
Die Gleichstellung der Geschlechter in der Verbandsgemeinde Eich ist seit 20 Jahren die Aufgabe von Ursula Orth. Sie wurde auf Beschluss des Verbandsgemeinderates Eich am 5. Februar 1996 als erste ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte gemäß §2 Abs.6 der Gemeindeordnung für Rheinland-Pfalz gewählt. Für ihre Aufgabe brachte die heute 67-jährige Ursula Orth viel Erfahrung und Hintergrundwissen durch ihre hauptamtliche Tätigkeit in der Frauenabteilung des Deutschen Gewerkschaftsbundes mit. Ihre vierte Wiederwahl im Mai erfolgte einstimmig, der VG-Rat ist stolz, diese Stelle mit so viel Frauenpower und Fachwissen besetzen zu können. In einer kleinen Feierstunde überreichte Bürgermeister Maximilian Abstein der im Mai wiedergewählten Gleichstellungsbeauftragen Ursula Orth die offizielle Ernennungsurkunde und einen großen Blumenstrauß. „Liebe Ursula Orth, Sie könnten sicherlich ein Buch schreiben über ihre Arbeit, die weit über das klassische Aufgabenspektrum einer Gleichstellungsbeauftragten hinausgeht. Durch ihr vielseitiges soziales Engagement kennen sie die Schattenseiten des Lebens und egal, ob die Hilfesuchenden jung oder alt sind, egal, welches Problem anliegt, sie übernehmen jede Aufgabe mit Herzblut und viel Willenskraft und daher sind wir ihnen zu großem Dank verpflichtet“, sagte Bürgermeister Maximilian Abstein in seiner Ansprache. Ursula Orth hat in dieser Zeit Vieles auf den Weg gebracht. Das Meiste findet aus Rücksicht auf die Betroffenen im privaten Raum statt. Eine Sprechstunde beispielsweise hält sie bei sich zu Hause oder bei den Hilfesuchenden ab. Die Liste ihrer Unterstützungsangebote scheint schier endlos. Angefangen von Informationsveranstaltungen zum Schwerbehindertenrecht, Pannenkursen für Frauen bis zur Begleitung zur Erstberatung bei einem Fachanwalt für Familienrecht. Die Thematiken ihrer Aufgaben sind ebenso vielfältig: mal geht es um Unterhaltsforderungen, mal geht es um Mobbing am Arbeitsplatz, mal um das Einfordern des Besuchsrechts für Väter, die ihre Kinder sehen möchten. Nach den Sommerferien will sie das Thema „Menschen in Trennungssituationen“ unter den verschiedensten Aspekten mit Vorträgen und Sprechstunden aufgreifen. Der weibliche „Hans Dampf in allen Gassen“ sagt über sich selbst: „Ich kann nicht anders. Und ich will auch nicht anders. Wenn ich sehe, wo Hilfe benötigt wird, helfe ich. Situationen, in denen ich nicht weiterhelfen kann, halte ich nur schwer aus. So ist mein Leben, das bin ich!“ Selbst einst Flüchtling gewesen und von einer seltenen schweren Krankheit betroffen, die sich derzeit im Stillstand befindet, lässt sich Ursula Orth nicht aufhalten oder von Misserfolgen unterkriegen. Denn die Erfolge ihrer Arbeit sind nicht messbar. Manchmal erhält Ursula Orth – wenn überhaupt - erst nach Monaten und Jahren eine Rückmeldung der hilfesuchenden Betroffenen. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb hält die Gleichstellungsbeauftragte schon so lange durch und engagiert sich. „Ich habe weiterhin den Mut zum Träumen – aber auch die Kraft zum Kämpfen für die, die auf der Schattenseite des Lebens stehen“, sagt Ursula Orth energisch. Bürgermeister Maximilian Abstein wünschte der dienstältesten Gleichstellungsbeauftragten von Rheinland-Pfalz für die weiteren fünf Jahre alles erdenklich Gute, viel Kraft und Gesundheit.
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