WORMS: Vereine arbeiten eng mit der Stadt zusammen / Sportangebote für Geflüchtete
Aula der Nelly-Sachs-IGS kann als Unterkunft genutzt werden
Sportdezernent Timo Horst besuchte die Halle des Horchheimer Turnvereins, die alternativ für den Schulsport genutzt werden könnte. Foto: Stadt Worms
Die Stadt Worms will sich auf ankommende Menschen aus der Ukraine vorbereiten. Während am Mittwoch eine Stadtrats-Vorlage zur Unterbringung ukrainischer Kriegsflüchtlinge noch 313 in Worms gestrandete Personen nannte, sprach Oberbürgermeister Adolf Kessel in der digitalen Ratssitzung bereits von überholten Zahlen, „einer hohen Dynamik“ und 387 nach Worms geflüchteten ukrainischen Menschen. „Die Stadt wird nicht umhin kommen“, prognostiziert das Stadtoberhaupt, „Sporthallen wieder für Flüchtlinge als Erstunterkunft zu nutzen“.
Ziel bleibt allerdings, die Geflüchteten dezentral in geschlossenen Wohnunterkünften unterzubringen. Hierfür steht die Stadt laufend mit privaten Wohnungsgebern in Kontakt. Falls es aber doch einer ersten Unterbringung bedarf, steht nun die Aula der Nelly-Sachs-IGS den Schutzsuchenden parat. Hierfür hat sich Sportdezernent Timo Horst, der städtischer Ansprechpartner für den Breitensport ist, mit den Nutzern, Vereinen und Schulen, dieser Mehrzweckhalle abgestimmt. Diese wollen nun auch Sportangebote und andere Unterstützung für die Geflüchteten bereitstellen.
„Wir haben im Vorfeld mit allen betroffenen Nutzern der Mehrzweckhalle an der Nelly-Sachs-IGS gesprochen und gute Lösungen gefunden. Es wird zu keinen Beeinträchtigungen des Schul- und Vereinssports kommen“, so der Sportdezernent. Falls es doch mal zu einem Engpass kommen sollte, hat bereits der Turnverein 1879 e.V. Worms-Horchheim seine Halle für den Schulsport zur Verfügung gestellt. Zudem prüft derselbe Verein, den Geflüchteten ein Sportangebot bereitzustellen.
Andere Vereine haben sich dem angeschlossen, so liegen der Stadtverwaltung bereits einige Zusagen vor, was den Sportdezernenten Timo Horst, den Sport-Kreisvorsitzenden Manfred Pfeiffer und den städtischen Sportreferent Gerd Vogt besonders freut: „Wenn Frauen mit Kindern übergangsweise keine eigenen vier Wände haben, sondern in einer Gemeinschaftsunterkunft leben, ist für die Kinder ein Sportangebot als Ausgleich besonders wichtig“, so Vogt. Für diesen Fall hat auch der Sportbund Rheinhessen dafür gesorgt, dass ukrainische Flüchtlinge einen Versicherungsschutz beim Sportausüben besitzen. Alle Sportangebote sind auch unter www.sportinworms.de ersichtlich. Viele Vereine haben spezielle Kennenlern-Angebote für Menschen, die aus der Ukraine nach Worms flüchten mussten.
Auch die Schulen wollen mit Unterstützungs- und Betreuungsangeboten helfen. In Zusammenarbeit mit dem Wormser Immobilienmanagement hat Sozial- und Schuldezernent Waldemar Herder es möglich gemacht, dass ein Modulcontainer mit Küchen- und Wäschebereich sowie Aufenthaltsräumen auf dem Schulhof der IGS installiert wird. Damit werden die Geflüchteten neben sportlicher Betätigung die Möglichkeit haben, selbst zu kochen und Wäsche zu waschen.