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  • Mi., 20. Januar 2021, 22:47 Uhr
    HAUPT- UND FINANZAUSSCHUSS: Grünes Licht für kommunalen Kostenanteil von rund 54.000 Euro für Maßnahmen der S-Bahn Rhein-Neckar / Stadt und Kunden profitieren von Leistungssteigerung und Netzwirkung

    „Auf Worms kann man sich verlassen“

    Vom Ausbau der S-Bahn in der Metropolregion profitiert auch die Stadt Worms. Foto: Gernot Kirch


    VON STEFFEN HEUMANN | Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte am Mittwoch einstimmig der Finanzierung der Planungskosten für die entlang der „Stammstrecke“ erforderlichen Maßnahmen der S-Bahn Rhein-Neckar hinsichtlich des Knotenausbaus Mannheim-Heidelberg zu. Der Kostenanteil der Stadt Worms beträgt 54.155 Euro und verteilt sich auf die Haushaltsjahre 2021 (16.246 Euro), 2022 (21.662 Euro) und 2023 (16.246 Euro). Damit investiert die Stadt auch in die Qualität des SPNV-Angebotes in der gesamten Region und auf dessen Entwicklungsperspektiven.

    Die Prognosen zur zukünftigen Belastung durch den Fern- und Güterverkehr lassen erwarten, dass die Belastung des rechtsrheinischen Bereiches zwischen Mannheim und Heidelberg weiter ansteigen wird. Eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit dieses Streckenabschnittes ist daher dringend notwendig. Sie ist vor allem auch Voraussetzung für eine Qualitätsverbesserung der bestehenden S-Bahn-Linien sowie die Weiterentwicklung des S-Bahn-und RegionalExpress-Angebotes insbesondere im Hinblick auf zusätzliche Direktverbindungen beispielsweise durch die Weiterführung der S-Bahn aus Mainz über Mannheim hinaus Richtung Heidelberg und die Einführung neuer RE-Angebote (z.B. Weiterführung des RE aus Saarbrücken-Kaiserslautern über Mannheim hinaus bis Heidelberg und die Weiterführung des RE von Karlsruhe über Heidelberg hinaus bis Mannheim).

    „Damit werden auch die Interessen der S-Bahn gewahrt“, erläuterte Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht die Notwendigkeit des Beitrages, um die Folgen erblicher Kapazitätsprobleme auf der Schiene abzumildern. Schließlich tangiere die S-Bahn auch den stark frequentierten Rangierbahnhof der Quadratestadt. Eine Optimierung der Strecke erzeuge auch eine Netzwirkung in Form von Pünktlichkeit oder etwa durch eine umsteigefreie Verbindung von Worms nach Heidelberg. „Auf Worms kann man sich verlassen“, freute sich Specht über den Beitrag der Nibelungenstadt. Nach Abschluss der Vorplanungen sei man dann startklar für den Verteilungskampf um die Mittel, wie der Erste Bürgermeister betonte.

    Zweiter Anlauf durch bessere Rahmenbedingungen

    Bereits seit 2009 laufen die Planungen, die 2014 aufgrund gestiegener Kosten und. fehlender Finanzierungsmöglichkeiten auf Eis gelegt wurden. Im Rahmen der Planungen des Bundesverkehrsministeriums im Bundesverkehrswegeplan unter Berücksichtigung der Erfordernisse des Deutschlandtaktes sowie im Zusammenhang mit der inzwischen erfolgten Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz haben sich im Jahr 2020 verbesserte Konditionen im Blick auf die Finanzierung sowie den Projektumfang ergeben, wie Christian Wühl, Abteilungsleiter Planung und Angebot beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar mitteilte. Seitens des Bundes und der DB Netz AG wird ein Planungsbeginn im 2. Quartal 2021 angestrebt. Voraussetzung hierfür ist der Abschluss einer Planungsvereinbarung zwischen der DB Netz AG und dem Zweckverband Verkehrsverbund Rhein-Neckar mit einem Kostenrahmen von voraussichtlich rund 2,9 Millionen Euro, die in den Jahren 2021 bis 2023 fällig werden. Neben Worms beteilige sich auch das Land Rheinland-Pfalz zunächst mit 100.000 Euro und in einer weiteren Planungsphase mit weiteren 150.000 Euro, so Christian Wühl. Bis 2023 soll die Vorplanung abgeschlossen sein, die Umsetzung des Projektes erfolge dann bis in die 30er Jahre.

    „Ein begrüßenswertes Vorhaben, das für Worms im Verbund auch Vorteile bringt“, kommentierte David Hilzendegen (Bündnis 90/Die Grünen). Hilzendegen äußerte auch gleich einen Wunsch: Die direkte Anbindung der Regionalexpress-Linie 14 bis Heidelberg, damit Pendler einen Zwischenhalt in Mannheim sparen. „Die Leistungssteigerung und Netzwirkung sind ein wichtiger Punkt für Worms“, führte Uwe Gros (SPD) aus. Er setze dann auch auf Solidarität, wenn die Realisierung von S-Bahn-Projekten in Worms, wie etwa der Haltepunkt im Süden, anstünden. Als Partner fühle man sich an die Metropolregion angebunden und später eingebunden, lobte Dr. Klaus Karlin (CDU) die Entwicklung. Oberbürgermeister Adolf Kessel erklärte nach dem einstimmigen Votum des Ausschusses: „Wir sind auf einem guten Weg!“

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