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Sa., 09. Januar 2016, 01:16 Uhr
Die Mannheimer Kufencracks gewinnen am Freitag gegen die Iserlohn Roosters mit 2: 1 Toren nach Verlängerung
Aufwärtstrend der Adler hält an
Es war ein hart umkämpftes Match zwischen Mannheim (blaue Trikots) und Iserlohn, auch wenn die spielerischen Glanzlichter fehlten. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Es ist noch nicht alles Gold was glänzt, doch zumindest ist bei den Mannheimer Adler in der Deutschen EishockeyLiga (DEL) der Silberstreifen am Horizont sichtbar. Am Freitagabend konnten die Nordbadener den Tabellenzweiten, die Iserlohn Roosters, mit 2:1 (0:0/0:1/1:0/1:0) Toren nach Verlängerung besiegen. Dies bedeutet, zwei Punkte blieben in Mannheim, einer ging ins Sauerland. Nach der rabenschwarzen Serie von acht Niederlagen in Folge im Dezember, weisen die Raubvögel damit im Januar bisher eine positive Bilanz von zwei Siegen und einer Niederlagen auf. In der Tabelle kletterten die Cracks aus der Quadratestadt auf Rang sieben.
Es war kein schönes Spiel, am Freitagabend zwischen den Adlern und Iserlohn, aber das einzige was für Mannheim momentan zählt sind Punkte und Siege. Und dies wurde mit dem engen 2:1 gegen die Roosters geschafft. Spielerische Glanzpunkte konnte niemand erwarten. Zurzeit gilt es für die Nordbadener von Spiel zu Spiel zu denken und kleine, positive Schritte zu machen und so langsam wieder Selbstvertrauen aufbauen. Denn noch ist das Spiel der Balu-Weiß-Roten von großer Nervosität geprägt. Man merkt den Cracks an, sie wollen nur ja keinen Fehler machen.
Der 2:1 Sieg der Mannheimer fällt unter die Kategorie mühsamen Arbeitssieg. Über zwei Drittel lang war es ein monotones, langweiliges Match ohne große Höhepunkte. Erst die Schlussphase bot tolles Eishockey. Dennoch war der Erfolg der Adler hochverdient, denn sie waren das eindeutig dominierende Team, das mehr für den Spielaufbau tat. Iserlohn hingegen praktizierte über 50 Minuten lang ein destruktiveres, völlig unattraktives Defensiveishockey, das daraus bestand, mit fünf Mann möglichst eng um den Torwart zu stehen, zu verteidigen und auf Konter zu lauern. Schönes Eishockey, das die Leute von den Sitzen reißt, ist etwas anderes. Somit war es auch ein Sieg von Offensiv-Eishockey gegenüber Abwehrkünstlern, die weite Phasen der Partie nahezu nur Beton anrührten und hinten drin standen.
Dass Mannheim trotz der großen Feldüberlegenheit 50 Minuten lang kaum ernst zunehmende Torchancen hatte, zeigt einerseits, wie geschickt Iserlohn verteidigte, andererseits, wie nervös und wenig zwingend die Adler zurzeit sind. Der Kampf und das Bemühen sind bei den Raubvögeln vorhanden, aber spielerisch läuft es noch nicht rund. Was natürlich auch an den fünf verletzten Stammspielern liegt: Dennis Reul, Niki Goc, Jamie Tardif, Brandon Yip und Marcel Goc. Doch vielleicht kommt mit den Siegen ja auch die Sicherheit und der Glanz zurück. Am Sonntag muss Mannheim in Wolfsburg antreten.
Ein ganz schwache Leistung zeigten die Unparteiischen, denn sie begünstigen in ihren Entscheidungen eindeutig Iserlohn. Es stellt sich die Frage, warum die Roosters eine Art Narrenfreiheit bei den Schiedsrichtern genießen? Und dies scheinbar nicht mehr nur am heimischen Seilersee. Einige Aktionen der Sauerländer wurden am Freitag „übersehen“ oder zumindest blieb der Pfiff aus.
