Patenschafts-Projekt zwischen Kolping Worms und der Pfrimmtal-Realschule Plus in der Praxis
„Aus der Schule in den Beruf“
Das Patenteam Kolping Worms, von links: Heinrich Fingerle, Gerd Obenauer, Werner Konrad, Kyra Seibel, Robert Geiser, Klaus Lermann, Rainer Sprinz, Carola Klaus, Karlheinz Springborn, Gabriele Jany und Alois Marschall.
Die Kolpingfamilie Worms, begleitet beim Projekt „Aus der Schule in den Beruf“ interessierte Schülerinnen und Schüler bei der Berufsfindung, beim Bewerbungsprozess und der Suche nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz. Durchgeführt wird das Projekt ehrenamtlich von Frauen und Männer mit meist langjähriger Berufserfahrung aus den Bereichen Personalplanung/Personalentwicklung und/oder Ausbildungsverantwortung im Betrieb. In der Regel wird mit den am Projekt beteiligten Schülern in Zweierteams gearbeitet (Projektleitung, Rainer Sprinz und Carola Klaus). Insgesamt stehen zurzeit vier Patenteams zur Verfügung.
Chancen erhöhen und Motivation
Das Ziel bei dieser ehrenamtlichen Tätigkeit ist es, einerseits die Chancen der Paten-
schüler auf einen raschen Einstieg in das Berufsleben zu erhöhen, andererseits aber auch, bei entsprechenden schulischen Fähigkeiten, den Schüler zu motivieren die Schule nicht schon in der 9. Klasse mit der Berufsreife zu beenden, sondern einen Realschulabschluss (Sekundarabschluss I) oder gar das Abitur anzustreben.
Aufgeschlossene und zielstrebige Patenschülerin
Erstmals wurde das Patenschafts-Projekt im Jahr 2014 nach den Sommerferien in den achten Klassen der Pfrimmtal-Realschule Plus, gemeinsam von Schule und Kolping vorgestellt. Ein Jahr später hat sich die damals vierzehnjährige Ramona Frohn aus Bechtheim, als eine von sechzehn Schülern, für das Angebot von Kolping interessiert. Nach einem vertiefenden Einzelgespräch mit Gabriele Jany, die federführend Ramona als Patin betreute, meldete sie sich für das Patenschafts-Projekt an. Konkrete Vorstellungen welchen Beruf sie später einmal erlernen möchte, hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Allerdings das Bestreben, die Schule mit einem guten Realschulabschluss zu verlassen, was der aufgeschlossenen und zielstrebigen Patenschülerin später auch bestens gelang.
Bei dieser Ausgangslage galt es zunächst, gemeinsam mit Ramona, herauszufinden, welche Berufe erstens für sie geeignet sind und zweitens, aus ihrer Sicht davon in Frage kämen. Hilfreich waren dabei u.a. Internetprogramme wie bspw. „planet-berufe“ mit dem in mehreren Schritten die Interessen, Stärken, das Verhalten und schulische Aspekte abgefragt werden. Als Ergebnis daraus werden dem Schüler für ihn geeignete Berufe vorgeschlagen. Es werden ihm aber auch Hinweise gegeben, welche Berufe weniger zu seinem Profil passen.
Bei Ramona war es aufgrund ihrer Zielstrebigkeit recht einfach das Interesse für das Thema Berufswahl zu wecken. Sie hat sich über verschiedenste Berufe sehr ernsthaft und intensiv informiert. Dazu gehörten auch zahlreiche Praktika die sie absolvierte. Beispielsweise in den Berufen Kindererzieherin, Frisörin, Tierarzthelferin, Hotelfachkraft, bei der Polizeiinspektion Worms und beim Amtsgericht. Ganz besonders interessierten sie zunehmend die Möglichkeiten im Polizeidienst und bei der Justiz. Gabriele Jany begleitete und unterstützte Ramona in der „Findungsphase“ bei der Firmensuche für Praktika und Ausbildungsplatz, beim Ausarbeiten von Bewerbungsschreiben und der Vorbereitung auf Tests sowie Bewerbungsgesprächen.
Bewerbungen bei Polizei und Justiz folgten
Nach ausgezeichneten Ergebnissen bei den Bewerbungsverfahren erhielt Ramona sowohl von der Polizei, als auch von der Justiz positive Rückmeldungen. Von der Polizei zur Aufnahme in die höhere Berufsfachschule Ludwigshafen „Polizei und Verwaltung“ mit anschließender Möglichkeit eines Bachelor Studium. Vom Oberlandesgericht Koblenz eine Zusage für einen Ausbildungsplatz. Die Freude darüber war bei beiden, Patin und Patenschülerin natürlich riesengroß. Da die Justiz mit der Zusage etwas schneller war als die Polizei, entschied sich Ramona Frohn für eine Ausbildung (2 Jahre und zwei Monate) zur Justizfachwirtin beim Oberlandesgericht Koblenz.
„Die Unterstützung von Frau Jany bei der Berufsfindung und dem Bewerbungsprozess, nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis, war äußerst hilfreich für mich und dafür bin ich ihr sehr dankbar”, so Ramona Frohn. „Aufgrund des großen Interesses, der schnellen Auffassungsgabe und Zielstrebigkeit von Ramona, traf hier unsere Intension „die Kolpingfamilie Worms begleitet Schülerinnen und Schüler auf dem Weg von der Schule in den Beruf“, besonders zu. Und es hat mir sehr viel Spaß und Freude bereitet ihr helfen zu können”, erklärt Gabriele Jany abschließend.