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Do., 06. Juni 2019, 11:45 Uhr
Tennis: Damen 30 des TC Bürgerweide rocken die Oberliga / 16:5-Heimsieg über SC TA Ludwigshafen bedeutet mehr als „nur“ den sicheren Klassenerhalt
Aufsteiger schnappt sich Vizemeisterschaft
Julia Lerner ließ im Einzel und Doppel an der Seite von Christina Chrissostomou in der Oberliga-Partie gegen SC TA Ludwigshafen rein gar nichts liegen. Vier glatte Sätze standen am Ende für die technisch versierte Tennisspielerin des TC Bürgerweide Worms zu Buche. Foto: Marcus Diehl.
VON JÜRGEN JAAP | Die Medenspiele, so heißen die Mannschafts-Saisonspiele des Sommers im Tennis der Jugend und Erwachsenen in Deutschland, gehen im Juni in fast allen Spielklassen in die entscheidende Phase im Kampf um den Klassenerhalt oder Aufstieg. Der NK lässt die gelben, grünen oder weißen Filzkugeln in seiner Serie „Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland“ über die Tennisnetze der Region fliegen.
Werfen wir dazu einen Blick in die Oberliga der Damen 30. Das Team des TC Bürgerweide Worms um Nina Stepp, die amtierende Mannschafts-Weltmeisterin mit dem deutschen Damenteam der Jungseniorinnen 35, strebte als souveräner Meister der Verbandsliga 2018 dieses Jahr als Aufsteiger eigentlich „nur“ den Klassenerhalt an. Es wurde deutlich mehr. Mit einem klaren 16:5-Heimsieg über SC TA Ludwigshafen sicherten sich die TCB-Damen 30 bereits am vorletzten Spieltag 2019 die Oberliga-Vizemeisterschaft. Und das kam so …
Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland
Mannschaftshund Paul sichert das Gelände der Pfrimmpark-Arena in Pfiffligheim selbstbewusst, stolz und aufmerksam umher schlendernd ab. Mannschaftsführerin Nina Stepp schleppt eine Wasserflasche nach der anderen zu den drei Tennisplätzen, auf denen das Oberliga-Match der Damen 30 des TC Bürgerweide Worms und des SC TA Ludwigshafen trotz tropischer Hitze bei 33 Grad Celsius im Schatten, den man auf den Courts allerdings vergeblich sucht, sogleich Fahrt aufnimmt. Der Sicherheitsdienst auf vier Beinen wäre nicht wirklich nötig, denn die Partie beider Teams hat freundschaftlichen Charakter. Der Getränkedienst indes der amtierenden deutschen Vize-Meisterin im Einzel der Jungseniorinnen 35 und Mannschafts-Weltmeisterin mit dem deutschen Damenteam der Jungseniorinnen 35 ist unverzichtbar. „Das wird ein heißes Match heute“, hatte Nina Stepp nicht nur wegen der schwülen Hitze gemutmaßt.
Dass es auch ein höchst erfolgreiches Tennismatch für den TCB wurde, dafür legten sich Neuzugang Katrin Bäcker, die als Lehrerin in Mainz unterrichtet, aus Simmern stammt und stets bei den vom TC Bürgerweide im Wormser Wäldchen seit nunmehr einem Jahrzehnt ausgerichteten Deutschen Meisterschaften der Jungseniorinnen und Jungsenioren aufschlug, sowie Julia Lerner und Sandra Mast im ersten Einzeldurchgang mächtig ins Zeug. Das kraftvolle Angriffs-Tennis von Katrin Bäcker, die elegante und filigrane Spielweise von Julia Lerner und die taktisch äußerst gewieften Schläge von Sandra Mast bescherten den drei TCB-Damen auch jeweils sicher den ersten Satz. Julia Lerner und Sandra Mast ließen nicht locker, was Sandra Mast erfreut mit der Einschätzung „die Oberliga ist scheinbar meine Liga“ kommentierte. Katrin Bäcker hingegen merkte man nun eine Zerrung an. Satz zwei und der Champions-Tiebreak gingen folglich flöten.
TCB baut Führung kontinuierlich aus
Egal. Mit Nina Stepp, Christina Chrissostomou (Neuzugang von BASF TC Ludwigshafen) und Katharina Kastner (Neuzugang von TC Rot-Weiß Worms) hatte der TCB drei weitere heiße Eisen im zweiten Durchgang der Einzel im Rennen. Alle drei stachen – nicht zuletzt ob ihrer ausgezeichneten Technik. Die beidhändige Rückhand von Katharina Kastner war dabei genauso Punktegarant wie die Power in allen Grundschlägen und dem Service von Christina Chrissostomou. Apropos Power. Ob Nina Stepp beim Getränkeservice zu viele Körner ließ? Oder ob es an der gleich zu Beginn des Matches gerissenen Saite ihres Tennisrackets lag? Jedenfalls kam die Favoritin im Match mit der zunächst wie entfesselt auftrumpfenden Linkshänderin Romina Farinella gar nicht richtig in Schwung. 1:4 lag die Powerfrau des TCB hinten, ehe der Turbo zündete, der erste Aufschlag kam und die Winner endlich ins Feld zischten. Am Ende stand aber doch ein klarer Erfolg „mit Anlaufschwierigkeiten“, wie Nina Stepp bemerkte, auf der Anzeigetafel des Centercourts zu lesen.
Zwei deutliche Doppelsiege bringen vorzeitige Vizemeisterschaft
Ein gewonnenes Doppel fehlte dem TCB nun noch zum sicheren Klassenerhalt und darüber hinaus zur „völlig überraschenden Vizemeisterschaft im ersten Jahr nach dem Aufstieg in die Oberliga“ (Nina Stepp). Zwei „Brillen“ später, so bezeichnet man im Tennis die „Höchststrafe“ eines 0:6 und 0:6, war der SC TA Ludwigshafen mit 16:5 geschlagen, auch wenn sich die Gäste das Dreierdoppel ganz knapp schnappten. Die TCB-Duos Stepp / Bäcker und Chrissostomou / Lerner kannten kein Pardon, wollten möglichst schnell vom Platz in den Schatten unter den Sonnenschirmen. Dort hatte es sich inzwischen Mannschafts-Maskottchen Paul gemütlich gemacht. Denn nicht nur ein Tennismatch wie das der TCB-Damen 30 kann bei der Hitze in die Beine gehen. Auch die Patrouille rund um die Tennisplätze schlaucht. Was da hilft? Kühlendes Nass zur Feier des unverhofften Erfolgs der Damenmannschaft 30 des TC Bürgerweide Worms.
Tennis Damen 30 Oberliga
TC Bürgerweide Worms – SC TA Ludwigshafen 16:5 (16:4)
Einzel:
1: Nina Stepp vs. Romina Farinella 6:4 | 6:1
2: Katrin Bäcker vs. Evelyn Krämer-Viola 6:2 | 3:6 | 4:10
3: Christina Chrissostomou vs. Katja Göde 6:2 | 6:3
4: Julia Lerner vs. Tatjana Wunderlich 6:3 | 6:2
5: Katharina Kastner vs. Franca Rößle 6:3 | 6:0
6: Sandra Mast vs. Tina Kittelberger 6:1 | 6:1
Doppel:
1: Stepp / Bäcker vs. Farinella / Krämer-Viola 6:0 | 6:0
2: Chrissostomou / Lerner vs. Göde / Wunderlich 6:0 | 6:0
3: Kastner / Mast vs. Rößle / Kittelberger 4:6 | 7:6 | 10:12