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  • Sa., 26. Dezember 2015, 20:17 Uhr
    Die Mannheimer Kufencracks verlieren ihr Eröffnungsspiel nach einer 3: 0 Führung noch mit 3:6 Toren

    Auftaktpleite der Adler beim Spengler Cup

    Ryan MacMurchy ist einer der wenigen Adler, der zurzeit überzieht. Gegen Lugano schoss er zwei Tore. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler nehmen vom 26. bis zum 31. Dezember am Spengler Cup in Davos in der Schweiz teil. Es ist ein Traditionsturnier ohne Wert, es geht nur um das Prestige. Ihr Auftaktmatch haben die Adler am Samstag mit 3:6 (2:0/1:3/0:3) Toren gegen den HC Lugano verloren. Das Unfassbare dabei, die Mannheimer führten bis zur 33. Spielminute, also quasi zur Halbzeit des Matches, noch mit 3:0 Toren und gaben das Match dann noch aus der Hand. Ein Offenbarungseid in Sachen mentale und spielerische Schwäche. Es scheint in Mannheim nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis es personelle Veränderungen gibt.

    Die Geschichte der Partie ist schnell erzählt. Die Kurpfälzer waren im ersten Drittel das bessere Team und die 2:0 Führung nach 20 Minute war verdient. Der HC Lugano hatte die Raubvögel wohl unterschätzt. Ab dem zweiten Drittel marschiert dann der HC Lugano. Zwar konnte Mannheim noch auf 3:0 erhöhen, doch dann gingen die Kurpfälzer im Angriffswirbel der Schweizer unter. Stand es nach 40 Minuten noch 3:3 unentschieden, machten die Eidgenossen im letzten Abschnitt klar und demütigten Mannheim mit einer 6:3 Packung. Desolat dabei die Adler-Mannschaft. Besonders in der Defensive passte nichts mehr. Teilweise wirkten die Adler wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen.

    Die große Frage ist die, der Konsequenzen. Oder, um es exakt zu formulieren, ob Adler-Trainer Greg Ireland noch lange im Amt ist. Seine Tage scheinen gezählt. Doch werden die Mannheimer das Turnier wohl erst noch zu Ende spielen, ohne dass es Veränderungen gibt. Am morgigen Sonntag müssen die Adler gegen das finnische Top-Team von Jokerit Helsinki antreten. Die nächste Pleite scheint vorprogrammiert.

    Es war ein grundsätzlicher Fehler der Adler, am Spengler Cup teilzunehmen, denn dadurch mussten Matches in der DEL vorgezogen werden und die Mannschaft wurde in den letzten Wochen unter zusätzlichen Druck gesetzt. Dazu kam, es mussten unattraktive Dienstagsspiele ausgetragen werden, die bei weitem nicht ausverkauft waren. Jetzt, um die Feiertage, wo die Heimspiele in der SAP-Arena normalerweise ausverkauft sind, sind die Adler nicht in Mannheim, sondern schwirren in der Schweiz herum. Und es sei die Frage erlaubt, was bringt solch eine Teilnahme? Was wirklich zählt ist die Deutsche Meisterschaft und vielleicht noch die Champions League. Einen unnötigen Schnickschnack wie den Spengler Cup sollten die Verantwortlichen in Mannheim sein lassen. Und gerade jetzt, in einer Krisenzeit, ist der Spengler Cup so überflüssig wie ein Kropf.

    Zur Chronologie

    1. Drittel

    Die Adler mit einem starken, druckvollen Auftakt. Bereits in der 5. Minute das 1:0 für die Kurpfälzer durch Brent Raedeke. Auch in der Folge die Blau-Weiß-Roten das spielbestimmende Team. Insgesamt war die Partie aber nicht wirklich auf hohem Niveau und wirklich hochkarätige Torszenen waren auf beiden Seiten selten. In der 14. Minute das 2:0 durch Adler-Torjäger Ryan MacMurchy, der einen Hammer aus der Halbdistanz abzog, der wie ein Strich unhaltbar im Schweizer Kasten einschlug.
    Zwei Minuten vor Drittelende hatte Frederik Pettersson die große Gelegenheit auf dem Schläger, um für die Schweizer zu verkürzen, aber er scheiterte an Torsteher Dennis Endras. Somit ging es mit der Mannheimer Führung in die Kabinen. Fazit: Mannheimer Adler führen verdient gegen harmlose Schweizer.

    2. Drittel

    Im zweiten Abschnitt legte der HC deutlich zu und bestimmte zunächst das Gehschehen auf dem Eis. Doch mitten in die Drangphase der Schweizer hinein in der 28. Minute das 3:0 für Mannheim. Wieder hatte Torjäger Ryan MacMurchy mit einem trocken, präzisen Schuss getroffen. In der 33. Minute traf der Frederik Pettersson dann allerdings zum 1:3 Anschlusstreffer. Nur drei Minuten später verkürzt Damien Brunner für den HC Davos auf 2:3 Toren. Und in diesem Stil ging es leider weiter. Der HC Davos marschierte und bestimmte das Spiel. Mannheim hingen vollkommen in die Defensive gedrängt. Die logische Konsequenz, der 3:3 Ausgleichstreffer in der 39. Minute erneut durch Frederik Pettersson. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause. Fazit: Ein vollkommen umgedrehtes Match. Die Schweizer stark und konzentriert, die Mannheimer lethargisch und teilweise überfordert.

    3. Drittel

    Der HC Davos nahm den Schwung mit in den letzten Abschnitt. In der 45. Minute ist es der Skandinavier Linus Klasen zum 4:3 für die Schweizer trifft. Nur eine Minute später ein kapitaler Fehler in der Adler-Hintermannschaft und Linus Klasen schoss zum 5:3 ein. Adler-Coach Greg Ireland nahm daraufhin eine Auszeit. Das Mannheimer Team aber auch in der Folge restlos konfus und überfordert. Es fehlt jede Ordnung und jedes Aufbäumen. Das Match war jetzt nur mehr ein belangloses Schaulaufen. Den Schlusspunkt setzte Alessio Bertaggia mit dem 6:3 ins leere Mannheimer Tor, das Goalie Dennis Endras zugunsten eines sechsten Feldspielers verlasen hatte.

     

    Statistik

    Lugano : Mannheim 6:3 (0:2/3:1/3:0)

    Tore:  0.1 (04:28) Raedeke (Metropolit/Eminger); 0:2 (13:51) MacMuchrchy (Hecht/Wilson); 0:3 (27:09) MacMurchy; 1:3 (32:04) Pettersson; 2:3 (35:05) Brunner (Hofmann); 3:3 (38:35) Pettersson; 4:3 (44:59) Klasen (Martensson/Pettersson); 5:3 (45:42) Klasen; 6:3 (59:08) Bertaggia;

    Aufstellungen:

    Mannheim: Endras (Ziffzer) – Carle, Akdag, Emminger, Wagner, Goc, Richmond, Fischer - Kink, Joudrey, Buchwieser, Rheault, Metropolit, Raeadeke, Ullmann, Hospelt, Yip, MacMurchy, Wilson, Hecht

    Lugano: Merzlikins / Owuya - Ulmer, Vauclaier, Chiesa, Furrer, Glenn, Spang, KIenzle, Sartori - Martensson, Klasen, Pettersson, Bertaggia, Filppula, Brunner, Hofmann, Sannitz,Walker, dal Pian, Kostner, Reuille
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