Zur Chronologie
1. Drittel
Die Adler waren von Beginn an das eindeutig dominierenden Team. Iserlohn beschränkte sich auf Konter. Somit wurde sehr kontrolliertes Eishockey gespielt bei dem die Leidenschaft fehlte. Lange plätscherte das Match ohne Höhepunkte vor sich hin. Die beste Chance für Iserlohn hatte Bradley Ross in der 18. Minute, als er frei vor Adler-Goalie Dennis Endras zum Schuss kam, aber am Mannheimer Torsteher scheiterte. Nur eine Minute später fuhr Adler-Stürmer Jochen Hecht frei auf Iserlohns Torwart Pickard zu, aber auch er scheitert. Somit ging es mit dem 0:0 in die Kabinen. Fazit: Ein schwaches Drittel, dass sich die Zuschauer hätten sparen können. Torschüsse: Mannheim 6 - Iserlohn 8
2. Drittel
Das Drittel bot identisches Eishockey wie der ersten Abschnitt. Mannheim machte das Spiel und berannte das Iserlohner Kasten. Wobei den Nordbadenern dabei die Cleverness und Durchschlagskraft fehlte. Alles wirkte ein wenig ohne Biss. Die Roosters setzten ihr destruktives Spiel fort und beschränkten sich weitestgehend darauf mit fünf Mann ihr Tor zu verteidigen. Nur gelegentlich setzten sie zu Kontern an. Als alle schon dachten, mit dem 0:0 ging es in die Pause, gelang Nicolas Petersen der 1:0 Führungstreffer für die Roosters. Dies war auch der Stand beim Gang in die Kabinen. Fazit: Ein langweiliges Drittel, bei dem das Tor für Iserlohn das Geschehen auf dem Eis auf den Kopf stellte. Torschüsse: Mannheim 11 - Iserlohn 5
3. Drittel
Im letzten Drittel wurden die Angriffsbemühungen der Adler endlich belohnt und Brent Raedeke erzielte in der 42. Minute den 1:1 Ausgleich. Es folgten mehrere unverständliche Schiedsrichterentscheidungen, die Mannheim benachteiligten. Das Publikum machten seinem Unmut lautstark durch minutenlange Pfiffe Luft. Dann waren noch neun Minuten zu spielen und Iserlohn agierte erneut in Überzahl. Doch konnten diese die Roosters nicht zum Torerfolg nutzen. Jetzt waren noch sieben Minuten zu spielen und plötzlich nahm die Partie an Rasanz und Fahrt auf. Mannheim stürmte jetzt mit Herz und Leidenschaft und hatte zahlreiche große Einschussgelegenheiten. Und auch Iserlohn zeigte endlich Offensivqualitäten. Vor beiden Toren brannte es jetzt häufig lichterloh, wobei Mannheim mehr und die besseren Chancen auf seiner Seite hatte. Ein Tor fiel aber nicht mehr und so ging es in die Verlängerung. Fazit: Trotz schwacher Schiedsrichter wurde im letzten Abschnitt endlich richtiges Eishockey gespielt. Iserlohn im Glück, dass es beim 1:1 blieb. Torschüsse: Mannheim 15 - Iserlohn 7
Verlängerung
Zunächst war Mannheim aktiver, dann erspielte sich Iserlohn ein, zwei gute Gelegenheit, doch dann verlagert sich das Spielgeschehen vor das Roosters-Gehäuse. Dabei entstand eine unübersichtliche Situation vor dem Iserlohner Tor. Die Frage war, wo war der Puck und inwieweit war der Adler-Stürmer Kai Hospelt gefoult worden? Die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis. Die Entscheidung war Penalty für Mannheim. Kai Hospelt trat an und verwandelte eiskalt zum 2:1 Endstand für die Adler.