Mo., 16. September 2019, 11:16 Uhr
Erfolgreiches Patenprojekt: Karl-Hofmann-Schule Worms (KHS) und Kolpingfamilie Worms verhelfen Jugendlichen zu Ausbildungsplätzen
„Aus der Schule in den Beruf“
Seit September 2018 besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Karl-Hofmann-Schule Worms und der Kolpingfamilie Worms. Ziel der Vereinbarung ist es, Schülerinnen und Schüler über einen bestimmten Betreuungszeitraum größtmögliche Unterstützung und Beratung bei der Berufsfindung und beim Bewerbungsprozess zu ermöglichen. Bei der Suche nach einem Praktikums- und Ausbildungsplatz behilflich zu sein und deren Chancen durch die Unterstützung auf einen Einstieg in das Berufsleben zu erhöhen.
Durch die engagierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Kolpingpaten und der Karl-Hofmann-Schule, hat das Patenschafts Projekt sehr schnell erste Früchte getragen. Sieben von acht am Projekt teilnehmenden Schülern konnten Patinnen und Paten bei der Suche nach einer Lehrstelle erfolgreich unterstützen. Die sieben Schüler haben die „KHS“ zum Ende des Schuljahres 2019 mit einer „Zusatzqualifikation der Berufsfachschule“ verlassen und freuen sich, ausgestattet mit einem Lehrvertrag, dass sie den Einstieg ins Berufsleben geschafft haben.
Unterschiedliche Ausgangslage
Ganz unterschiedlich war dabei die Ausgangslage bei den einzelnen Schülern, insbesondere zu den Vorstellungen, welchen Beruf möchte ich erlernen, bzw. welcher Beruf passt am besten zu meinen Fähigkeiten.
Lucas Bormann, einer der sieben erfolgreichen Schüler, rückblickend: „Als ich im September 2018 in die Karl-Hofmann-Schule kam, hatte ich von meiner beruflichen Zukunft noch keine genauen Vorstellungen. Ich entschied mich an der Schule für den Fachbereich Holztechnik weil ich mir eine Lehre als Schreiner, evtl. aber auch als Industriemechaniker bzw. KFZ-Mechatroniker vorstellen konnte.
Vom Patenschaftsprojekt der Kolpingfamilie erfuhr ich durch die Schule und setzte mich im Herbst 2018 mit Kolping in Verbindung. Mit Frau Seibel und Herrn Springborn bekam ich zwei Paten die mich förderten aber auch forderten. Zunächst wurde im Gespräch mit mir erörtert welche Berufe aufgrund meiner Schulbildung in Frage kämen und danach die Übereinstimmung mit meinen Wünschen und Fähigkeiten geprüft. Da ich bereits ein Praktikum als KFZ-Mechatroniker absolviert hatte und Spaß an der Tätigkeit fand, wurden nun Firmen gesucht, die nicht nur Praktika-Plätze vergeben, sondern auch bei Eignung die Chance bestand einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Darunter war auch die Fa. Auto Pieroth Worms (Ford- und Opelfahrzeuge) bei der ich die Zusage für ein Praktikum bekam. Bei regelmäßigen Treffen mit den Paten wurden u.a. Bewerbungsschreiben erarbeitet, Vorstellungsgespräche geübt und ich auf Einstellungstests vorbereitet. Diese Unterstützung hat mir sehr geholfen und wesentlich mit dazu beigetragen, dass ich bei der Firma Auto Pieroth, Worms, zum 1. September 2019 einen Ausbildungsplatz zum KFZ-Mechatroniker erhalten habe.“
Mit Ausbildungsvertrag
Marc Bock gehört ebenfalls zu den sieben Schülern, die mit einem Ausbildungsvertrag in der Tasche die Karl-Hofmann-Schule verlassen haben. „Nach der Projektvorstellung durch Kolping-Paten zum Schuljahresbeginn in der Klasse, hat mich anschließend mein Klassenlehrer darin bestärkt am Projekt teilzunehmen, so Marc Bock“.
Für Marc war von Anfang an klar, dass er sein Hobby zum Beruf machen will. Sein Hobby, das war schon in der Jugendzeit sein Motorroller, an dem er, wie er sagt, gerne „herumschraubte“ wenn mal was defekt war. Und gerne durften es auch größere Fahrzeuge wie Autos oder noch besser, Landmaschinen sein. Für die Patin, Elke Laqua lief die Begleitung natürlich im gleichen Schema wie bei Lucas Bormann ab. Nur, dass der sehr ruhige und bescheidene Marc schon beim ersten Treffen mit ihr klare Vorstellungen zum Wunschberuf hatte. Ein bis zu diesem Zeitpunkt bereits absolviertes Praktikum bei einem Zweiradhändler hat ihn darin bestärkt, dass er auf jeden Fall seine berufliche Zukunft im handwerklich-technischen Bereich sieht.
Je größer die Fahrzeuge…
Und da ja sein Motto, „je größer die Fahrzeuge umso besser“ lautete, wurde gemeinsam im Umkreis von Worms nach Fachbetrieben für KFZ bzw. Landmaschinen gesucht. Auch bei Marc wurde wieder darauf geachtet, dass die jeweilige Firma nicht nur einen Praktikumsplatz zur Verfügung stellt, sondern dass bei guter Qualifikation auch die Aussicht auf Übernahme in ein Lehrverhältnis besteht. Dies war bei den beiden KFZ-Betrieben der Fall. Aber da gab es auch noch die Fa. Dexheimer, Fachbetrieb für Nutzfahrzeuge, Landmaschinen und Kleingeräte in Worms. Nach mehreren Praktika, bei denen er mit seinen guten praktischen Fähigkeiten überzeugen konnte, erhielt er von dort eine verbindliche Zusage zur Übernahme in ein Lehrverhältnis, zur Ausbildung als Bau- und Landmaschinen Mechatroniker. Somit ist sein größter Wunsch, an großen Fahrzeugen „herumzuschrauben“, in Erfüllung gegangen.
Ein Ergebnis, über das sich nicht nur Marc Bock, sondern auch die Lehrer der Karl-Hofmann-Schule sowie die Patin Elke Laqua sehr freuen.
Die bereits erwähnte gute Zusammenarbeit zwischen Schule, Kolping und den teilnehmenden Schüler führte dazu, das schon frühzeitig über eine Fortsetzung des Projektes nachgedacht und für das Schuljahr 2019/20 beschlossen wurde.