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Di., 03. Juli 2018, 17:35 Uhr
Verein stellt Zukunftsplanungen vor / 3-Jahres-Plan mit Sponsoren entwickelt / Mit neuem „Wir-Gefühl” zum Erfolg
Aufbruchstimmung bei Wormatia
Mehr Planungssicherheit für den VfR Wormatia in der Regionalliga. Am Dienstagmittag präsentierten Jochen Schneider (von links), Stephan Wilhelm (EWR), Frank Schmidt (TST), Marcel Gebhardt und Gerd Obenauer im Brauhaus 12 Apostel das neue Konzept. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN Aus den Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit hat der VfR Wormatia die notwendigen Schlüsse gezogen und in Zusammenarbeit mit den Sponsoren ein tragfähiges Konzept entwickelt, das dem Traditionsverein über drei Jahre Planungssicherheit gibt. Erklärtes Ziel: Kontinuierlicher Aufbau einer schlagkräftigen Regionalligamannschaft mit Blickrichtung oberes Tabellendrittel und die sukzessive Fortschreibung der positiven Entwicklung im Jugendbereich und der Vereinsinfrastruktur.
Jochen Schneider, geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim VfR, zeigte sich erfreut über das Ergebnis der konstruktiven Gesprächsrunde. Statt einer Etatkürzung um 30 Prozent, wurde die bisherige Summe von 800.000 Euro noch aufgestockt. „Eine Verbesserung für den Verein”, so Jochen Schneider mit dem Verweis auf mehrjährige Sponsorenverträge mit Hauptsponsor TST (zwei Jahre plus einjährige Option), EWR und ROWE (jeweils drei Jahre). „Eine solide wirtschaftliche Basis”, betonte Schneider, der seinen Dank auch an Tim Brauer richtete. Der Vorsitzende sei ein weiterer Garant für vernunftorientiertes Handeln im Verein. Dem schloss sich Helmut Emler als Vorsitzender des Wirtschafts- und Verwaltungsrates an. „Als Verein werde man alles tun, um dem Vertrauen der Sponsoren durch einen zielgerichteten Einsatz der finanziellen Mittel gerecht zu werden.
Mit Blick auf Millionenbeträge, über die Ligakonkurrenten verfügen, müsse jedem Fan klar sein, dass in Worms nicht der Größenwahn ausgebrochen sei, relativierte Schneider die Verhältnismäßigkeit der Mittel. Auch das Erreichen des DFB-Pokals beschere keinen Geldsegen. 35 Prozent der Antrittsprämie in Höhe von 140.000 Euro fließen an den Verband zurück. Zudem sei die Erfüllung der 80-seitigen Durchführungsverordnung mit enormen Kosten verbunden. „Ein mittlerer fünfstelliger Betrag”, das prognostiziert Jochen Schneider als Gewinn für den Verein nach dem Abpfiff des Pokalkrachers gegen Werder Bremen.
Sponsoren sprechen Fans aus dem Herzen
„Wir wollen in den nächsten drei Jahren was bewegen”, nannte Frank Schmidt, Geschäftsführer Trans Service Team GmbH als Haupt- und Trikotsponsor seine Beweggründe für ein weiteres Engagement beim VfR. Als Unternehmer stelle er sich der Verantwortung, das sportliche Aushängeschild der Stadt zu unterstützen. Der Verein erfülle soziale Aufgaben und biete Kindern ein sportliches Zuhause. Auf dem Weg in die Zukunft hofft Schmidt auf weitere Wegbegleiter aus der Wormser Wirtschaft, die sich an der Erfolgsgeschichte beteiligen. „Es gibt bereits einige Rückmeldungen”, so Schmidt, der aber auch Klartext spricht: „Ich war es müde ins Stadion zu gehen. Was da an Fußball geboten wurde, war oft Krampf. Das muss sich ändern!” Schmidt setzt nach dem Klassenerhalt und dem Pokalerfolg auf die Euphorie im Umfeld. „800 oder 900 Zuschauer bei Heimspielen, das tut schon weh”, wünscht sich der Unternehmer, dass ein Ligaspiel bei Wormatia wieder zum Ereignis und Erlebnis wird, bei dem attraktiver Fußball vor einer akzeptablen Kulisse geboten wird.
Stephan Wilhelm, Vorstand der EWR AG als weiterer Haupt- und Jugendsponsor, sieht ebenfalls die Zeit gekommen, um perspektivisch eine konkurrenzfähige Mannschaft zu formen. „Wir unterstützen die Aufbruchstimmung und wollen mehr Emotionalität rund um das Thema Fußball und Wormatia entfachen”, setzt Wilhelm auf eine Initialzündung. Mit dem zur Verfügung stehenden Budget unterstütze der Energiedienstleister viele Vereine in der Stadt und zeige auch beim VfR Wormatia Flagge. „Im Gegenzug erwarten wir aber auch eine Professionalisierung der Arbeit im Verein”, unterstrich der EWR-Vorstand. Als Sponsor denke man wie ein Fan. Daher steige auch der Druck auf die handelnden Personen. Das Potential, weitere Ziele zu realisieren, sei vorhanden, erklärte Stephan Wilhelm, der Kontakte nutzen möchte, um Wormatia weiter voranzubringen. „Denn”, so Wilhelm: „Eine Stadt wie Worms braucht ein Zugpferd, wie die Wormatia im Sport.”
Prozess, bei dem eine Delle einkalkuliert ist
Marcel Gebhardt, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand, beschrieb den Neustart als Auftakt in einem Prozess, bei dem auch mal eine „Delle” einkalkuliert sei. Das zarte Pflänzchen müsse erst wachsen, um im Wettbewerb mit der übermächtigen Konkurrenz für Furore sorgen zu können. Er teile den Wunsch der Sponsoren, dass die Fans öfters zufrieden nach einem Fußballspiel in der EWR-Arena den Nachhauseweg antreten sollen. Der Klassenerhalt und der Pokalsieg seien der ideale Zeitpunk, um mit vielen jungen Spielern eine neue Ära einzuläuten. Das berge auch Risiken, fügte Gebhardt an. „Wir haben in der Vergangenheit aber immer die Ruhe bewahrt”, so Marcel Gebhardt. In sportlichen Fragen genießt der Vorstand das volle Vertrauen der Sponsoren. Idealerweise hoffen die Verantwortlichen, dass das neue „Wir-Gefühl” bereits in der kommenden Saison Früchte trägt. Die Grundlage legen Mannschaft und Trainerteam derzeit. Spätestens am Ende des Drei-Jahre-Plans für die Regionalliga gilt aber: „Oben in der Tabelle anklopfen!”