneller, vielleicht auch wegen der klasse Unterstützung“, schrieb Susanne Kömmlinger ihrem Fanclub einen Teil des Sieges bei ihrer dritten Teilnahme zu. Mit 1h:33m:03s und einem satten Vorsprung von eineinhalb Minuten auf die Zweite bleibt dazu eine ausgezeichnete Siegerzeit in den Bestenlisten stehen.

    Vor dem Tennis-Medenspiel mal schnell ein Halbmarathon
    Apropos purzelnde Bestzeiten: Gleich um fast fünf Minuten polierte Lennart Nies (TV Maikammer) seine Bestzeit im Halbmarathon auf. Die Uhr blieb für den Mittdreißiger aus Mutterstadt bei fantastischen 1h:10m:14s stehen. „Ich trainiere momentan hart auf den München-Marathon hin“, erklärte sich der Sieger des Nibelungenlaufes seine Fabelzeit selbst ein wenig erstaunt. Und dabei war der Nibelungenlauf für den Mutterstädter „nur“ der Auftakt in einen höchst sportlichen Sonntag, denn: „Heute Mittag steht noch ein Tennis-Medenspiel auf meinem Programm.“ Die Siegerurkunde beim Laufevent dürfte bei seinem Gegner auf dem Tenniscourt wohl für so manches Ass gut sein.

    „In der Heimat läuft sich’s eben schöner“
    Auch auf der „kurzen“ Strecke über die zehn Kilometer drückte ein Heimkehrer dem Nibelungenlauf seinen Stempel auf. Daniel Jeckel, der für den TSV Schott Mainz die Laufschuhe normalerweise auf der Bahn über 5000 Meter schnürt, lief allen Konkurrenten auf und davon. „In der Heimat läuft sich’s eben schöner“, ließ der in Pfeddersheim aufgewachsene 24-jährige junge Mann wissen. Und schneller läuft sich’s ganz offenbar auch, hatte Daniel Jeckel doch bei seinem Start-Ziel-Sieg am Ende mit 33m:25s einen satten Vorsprung von zwei Minuten und 40 Sekunden auf den ersten Verfolger Karol Flejmer aus Polen.

    Allenthalben Lob für den Nibelungenlauf 2021
    Trotz der langen Corona-Pause mit unzähligen abgesagten Laufevents hatte Chef-Organisator Dieter Holz ein sportlich durchweg positives Fazit: „Die Corona-Auflagen gehen schon an die Substanz, aber am Ende ist das Lob der Athleten über eine schöne Strecke, klasse Zeiten und ein fantastisches Ambiente der schönste Lohn für all die Arbeit.“ Und an Lob sparte kaum einer der Teilnehmer, zumal ja viele auch ihre Bestzeit noch dazu neu schrieben.

     

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