Fr., 04. November 2022, 12:40 Uhr
WORMS: Staudinger-Grundschule bekommt Schulgesundheitsfachkraft aus Landesprogramm
Aufgeschlagene Knie, Bauchweh, Kopfschmerzen
Der eine hat sich das Knie aufgeschlagen, die andere klagt über Bauchweh und die nächste hat ihre Kopfschmerz-Tabletten vergessen – wer kennt sie nicht, die vielen kleinen und großen Katastrophen, die im Schulalltag passieren können? Was 2018 mit zwei Schulgesundheitsfachkräften in Mainz begann, soll bis Jahresende 2023 auf 26 Schulen im ganzen Land anwachsen, die mit jeweils einer halben Stelle für Schulgesundheitspflege ausgestattet werden. Eine der Schulen ist die Staudinger-Grundschule in Worms.
Träger des Projektes, das aus der ikidS-Studie II der Universitätsmedizin Mainz hervorgegangen ist (ikidS = „Ich komme in die Schule“), ist die Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG). Sie hat dazu einen Kooperationsvertrag mit dem Land Rheinland-Pfalz und dem Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz geschlossen, das die wissenschaftliche Begleitforschung übernimmt.
„Das Modellprojekt Schulgesundheitsfachkräfte passt gut in unsere Gesamtstrategie, in der wir großen Wert auf Gesundheit, Resilienz und Wohlbefinden legen. Denn wir wissen, dass gerade in Folge der Corona-Pandemie viele Schülerinnen und Schüler Unterstützung brauchen. Die bekommen sie in Rheinland-Pfalz“, sagt
die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig.
„Die Schulkrankenschwestern haben – über ihre Aufgaben in der Unterstützung bei chronischen Krankheiten, Unfällen und akuten Erkrankungen hinaus – auch eine wichtige psychologische Funktion. Das zeigt gerade die Corona-Pandemie mit ihren zum Teil starken Einschränkungen, die an vielen Kindern nicht spurlos vorübergegangen sind“, erläutert Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG). „Die Schulkrankenschwestern sind wichtige Vertrauenspersonen im Schulalltag, die ein offenes Ohr für die Kinder haben. Das bietet die Chance, zu erkennen, ob hinter Bauchweh und Kopfschmerzen vielleicht eher seelische Sorgen und Nöte stecken, für die gemeinsam mit den Eltern nach Lösungen gesucht werden kann. Sowohl die körperliche wie die psychische Gesundheit der Kinder kann daher von der Anwesenheit einer Schulkrankenschwester profitieren“, so Krell.
„Wir sind glücklich und auch etwas stolz, dass dieses 2017 gestartete Projekt in Politik und Praxis so viel positive Resonanz erfährt – das ist für alle Beteiligten ein extrem schöner Erfolg“, betont Initiator und Studienleiter, Prof. Dr. med. Michael S. Urschitz, vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) an der Universitätsmedizin Mainz. Und ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir das Projekt auch weiterhin wissenschaftlich begleiten werden. Aus dem Pilotprojekt haben wir viel für die aktuell stattfindende Erweiterung des Projektes gelernt. Wir wissen beispielsweise, dass es bis zu sechs Monaten dauern kann, bis die Kinder Vertrauen zu ihrer neuen ‘Schulschwester‘ aufbauen und deren Angebote annehmen. In der aktuellen wissenschaftlichen Begleitung untersuchen wir insbesondere den direkten Nutzen, den Kinder mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen ganz konkret durch die Schulgesundheitspflege haben.“