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  • Sa., 09. Mai 2015, 23:38 Uhr
    Aktionstag: Hunderte Teilnehmer an Hebammen-Demo / Botschaft des Berufsstandes nach Berlin tragen

    „Aufschrei noch nicht laut genug!”

    Hunderte Teilnehmer zeigten sich am Samstagmorgen bei einem Demonstrationszug durch die Wormser Innenstadt mit den Forderungen des Berufsstandes der Hebammen solidarisch. Foto: Steffen Heumann


    VON STEFFEN HEUMANN Passend zu den Perspektiven des Berufsstandes der Hebammen präsentierte sich der Himmel über dem Wormser Hauptbahnhof zum Auftakt des Aktionstages am Samstagmorgen trist statt himmelblau. Mitorganistorin Inge Gerbig war zufrieden mit der Resonanz. Hunderte Teilnehmern, getreu dem Dresscode meist in Schwarz gekleidet, zeigten sich solidarisch mit den Forderungen des Berufsstandes, eine flächendeckende Versorgung durch Hebammen zu gewährleisten und die existenzielle Bedrohung durch steigende Haftpflichbeiträge zu entschärfen.

    „Der Aufschrei ist noch nicht laut genug!”, kommentierte Inge Gerbig die Ist-Situation. Gehör fand die Hebamme mit ihrem Anliegen jedoch bei den politischen Vertretern vor Ort. Im Rahmen seiner Möglichkeiten versteht sich auch MdB Jan Metzler als „Anwalt der Hebammen”. Metzler übergab an Inge Gerbig ein Positionspapier und steht in Kontakt mit den zuständigen Ausschüssen in Berlin. „Die Sach- und Fachkompetenz von Inge Gerbig gilt es zu bündeln”, äußert sich der Bundestagsabgeordnete zuversichtlich, dass die Belange der Demo auch in der Hauptstadt Gehör finden. Landtagsabgeordneter Adolf Kessel, selbst frisch gebackener Opa, hakt ein. Seine Tochter habe ebenfalls von Hebammenleistungen profitiert. Daher plädiere er für den Erhalt des Berufsstandes auch in der Fläche.

    Marcus Held, Bundestagsabgeordneter für die SPD, zeigte sich enttäuscht, dass das Thema der Versicherungspflicht für auf Bundesebene noch in der Warteschleife sei. Auf seine parlamentarische Anfrage habe er unlängst vom Koalitionspartner nur ausweichende Antworten erhalten. „Ein unbefriedigendes Ergebnis”, sichert Marcus Held dem Berufsstand seine weitere Unterstützung zu. Patrick Merz, einer der zahlreichen männlichen Demonstrationsteilnehmer, unterstützt den Wunsch seiner Partnerin nach einer Hausgeburt. Mit der Einschränkung: „Solange es noch Hebammen gibt.” Wirke sich das Fehlen von Hebammen erstmal auf die Frauenärzte aus, befürchtet Merz chaotische Zustände in den Praxen, wenn selbst bei kleineren Problemen ein Arzt konsultiert werden müsse.

    „Die Politik muss endlich handeln”, sieht Andreas Siegler, hier mit Noah, die Verantwortung bei den Volksrepräsentanten. Foto: Steffen Heumann


    Auf eine Signalwirkung der Demo setzt auch Andreas Siegler, der mit der Ehefrau Sara und den beiden Kindern Amelia und Noah aus Ibersheim gekommen war, um die Forderungen der Hebammen zu unterstützen. „Die Politik ist untätig”, meint Siegler und fordert die Gesetzesmacher endlich zum raschen Handeln auf. In der Prinz-Carl-Anlage endete die als Trauerzug deklarierte Demonstration mit einer Abschlusskundgebung vor der Hebammenpraxis der Initiatorin.

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