KOLPINGSFAMILIE: Erfolgreiche Deutschförderung im Rahmen des Patenschaftsprojektes mit der Karl-Hofmann-Schule Worms
„Aus der Schule in den Beruf“
„Aus der Schule in den Beruf“ heißt das Patenschaftsprojekt der Kolpingsfamilie Worms mit der Karl-Hofmann-Schule in Worms. Ziel des Projektes mit der „Berufsbildende Schule“ ist es, die Chancen von Schülerinnen und Schülern auf einen raschen Einstieg in das Berufsleben zu erhöhen. Die Unterstützung der am Projekt teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erfolgt in vielfältiger Weise. Die Betreuung reicht u.a. von der Hilfestellung bei der Berufsfindung, beim Bewerbungsprozess, bis zur Suche eines Praktikums- oder Ausbildungsplatzes.
Nach einer großzügigen finanziellen Unterstützung des Projektes durch die „Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt“ (DSEE) über 5.800 Euro im letzten Jahr, wurde nicht nur die Digitalisierung vorangetrieben, es standen noch Gelder zur Förderung der Sprachkenntnisse einzelner Schülerinnen und Schüler zur Verfügung, so dass das Kolping-Engagement um einen weiteren Baustein erweitert werden konnte. Dabei war es ein Glücksfall, dass das damalige, für die Patengruppe zuständige Vorstandsmitglied Karlheinz Springborn, Monika Steffen, ehemalige Realschullehrerin, kannte und sie für das Projekt gewinnen konnte. Sie bringt viel Erfahrung mit, denn neben Deutsch an der Realschule war Monika Steffen etliche Jahre auch als Kursleiterin, u.a. für Deutsch als Fremdsprache und Prüferin an verschiedenen Volkshochschulen, so auch in Worms, tätig. Seit Dezember 2021 ist sie zweimal pro Woche an der Karl-Hofmann-Schule.
Eine ihrer Schülerinnen und Schüler ist Arooba Hanif: Vor sechs Jahren kam ihr Vater Muhammad aus Moro, Provinz Sindh, Pakistan, zu Verwandten nach Deutschland. Drei Jahre später, inzwischen als Lagerlogistiker in einem festen Arbeitsverhältnis, konnte er seine Frau Shagufta mit den Kindern Arooba und Falak, heute 20 und 15 Jahre alt, nach Deutschland holen. Arooba besuchte bis zur 12. Klasse in Moro das Gymnasium. In den beiden letzten Schuljahren war ihr Lieblingsfach „Biologie einschl. medizinische Grundlagen“.
Ehrgeizige Pläne für die Zukunft
Arooba arbeitet sehr zielgerichtet und hat ehrgeizige Pläne für die Zukunft. Als nächsten Schritt möchte sie das kommende Schuljahr in der Karl-Hofmann-Schule mit dem Realschulabschluss beenden. Arooba war klar, dass ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg gute Deutschkenntnisse sind. Von Mathias Donat, Schulsozialarbeit, erfuhr sie vom neuen Kolping-Angebot, das sie über die staatliche Förderung hinaus, gerne annahm. Sie ist sehr angetan von der Vorgehensweise von Monika Steffen: „In den wöchentlichen zwei Stunden Unterricht habe ich in der kurzen Zeit gezielt einzelne grammatische Probleme in Ruhe mit ihr üben können. Dadurch bin ich schon sicherer beim Sprechen, beim Satzaufbau und in der Rechtschreibung geworden“, so Arooba. Berufspläne für die Zukunft hat sie ganz unterschiedliche: Sie reichen von Pharmazeutisch-technische Assistentin oder Polizistin, bis Abitur nachholen und Medizin studieren. Lernen steht bei ihr an erster Stelle. Es bleibt aber auch noch etwas Zeit für ihre Hobbys, u.a. Badminton, Kochen, Filme schauen oder sich in den sozialen Netzwerken austauschen. Wie sie sagt, fühlt sie sich in Deutschland sehr wohl, auch weil Frauen und Männer die gleichen Freiheiten haben.
Robert Geiser, Sprecher Leitungsteam: Arooba ist eines von vielen Beispielen für eine gelungene Integration und gutes Deutsch eine wichtige Voraussetzung dazu. Um die Förderung längerfristig aufrecht erhalten zu können benötigt Kolping auch zukünftig finanzielle Zuwendungen.
Ansprechpartner dafür und für Menschen die sich ehrenamtlich als Paten für das Projekt engagieren wollen, ist Rainer Sprinz, Telefon 0176/84124783.